Der nächste Bremer Tor-Debütant und die nächste Werder-Niederlage gegen ein Topteam: Salim Musah wird zu einem der seltenen echten Lichtblicke.
Tor-Debütant schon Startelfkandidat?
Es sind nicht unbedingt viele positive Meilensteine in dieser Werder-Saison zum Vergessen, doch es gibt sie tatsächlich: Salim Musah war nun schon der sechste Bremer Spieler, der in dieser Saison sein erstes Bundesliga-Tor erzielte.
Zuvor war das in dieser Spielzeit Patrice Covic, Jovan Milosevic, Samuel Mbangula, Karim Coulibaly und Isaac Schmidt gelungen. Mehr Bremer Bundesligator-Debütanten waren es zuletzt 2016/17 … eine Randerscheinung am Ostersamstag im Weserstadion.
Denn zu viel mehr reichte es letztlich dann eben nicht beim 1:2 gegen RB Leipzig – und bei der nächsten Niederlage gegen ein Topteam. Immerhin gelang Musah diesmal erstmals in den bisherigen Duellen mit den Top 5 der Bundesliga ein Bremer Treffer.
Thioune: „Das unterscheidet uns“
Der entsprechende Qualitätsunterschied spiegelte sich diesmal sogar nicht mal unbedingt über die 90 Minuten wider, in denen Werder phasenweise tonangebend und mit den überzeugenderen (Offensiv-)Spielzügen agiert hatte.
Doch das allein war dann eben doch nicht ausreichend, um RB beizukommen. „Das unterscheidet uns gegen so eine Top-Mannschaft, die Ole einfach hat“, sagte Coach Daniel Thioune mit einer Spur natürlichem Neid in Richtung Leipziger und Bremer Ex-Coach Ole Werner.
Die unter Beweis gestellten Abschlussfähigkeiten der RB-Torschützen Antonio Nusa und Mittelstürmer Romulo hätten den Gastgebern zweifelsfrei gut zu Gesicht gestanden, um trotz ordentlichem Spielvortrag nicht erneut leer auszugehen in dieser Saison, einmal mehr.
„Man hat gesehen, dass aus sehr viel sehr wenig entstehen kann“
Das sei etwas, „was uns vielleicht auch schon länger begleitet“, befand Thioune, der damit sogleich ein druckfähiges Resümee für die Partie lieferte: „Man hat gesehen, dass aus sehr wenig sehr viel entstehen kann – und dass aus sehr viel sehr wenig entstehen kann.“
Am Ende war dieses vom 51-Jährigen angesprochene „viel“, als Werder zumindest in Durchgang ein „bisschen besser als auf Augenhöhe“ mit RB agierte, trotzdem zu wenig. Das Gefühl, dass für die Gäste nach dem 2:0 überhaupt noch mal etwas hätte anbrennen können, stellte sich nicht mehr wirklich ein – dafür kam der Anschlusstreffer schlicht zu spät.
Thioune über Musah: „Der Junge will“
Dass anschließend insbesondere der 20-jährige Musah aus der U 23 nach seinem dritten Bundesligaeinsatz in aller Munde war, zeigte, dass alle anderen, die eigentlich für das Toreschießen bei Werder verantwortlich wären, sich damit weiterhin schwertun.
Justin Njinmah kam zwar zu Aktionen, blieb unglücklich. Marco Grüll war gar kein Faktor, Romano Schmid ist seit 25 Spielen ohne Tor, Samuel Mbangula enttäuschte als Joker. Dazu die Frage: Wird Victor Boniface noch mal zum Faktor? Immerhin wurde in Minute 76 wie Musah mit Milosevic noch ein weiterer Stoßstürmer erstmals wieder eingewechselt, der vor seiner Rückenverletzung für Torgefahr gestanden hatte.
Musah jedenfalls hatte mit seinen drei Torchancen den größten offensiven Einfluss, wie auch Thioune betonte: „Man merkt, dass der Junge will.“ Weshalb der Coach dem Angreifer für die Zukunft zumindest noch „viel mehr“ Einsatzzeit in Aussicht stellte.
Vielleicht sogar in der Startelf? „Denkbar, möglich“, erläuterte Thioune: „Ich glaube, es geht gar nicht darum, ihn von Beginn an spielen zu lassen, sondern ihn in eine Phase einzubringen, wo man ihn gut gebrauchen kann. Das war in Wolfsburg und auch jetzt der Fall“.
Der nächste Bremer Tor-Debütant und die nächste Werder-Niederlage gegen ein Topteam: Salim Musah wird zu einem der seltenen echten Lichtblicke.
