In der vergangenen Saison erzielte Mainz Ende April erstmals ein Tor nach einem Eckball. Am vergangenen Wochenende gelangen bereits die Tore Nummer zwei und drei. Das ist auch das Ergebnis der Arbeit des neuen Trainergespanns.
Mehrere Einheiten pro Woche
„Wir arbeiten sehr akribisch daran. Man muss ‚Hoffi‘ ein großes Kompliment machen“, sagte Phillip Tietz, dem beim 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg nach einer Ecke von Nadiem Amiri sein erstes Tor im Trikot von Mainz 05 gelang. Gemeint ist Markus Hoffmann, der Co-Trainer von Urs Fischer.
Der 53-Jährige ist im Staff federführend, was die Standardsituationen betrifft. Der Österreicher gehörte zwischen 2018 und 2023 auch zum Trainerteam von Union Berlin, wo bereits auffallend viele Tore nach Standardsituationen erzielt wurden. Dort arbeiteten Fischer und Hoffmann mit Sebastian Bönig zusammen, der sich in Berlin nach wie vor um die Strategie nach ruhenden Bällen kümmert.
„Natürlich wissen die Klubs im Normalfall, wie der Gegner seine Standards schießt. Wenn man die Sache aber gut macht, ist es trotzdem schwer zu verteidigen, davon bin ich überzeugt“, erklärt Hoffmann. Das war beim Mainzer Sieg gegen Wolfsburg deutlich zu erkennen, bei dem allen drei Toren eine Ecke von Amiri vorausging.
In der 68. Minute verwertete Tietz den Eckstoß zum 1:1-Ausgleich und in der 73. Minute landete der Ball über Benedict Hollerbach bei Stefan Bell, der das 2:1 erzielte. Vor dem 3:1 köpfte Bell die Kugel einem Wolfsburger an die Hand, woraufhin Elfmeter gepfiffen wurde. Diesen verwandelte Amiri souverän.
Hoffmann hält grundsätzlich wenig davon, das Elfmeterschießen zu üben: „Man kann nie die Realität simulieren. Im Spiel ist es immer vollkommen anders. Ich glaube, Elfmeterschießen spielt sich mehr im Kopf als mit den Füßen ab. Es gibt Spieler, die für das Elfmeterschießen geboren sind, und andere, die werden es nie können.“
Bei Eckstößen sei die Lage ganz anders. „Mittlerweile versuchen wir, uns zwei- bis dreimal in der Woche im Rahmen des Mannschaftstrainings mit Standards zu beschäftigen. Manchmal arbeiten wir auch in kleinen Gruppen. Standards sollten in jeder Mannschaft ein wichtiges Thema sein“, erläutert der Assistent von Fischer.
Obwohl das neue Trainerteam erst am 7. Dezember seine Arbeit aufnahm und bis zur Winterpause zwei englische Wochen auf dem Terminkalender standen, haben sich Fischer und Hoffmann sofort an die Arbeit gemacht, auch die Standards zu verbessern.
Mehr Gefahr durch Tietz, Posch und Silas
„Wenn wenig Zeit ist, muss man aufpassen, die Spieler nicht mit Informationen zu überladen. Aber wir haben uns vom ersten Tag an mit Standards beschäftigt und versucht, etwas umzusetzen und zu festigen. Egal, ob Einwurf, Freistoß oder Eckball – die ganze Mannschaft sollte wissen, was passiert und was wir machen wollen“, beschreibt Hoffmann die Grundsätze. Dass mit Tietz, Stefan Posch und Silas in der Winterpause drei groß gewachsene Spieler dazukamen, erhöht die Gefährlichkeit nach Standards zusätzlich.
In der vergangenen Saison erzielte Mainz Ende April erstmals ein Tor nach einem Eckball. Am vergangenen Wochenende gelangen bereits die Tore Nummer zwei und drei. Das ist auch das Ergebnis der Arbeit des neuen Trainergespanns.
