„Zu 95 Prozent“ weg: Kimmich erklärt, wie nah er an einem PSG-Wechsel war 

Kurz vor seinem ersten großen Turnier als Kapitän sorgt Joshua Kimmich für Schlagzeilen. In einer neuen Dokumentation packt der 31-Jährige über seinen Beinahe-Wechsel zu PSG aus.

DFB-Kapitän schaute sich schon nach Wohngegenden um

Während Joshua Kimmich mit der deutschen Nationalmannschaft in Winston-Salem dem Start der WM entgegenblickt, liefert eine am Dienstag veröffentlichte Dokumentation über den DFB-Kapitän Gesprächsstoff. Die neue Sportstudio-Produktion „Kapitän Kimmich“, die den Fußballer von der Heim-EM 2024 bis zur WM 2026 begleitet, zeigt, wie nah vor einem Abschied beim FC Bayern der heute 31-Jährige im Sommer 2024 wirklich stand.

Damals fühlte sich Kimmich in seinem Verein nicht mehr ausreichend wertgeschätzt, galt sogar als Verkaufskandidat. „Ich hatte das Gefühl, dass die Bayern sehr offen sind, mich abzugeben“, blickt Kimmich zurück. „Das trägt nicht dazu bei, dass die Bindung zwischen Verein und Spieler größer wird. Ich habe mich mit Max Eberl unterhalten. Der hat mir das dann auch noch mal bestätigt: ‚Wenn du weg möchtest, dann bist du zum Verkauf, dann ist das möglich.'“

Eine belastende Situation für den Mittelfeldspieler, der sich einen Verbleib in München damals kaum mehr vorstellen konnte: „Stand jetzt weiß ich nicht, was passieren sollte, dass ich hier verlängern würde“, sagte Kimmich vor zwei Jahren und ergänzte: „Zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere.“

Spätestens 2025, so sein Plan, wollte er Bayern München verlassen. Trotz eines Angebots zur Vertragsverlängerung, das ihm im Herbst unterbreitet wurde, spielte Kimmich weiter mit dem Gedanken, eine neue Herausforderung anzunehmen. Lockrufe gab es aus Paris, die Verhandlungen mit PSG waren weiter fortgeschritten als bislang bekannt.

Besuch vom PSG-Sportdirektor „hat mich schon gecatcht“

Kimmich packt in der Doku aus: „Mit Paris war ein Verein da, der sich sehr committet hat. Einer, den ich auch gar nicht so auf dem Zettel hatte.“ Er habe Gespräche mit PSG-Sportdirektor Luis Campos und Trainer Luis Enrique geführt: „Die haben das wirklich gut gemacht und einem echt den Eindruck vermittelt, dass sie einen wirklich haben wollen“, berichtet Kimmich und legt offen: „Dann ist das schon so, dass man sich damit beschäftigt.“ Campos habe ihn sogar bei sich zu Hause besucht. „Das hat mich schon gecatcht“, gesteht Kimmich.

Auch finanziell hatte PSG gute Argumente. „Das Finanzielle war krass. Wirklich. Sehr, sehr krass, muss ich sagen“, so Kimmich. „Ich wollte das aber nicht zum Ausschlaggebenden machen.“

Kompany spielte eine Rolle

Obwohl er sich in Paris schon nach Wohngegenden und Schulen für seine Kinder umgeschaut hatte, kam der Wechsel nicht zustande. Nach einer langen Hängepartie inklusive eines zurückgezogenen Angebots des FC Bayern verlängerte der DFB-Kapitän im März 2025 seinen Vertrag in München bis 2029.

Seine Familie, aber auch der damals neu verpflichtete Trainer Vincent Kompany hätten ihn dazu bewogen. „Ich habe noch nie ein so großes Vertrauen gespürt wie jetzt“, sagt Kimmich und ist sich rückblickend sicher: „Es war richtig, dass ich bei den Bayern verlängert habe.“

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