Als Cheftrainer in Vertretung machte Lars Voßler erneut keine guten Erfahrungen bei der TSG Hoffenheim. Für den SC Freiburg gilt es nach kräftezehrenden Wochen darum, die Akkus wieder aufzufüllen.
Vorfreude auf zwei volle Trainingswochen
Sobald die Deutsche Fußball-Liga im Sommer den Spielplan für die Saison 2026/27 präsentiert hat, sollte Lars Voßler für das Wochenende des Gastspiels bei der TSG Hoffenheim präventiv einen Urlaubsantrag einreichen. So könnte der Freiburger Co-Trainer definitiv verhindern, im Kraichgau in der Verantwortung stehen zu müssen. Es scheint kein gutes Pflaster für den 49-Jährigen zu sein.
Seit 2018 spielte der Sport-Club in zehn Pflichtspielen bei der TSG – mit der durchaus ansehnlichen Bilanz von fünf Siegen, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Die eine gab es mit dem 0:3 am Samstag, als Voßler den gesperrten Cheftrainer Julian Schuster vertrat. Bei der anderen, einem 1:3 im September 2018, stand ebenfalls Voßler in der ersten Reihe, damals in Vertretung des an einem Bandscheibenvorfall laborierenden Christian Streich.
„Es hat bei uns definitiv an Energie und Intensität gefehlt“
Ein Zusammenhang zwischen beiden Spielen, in denen Christian Günter und Lucas Höler jeweils in der Startelf standen, besteht freilich nicht. Für ein Gastspiel in Sinsheim gab es schon bessere Zeitpunkte, wie die TSG mit dem achten Heimsieg in Serie und dem damit verbundenen neuen Vereinsrekord untermauerte. „Wir wussten, was auf uns zukommt, konnten das in der ersten Halbzeit aber so nicht mitgehen. Wir haben uns vorgenommen, hoch zu pressen – das hat nicht geklappt. Im tieferen Block haben sie uns dann teilweise auseinander gespielt und hatten gute Torchancen. Da waren wir einfach nicht so präsent, wie wir es normalerweise von uns gewohnt sind“, analysierte Voßler.
Solange die Kräfte es zuließen, hielten die tief und eng verteidigenden Freiburger zwar dagegen, wurden aber letztlich vom Hoffenheimer Dauerdruck rund um die Halbzeitpause regelrecht erdrückt. „Es hat bei uns definitiv an Energie und Intensität gefehlt, uns da vielleicht noch mehr dagegenzustemmen“, bemängelte Voßler, der aber keineswegs den 120-minütigen Pokalfight inklusive Sieg im Elfmeterschießen am Dienstag bei Hertha BSC als Ausrede nutzen wollte: „Es wäre jetzt auch zu einfach, das auf englische Wochen zu schieben.“
Erneutes Wettrennen mit der Eintracht
Dank der direkten Qualifikation für das Achtelfinale der Europa League dürfen Mannschaft und Trainerteam jetzt erstmal durchatmen. Das nächste Europapokalspiel steht erst am 12. März an. „Wir haben jetzt sogar zweimal hintereinander ganz normale Spielwochen. Die werden wir nutzen und wieder Kraft tanken, um perfekt vorbereitet zu sein für die Spiele. Und dann, glaube ich, ist die maximale Intensität wieder auf dem Platz möglich“, so Voßler.
Mit frischen Kräften steht am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) zunächst das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach an, ehe es eine Woche darauf am 1. März zur Frankfurter Eintracht geht – ein womöglich richtungsweisendes Spiel, entwickelt sich doch wie in der Vorsaison ein Duell zwischen beiden Klubs um die Europapokalteilnahme. Während damals am 34. Spieltag noch die Champions League auf dem Spiel stand, geht es in dieser Saison vermutlich nur noch um Platz 7, der wahrscheinlich in die Conference League führen wird.
Als Cheftrainer in Vertretung machte Lars Voßler erneut keine guten Erfahrungen bei der TSG Hoffenheim. Für den SC Freiburg gilt es nach kräftezehrenden Wochen darum, die Akkus wieder aufzufüllen.
