Sieben Eintracht-Profis werden bei der Weltmeisterschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein. Doch es gibt auch noch einige Wackelkandidaten, allen voran Ausnahmetalent Can Uzun.
Überblick über Frankfurts WM-Fahrer
Rasmus Kristensen, Can Uzun und Hugo Larsson waren am Dienstagabend zum Zuschauen verdammt, als in den Play-offs die letzten WM-Tickets vergeben wurden. Am Ende klafften die Gefühlswelten auseinander.
Mittelfeldspieler Larsson war hautnah dabei, als Schwedens Top-Stürmer Viktor Gyökeres im Thriller gegen Polen wenige Zeigerumdrehungen vor dem Abpfiff das 3:2 erzielte. Doch zum Einsatz kam er wie zuvor beim Sieg gegen die Ukraine (3:1) nicht. Mit seinen unauffälligen Leistungen in dieser Saison gab er kein Empfehlungsschreiben für Einsätze in der Nationalmannschaft ab. Passiert nichts Unvorhergesehenes, dürfte der 21-Jährige bei der WM aber trotzdem dabei sein.
Für Uzun könnte es eng werden
Schwerer fällt die Prognose bei Uzun, der nach starkem Saisonstart mehrfach von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Mittlerweile ist der 20-Jährige wieder fit, für die entscheidenden Länderspiele in den Play-offs wurde er jedoch nicht nominiert. Es blieb der Jubel vor dem Fernseher: Durch den 1:0-Erfolg im Kosovo qualifizierte sich die Türkei erstmals seit 2002 für eine Weltmeisterschaft.
Doch Uzun muss um seine Teilnahme zittern. Groß war seine Enttäuschung bereits, als er nicht für die EM 2024 nominiert wurde. Erst kurz zuvor hatte er sich für die Türkei und gegen das DFB-Team entschieden. Rudi Völler hatte erfolglos um das Ausnahmetalent geworben. Auch diesmal könnte es für Uzun eng werden. Viel wird davon abhängen, ob er unter dem neuen Eintracht-Trainer Albert Riera seinen Platz im offensiven Mittelfeld zurückerobern kann.
„Der Traum ist unnormal groß“
Zu Saisonbeginn war Uzun der Überflieger schlechthin, als erster Teenager in der Bundesliga-Historie traf er an jedem der ersten fünf Spieltage. In dieser Verfassung wäre er mit Sicherheit ein heißer Kandidat fürs Turnier, sein letzter Einsatz im Nationaltrikot liegt verletzungsbedingt allerdings schon fast ein halbes Jahr zurück. Beim 6:1 in Bulgarien kam der offensive Mittelfeldspieler als Joker zu seinem vierten Länderspiel.
Zu Wochenbeginn sagte Uzun in einem vereinseigenen Interview zur möglichen WM-Teilnahme: „Der Traum ist unnormal groß. Ich konnte aufgrund meiner Verletzung zuletzt leider nicht dabei sein, aber ich habe vollstes Vertrauen in die Jungs und werde sie vor dem Fernseher anfeuern. Und dann werden wir hoffentlich eine erfolgreiche WM spielen. Ich habe in dieser Saison zum ersten Mal in der Champions League gespielt und habe dort getroffen, nun könnte sich der Traum von einer WM-Teilnahme erfüllen – das ist schon geil.“
Bittere Pille für Kristensen
Gedanken über die WM muss sich Kristensen seit Dienstagabend und der dänischen Play-off-Niederlage in Tschechien (1:3 i.E.) nicht mehr machen. Es bleibt damit eine Seuchensaison für den 28-Jährigen, der mehrfach verletzt war und aktuell eine Syndesmoseverletzung auskuriert. Da er seine Rückkehr auf den Platz noch vor Saisonende anpeilt, hätte der Rechtsverteidiger seinen Platz im WM-Kader allerdings sicher gehabt.
Besonders bitter: Als Dänemark im vergangenen November in der WM-Qualifikation in Schottland (2:4) um Platz 1 kämpfte, flog Kristensen beim Spielstand von 1:1 mit Gelb-Rot vom Feld. Nun musste er das Aus in den Play-offs machtlos mitverfolgen.
Wer fast sicher dabei ist
Keine Sorgen um ihr WM-Ticket machen müssen sich Fares Chaibi (Algerien), Arthur Theate (Belgien), Nathaniel Brown (Deutschland), Ritsu Doan (Japan) und Ellyes Skhiri (Tunesien). Auch Aurele Amenda (Schweiz) kam in den jüngsten Länderspielen zum Einsatz und besitzt beste Chance, beim Turnier dabei zu sein. Inklusive Larsson wird die SGE voraussichtlich also von mindestens sieben Profis bei der WM vertreten sein. Man könnte sogar noch Elye Wahi dazuzählen. Der Stürmer ist aktuell an Nizza verliehen und debütierte am Dienstag beim 1:0-Erfolg der Elfenbeinküste über Schottland.
Ganz anders sieht die Situation bei Robin Koch und Jonathan Burkardt aus. Sofern sich keine Konkurrenten verletzen, sind ihre WM-Chancen im DFB-Team verschwindend gering. Das gilt erst recht für den Belgier Michy Batshuayi, der wegen eines Mittelfußbruchs zuletzt monatelang ausgefallen war.
Sieben Eintracht-Profis werden bei der Weltmeisterschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein. Doch es gibt auch noch einige Wackelkandidaten, allen voran Ausnahmetalent Can Uzun.
