Was hinter Bayerns Teenager-Rekord steckt – und was aus den alten Rekordhaltern wurde 

Mit Erblin Osmani debütierte zuletzt der siebte Teenager beim FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison. Damit ist der Rekord von RB Leipzig eingestellt – vorerst. Eine Einordnung.

Cardozo, Osmani und Co.

Es hätten ja auch schon acht sein können. Oder neun oder zehn. Schließlich saßen bei Schlusspfiff noch allerlei Alternativen auf der Bank des FC Bayern, als vor einer Woche der Abpfiff beim 4:0 über den 1. FC Union Berlin ertönte. Früh hatten die Münchner mit 3:0 geführt, trotzdem begann Trainer Vincent Kompany nachvollziehbarerweise erst spät damit, seine Teenager hineinzuwerfen.

Außer Lennart Karl in der Startelf natürlich, der mit 18 Jahren und einem Monat noch eine Weile als Teenager durchgeht, aber eben auch schon A-Nationalspieler ist. Maycon Cardozo und Erblin Osmani kamen in der 87. Minute aufs Feld, letzterer sorgte dafür, dass die Bayern einen Allzeit-Rekord in der Bundesliga einstellten.

Sieben Teenager in einer Saison? Das schaffte bislang nur RB Leipzig in der Spielzeit 2024/25. Aber lassen sich die beiden Vereine in dieser Hinsicht überhaupt vergleichen? Dazu lohnt ein Blick auf das Septett aus Sachsen in der Vorsaison.

Ouedraogo, Nusa und Vermeeren sind heute allesamt A-Nationalspieler

Da wären zum einen international erprobte Profis wie Assan Ouedraogo. In seiner von großem Verletzungspech geprägten ersten Saison in Leipzig spielte der deutsche U-21-Nationalspieler dort nur eine Nebenrolle, inzwischen hat er in dieser Spielzeit in der Hinrunde den Durchbruch geschafft – und sogar in der A-Nationalmannschaft debütiert. Dann bremste ihn zweimal eine Verletzung in der Kniekehle, die ihn erst von Ende November 2025 bis Anfang Januar und dann von Mitte Januar bis jetzt lahmlegte.

Aber auch Antonio Nusa, der im Sommer 2024 von Club Brügge kam und sich schnell durchsetzte, besitzt schon hohes Niveau. In dieser Saison ist der Norweger ebenfalls ein fester Bestandteil als Linksaußen im Leipziger 4-3-3-System. Arthur Vermeeren, ein weiterer A-Nationalspieler seines Landes, hat RB in der Zwischenzeit zur Leihe verlassen. Der Belgier, einst von Atletico Madrid gekommen, konnte sich in Leipzig nicht durchsetzen und pendelt derzeit bei Olympique Marseille zwischen Startelf und Bank.

Drei A-Nationalspieler hat der FC Bayern in seinem Teenager-Septett jedenfalls noch lange nicht vorzuweisen. Bei Leipzig kamen noch Tidiam Gomis, der in dieser Saison zu einer echten Alternative als Flügelstürmer gereift ist und zweimal in der Startelf stand, sowie Kosta Nedeljkovic hinzu. Nach ansprechenden Leistungen in der Rückrunde der vergangenen Saison wurde der serbische Rechtsverteidiger vor der laufenden Runde erneut von Aston Villa ausgeliehen, ist aber in der Hierarchie von RB hinter Ridle Baku und Benjamin Henrichs mittlerweile nur noch rechter Verteidiger Nummer drei.

Und dann waren da noch zwei echte Eigengewächse: Viggo Gebel, das inzwischen 18 Jahre alte Eigengewächs (seit 2019 im Verein) erhielt 2024/25 insgesamt vier Teileinsätze in Liga, Pokal und Champions League. Er fehlt aber seit Oktober 2025 mit einem Kreuzbandriss. Faik Sakar wiederum, der am 7. Dezember im Ligaspiel bei Holstein Kiel in der Nachspielzeit zum Profidebüt kam, gehört weiterhin zum Kader der U 19. Er befindet sich nach einer schweren Verletzung in der Rekonvaleszenz. Sein Vertrag läuft aus, die Perspektive ist offen.

Die Bayern-Teenager: Kiala und Santos verletzt, Cardozo winken weitere Chancen

Auch bei den Bayern-Junioren unterscheiden sich die Zukunftsaussichten. Cardozo (17) kam über den FC Bayern World Squad nach München, machte dort mit seiner Technik und Torgefährlichkeit auf sich aufmerksam. Der Brasilianer, in Thailand aufgewachsen, ist mit 1,65 Meter Körpergröße nochmal kleiner als Shootingstar Karl, allerdings ähnlich veranlagt und wird weitere Chancen erhalten.

Damit ist er schon fast allein: Denn David Santos (19), der bei den Bayern sämtliche Jugendmannschaften durchlief, unterschrieb zwar jüngst seinen ersten Profivertrag. Der Sechser laboriert derzeit an einer Muskelverletzung und fällt vorerst aus. Und Cassiano Kiala (17), hochveranlagter Innenverteidiger, wurde Ende Februar wegen eines Syndesmoserisses operiert und wird mehrere Monate fehlen. Er feierte im Dezember in Heidenheim sein Bundesliga-Debüt mit 16, trainierte ohnehin schon länger bei den Profis mit.

Wisdom Mike wiederum kam letztmals im Januar bei den Profis zum Zug, sammelte danach in der U-19-Bundesliga vier Scorerpunkte und fällt seit Mitte März mit einer Hüftmuskelverletzung aus, musste sogar operiert werden. Der 17 Jahre alte quirlige Flügelspieler wird in dieser Saison vermutlich nicht mehr auf sich aufmerksam machen können, hatte hinter Luis Diaz und Co. aber ohnehin einen schweren Stand.

Ähnlich geht es Felipe Chavez (18) in Köln. Als peruanischer A-Nationalspieler ging der zentrale Mittelfeldspieler in die Wintervorbereitung beim FC Bayern, nutzte seinen Einsatz beim Testspielsieg in Salzburg und machte mit einem Tor auf sich aufmerksam. Zwar empfahl er sich für eine Leihe zum 1. FC Köln – kam dort aber noch nicht über Kurzeinsätze hinaus.

Pavic und Ofli debütierten schon in der Champions League

Bleibt neben Cardozo also zunächst nur noch der 16-jährige Osmani übrig. Der zweitjüngste Bayern-Debütant nach Paul Wanner wurde beim 4:0 gegen Union erstmals in den Bundesliga-Betrieb hineingeworfen, gilt als Sechser mit Übersicht. Beide Eltern stammen aus dem Kosovo, der im Münchner Stadtteil Milbertshofen aufgewachsene Osmani lief bislang zweimal für die deutsche U-17-Nationalmannschaft auf.

Die übrigen Kandidaten aus dem Spieltagsaufgebot gegen Union könnten Bayerns eingestellten Rekord in den kommenden Wochen zu einem alleinigen machen. Innenverteidiger Filip Pavic (16, deutscher U-16-Nationalspieler) und Linksverteidiger Deniz Ofli (18, türkischer U-19-Nationalspieler) etwa, beide schon in der Champions League gegen Atalanta Bergamo (4:1) eingewechselt. Auch Offensivmann Guido Della Rovere (U 19 Italien) darf hoffen, während der von der Torwartnot auf die Bank gespülte Leonard Prescott die größte Chance auf ein schnelles Debüt wohl vorerst hinter sich hat.

Acht, neun, zehn Teenager hätten es also durchaus schon sein können, wurden es aber noch nicht. Gut möglich, dass Kompany angesichts des Terminkalenders und neun Punkte Vorsprung in der Bundesliga-Tabelle nachlegt. Mit der Qualitätsdichte der jungen Leipziger 2024/25 können die noch jüngeren Bayern-Talente aber trotzdem nicht ganz mithalten.

 Mit Erblin Osmani debütierte zuletzt der siebte Teenager beim FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison. Damit ist der Rekord von RB Leipzig eingestellt – vorerst. Eine Einordnung. 

 

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