Ausgerechnet gegen den erstarkten BVB will RB Leipzig den sportlichen Turnaround einleiten und ein weiteres Abrutschen in der Tabelle verhindern. Trainer Ole Werner sieht beim Gegner viel von dem, was sein Team vermissen lässt.
RB Leipzig steht vor dem Topspiel unter Druck
Immerhin der Blick zurück macht Mut: Die letzten fünf Pflichtspiele vor heimischer Kulisse gegen Borussia Dortmund hat RB Leipzig allesamt gewonnen. Zuletzt gab es am 9. Januar 2021 eine Heimniederlage gegen den BVB (1:3), als corona-bedingt keine Zuschauer dabei sein durften und der Heimvorteil kein wirklicher war.
Der Blick in die Gegenwart indes weist aus, dass Dortmund die Mannschaft der Stunde und Leipzig aktuell in eine prekäre Situation geraten ist. Nur elf Punkte holte RB aus den vergangenen neun Spielen, Dortmund (23) sammelte im gleichen Zeitraum mehr als doppelt so viele Zähler ein.
„Es ist eine Top-Mannschaft von der Qualität und der Art und Weise, wie sie als Mannschaft die Dinge umsetzen“, sagte RB-Coach Ole Werner am Donnerstag auf der Pressekonferenz über den Gegner und lobte seinen Trainerkollegen Niko Kovac mit den Worten: „Wenn man sieht, wo Dortmund vor einem Jahr stand und wie stabil sie jetzt in allen Wettbewerben unterwegs sind, spricht das für die Arbeit von Niko.“ Der BVB biete „nicht jede Woche Hurra-Fußball, aber es ist extrem erfolgreich, extrem stabil, extrem abgezockt, mit unterschiedlichsten Waffen. Da kann man den Hut ziehen.“
„Wir wollen dem BVB die zweite Saisonniederlage zufügen.“ (Ole Werner)
Das würde Werner auch gerne über seine Mannschaft sagen, die aber geht seit Wochen weit weniger pragmatisch und zielstrebig zu Werke als der kommende Gegner. Das karge 2:2 am Sonntag gegen die abstiegsbedrohten Wolfsburger spülte die Leipziger aus den Champions-League-Rängen in eine Situation, in der sie den Anschluss zu verlieren drohen. „Wir wissen, was wir können, das wollen wir zeigen und uns durchsetzen. Wir wollen dem BVB die zweite Saisonniederlage zufügen“, betonte Werner.
Dafür bedarf es allerdings einer Leistungssteigerung in allen Mannschaftsteilen gegenüber der Wolfsburg-Partie, in der die Angreifer hochkarätige Chancen am Fließband vergaben und sich die Defensive viel zu billige Gegentore einhandelte. „Einfacher Ballverlust ist das eigentliche Thema, wenn man sich unsere letzten Gegentore anschaut“, hat Werner als Hauptursache für die bereits 30 Gegentore (BVB kassierte nur 20) ausgemacht. Deshalb sei es „am Samstag absolut entscheidend, dass du diese Fehlerquote im eigenen Ballbesitz wieder minimierst“.
Harder „auf dem absolut richtigen Weg“
Castello Lukeba, der gegen Wolfsburg aus Gründen der Belastungssteuerung geschont wurde, ist in der Innenverteidigung einsatzbereit. Vorn setzt Werner darauf, dass die Ladehemmung bei Romulo und Conrad Harder endlich endet. Der Brasilianer wartet seit fünf Spielen auf einen Treffer, für Harder steht in diesem Jahr nur eine Torbeteiligung zu Buche.
„Das ist eine Phase, die für Stürmer nicht so ganz unüblich ist. Es geht dann immer darum, dass du dranbleibst und weiter auf deine Stärken vertraust“, sagte Werner über Romulos Flaute. Harder attestierte der Coach, „auf dem absolut richtigen Weg“ zu sein: „Ich finde, er hat Riesen-Fortschritte gemacht seit dem Winter, wenn es darum geht, Bälle zu behaupten und abzulegen.“
Ausgerechnet gegen den erstarkten BVB will RB Leipzig den sportlichen Turnaround einleiten und ein weiteres Abrutschen in der Tabelle verhindern. Trainer Ole Werner sieht beim Gegner viel von dem, was sein Team vermissen lässt.
