Für den VfL Wolfsburg geht es in den kommenden Wochen nur darum, „brutal zu punkten“, wie Daniel Bauer am Donnerstag forderte. Die Niederlage in Mainz hat beim Cheftrainer Spuren hinterlassen.
Intensive Aufarbeitung nach Mainz
Von Straftraining hält Daniel Bauer nicht viel, „das wäre Aktionismus und fehl am Platz“. Einfach hinnehmen wollte der Cheftrainer des VfL Wolfsburg die 1:3-Niederlage in Mainz am vergangenen Wochenende aber natürlich nicht. Die Aufarbeitung unter der Woche verlief Bauers Worten zufolge durchaus kritischer als sonst nach dem „inhaltlich schlechtesten Spiel in meiner Amtszeit“.
„Wir haben das Spiel sehr intensiv aufbereitet und den Finger in die Wunde gelegt“, meint der 43-Jährige, der unter der Woche viele Vier-Augen-Gespräche mit seinen Profis geführt hat. Denn Handlungsbedarf ist da: „Das war ein deutlicher Rückschritt“, sagt Bauer zum Mainz-Spiel. „Für mich ist wichtig, dass wir ehrlich mit uns selbst umgehen.“
Der Wölfe-Coach prangert insbesondere die Defensivleistung und individuelle Fehler, die zu Gegentoren führten, an. Ein Punkt dabei: „Wir müssen Standards besser verteidigen. Bei den ersten beiden Gegentoren müssen wir die individuellen Duelle gewinnen.“ Darauf habe er in der Trainingswoche einen Schwerpunkt gelegt. „Wir müssen galliger werden“, fordert Bauer. „Das ist ein Punkt, der uns leider schon längere Zeit begleitet.“
Bauer deutet Veränderungen in der Abwehr an
Und der bereits 41 Gegentore nach 19 Spielen zur Folge hat, nur Heidenheim und Frankfurt haben in der Bundesliga mehr Treffer kassiert. „Wir schauen, ob wir was in der Abwehr verändern“, kündigt Bauer vor dem Freitagabendspiel in Köln (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) an. „Fakt ist, dass wir deutlich zu viele Gegentore in den letzten Spielen kassiert haben, dass die Anzahl an individuellen Fehlern deutlich zu hoch war.“
Entsprechend sei das Trainerteam auf der Suche nach Alternativen, um für mehr Stabilität zu sorgen. Konstantinos Koulierakis, der gegen Mainz aufgrund muskulärer Probleme passen musste, ist immerhin wieder fit. Der Grieche ist wieder eine Option für die Abwehrkette. Auch Yannick Gerhardt könnte aus dem zentralen Mittelfeld zurückgezogen werden. Er wurde im Training unter der Woche links hinten „angetestet“, wie Bauer es formuliert, „er hat da lange nicht mehr agiert“. Sicher ist: In Bauers Kopf kreisen mehrere Gedanken, eine finale Entscheidung steht aber noch aus.
Wolfsburg hinkt den eigenen Ansprüchen mal wieder hinterher
Übrigens auch beim Thema Neuzugänge, der VfL sucht auf dem Transfermarkt noch nach Verstärkung für die Abwehr. Bauer wollte keine Gerüchte kommentieren, stellte gleichzeitig aber klar: „Als Trainer wehrt man sich logischerweise nie gegen qualitative Verstärkung.“
„Wir sind im Moment nicht besser als der Tabellenplatz, auf dem wir stehen.“ (VfL-Coach Daniel Bauer)
Insbesondere in der aktuellen Situation, in der die Wölfe mal wieder den eigenen Erwartungen hinterherhinken. „Das ist immer ein großes Thema in Wolfsburg, dass man von Qualität spricht und sich weiter sieht“, so Bauer. Der Status Quo ist ein anderer. „Qualität drückt sich in konstanten Leistungen aus. Da sind wir im Moment nicht besser als der Tabellenplatz, auf dem wir stehen.“ Zwar habe der Klub eigentlich gute Bedingungen, die Erwartungshaltung sei groß. „Aber die letzten Jahre liefen tabellarisch nicht gut und am Ende des Tages ist das dann eben die Qualität des Kaders.“
In Köln, auch Maximilian Arnold ist nach seiner Gelbsperre wieder zurück, haben die Wölfe nun die Chance, in der Tabelle einen kleinen Sprung hinzulegen und sich einen Puffer auf die Abstiegsränge – aktuell vier Punkte vor Mainz auf Rang 16 – zu erarbeiten. Bauers Credo: „Wir werden ein anderes Gesicht zeigen. Ich bin total davon überzeugt, dass wir eine Reaktion zeigen.“
Für den VfL Wolfsburg geht es in den kommenden Wochen nur darum, „brutal zu punkten“, wie Daniel Bauer am Donnerstag forderte. Die Niederlage in Mainz hat beim Cheftrainer Spuren hinterlassen.
