Zum Tode von Georg Koch: Auf allen Stationen Publikumsliebling 

Einer, der Spuren hinterlässt: Den Sprung ins Nationalteam schaffte Georg Koch nie, aber er prägte seine Zeit als Typ und richtig guter Keeper zwischen Düsseldorf und Zagreb.

Ehemaliger Bundesligakeeper stirbt im Alter von 54 Jahren

Er blieb bis zuletzt ein Kämpfer. Ein halbes Jahr hatten ihm die Ärzte nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gegeben, die Georg Koch im Mai 2024 öffentlich machte. Es wurden drei Jahre, in denen der langjährige Bundesliga-Keeper den Tod vor Augen eine persönliche Abschiedstournee erleben durfte und noch bei vielen seiner ehemaligen Vereine zu Gast war. Ein letztes Mal Stadionluft, ein letztes Mal der Applaus der Menge. Ein letztes Mal die früher so oft gehörten Sprechchöre mit seinem Namen.

Wie herzlich er dabei in Düsseldorf, in Duisburg oder bei einem von ihm im heimischen Rhein-Sieg-Kreis veranstalteten Benefizturnier zugunsten einer Kinderkrebshilfe empfangen wurde, wie emotional die alten Weggefährten auf ein Wiedersehen reagierten, wie die Zuschauer ihn ein letztes Mal feiern – das ließ tief blicken.

Durchbruch in Düsseldorf

Koch war ein Fußballer und vor allem ein Mensch, der auf jeder Station als Publikumsliebling in Erinnerung blieb, der Spuren hinterließ. Und Stationen hatte er viele, nach dem Durchbruch bei Fortuna Düsseldorf spielte er kurz für die PSV Eindhoven, danach für Arminia Bielefeld, den 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus, den MSV Duisburg, zum Ende einer langen Karriere im Ausland bei Dinamo Zagreb und Rapid Wien.

In Österreich sorgte ein im Derby gegen Austria direkt neben ihm explodierter Böller schließlich dafür, dass er infolge eines Knalltraumas wegen anhaltender Gleichgewichtsprobleme seine Karriere beenden musste. Neben insgesamt fünf Aufstiegen in Deutschland und einem UEFA-Cup-Halbfinale mit dem FCK 2001 sammelte er in Kroatien zum Ende der Karriere noch Titel, wurde mit Dinamo Meister und Pokalsieger.

„Georg ist die wahre Nummer 1“

Unvergessen bleibt, wie „Schorsch“ als junger Torhüter Fortuna Düsseldorfs Altherrentruppe unter Trainer Aleksandar Ristic Mitte der 90er-Jahre mit spektakulären Paraden innerhalb von zwei Jahren aus der drittklassigen Oberliga in die Bundesliga führte. Dort etablierte sich der reflexstarke und sprunggewaltige Schlussmann so schnell, dass er sogar ans Tor der Nationalmannschaft klopfte und vom damaligen Trainer Berti Vogts zu einem Lehrgang eingeladen wurde. „Georg ist die wahre Nummer 1“ schallte in diesen Jahren ein ums andere Male durchs Rheinstadion, nicht nur wenn seine Konkurrenten Andreas Köpke oder Oliver Reck zu Gast waren.

Der ganz große Durchbruch blieb aber aus. Verletzungen und ein unglücklicher Wechsel nach Eindhoven verhinderten eine größere Karriere, als markanter Typ und außergewöhnlicher Sportler prägte er den deutschen Fußball zu seiner Zeit auch so. Nach der Karriere arbeitete er bei mehreren Klubs als Torwart-Trainer, bis die schwere Krankheit es nicht mehr zuließ.

Koch ging offen mit der Diagnose um, gab der Bild ein berührendes Interview und bekam von seinen alten Freunden der Düsseldorfer Punk-Band ein Shirt mit dem Band-Motto „Bis zum bitteren Ende“ überreicht. Am Mittwoch verstarb Koch rund einen Monat nach seinem 54. Geburtstag.

 Einer, der Spuren hinterlässt: Den Sprung ins Nationalteam schaffte Georg Koch nie, aber er prägte seine Zeit als Typ und richtig guter Keeper zwischen Düsseldorf und Zagreb. 

 

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