Der VfB Stuttgart reist mit leeren Händen aus Hamburg wieder ab – und das wegen eines Kommunikationsproblems, wie Deniz Undav zugab. Coach Sebastian Hoeneß wollte seiner Elf deshalb keine Vorwürfe machen, etwas anderes störte ihn dann aber doch sehr.
VfB-Coach Hoeneß kritisiert Überzahlspiel
Mehr Torschüsse (14:9), mehr Flanken (21:15), mehr Ballbesitz (66 Prozent) und mehr gewonnenen Zweikämpfe (54 Prozent) – der VfB war beim Gastspiel in Hamburg die dominante Mannschaft, ging letztlich beim 1:2 aber komplett leer aus. Primär dafür verantwortlich war ein völlig missglückter Freistoß in der Nachspielzeit, der im 2:1-Siegtreffer der Hanseaten durch Fabio Vieira mündete.
Was war geschehen? Angelo Stiller passte bei dem Freistoß so halb in die Mitte des Strafraums, wo Nicolas Capaldo das Leder abfing und den Konter einläutete. „Es war eine komische Situation“, sagte anschließend Jamie Leweling bei DAZN und stellte fest, dass die Schwaben „etwas ausspielen wollten“ und das nicht geklappt hat. Was der Plan war, wusste der 24-Jährige nicht. „Ich weiß es nicht. Deniz (Undav, d. Red.) und Angelo haben da was besprochen und es hat nicht geklappt. Wenn es klappt, dann sieht es top aus, heute hat es nicht geklappt und dann sieht es eben so aus.“
„Misslungene Kommunikation“
Deniz Undav wusste da schon mehr. „Es war eine misslungene Kommunikation zwischen Angelo und mir“, gestand der Nationalstürmer und erläuterte seinen Plan. Der sah vor, dass Stiller den Ball „scharf“ in Richtung zweiter Pfosten, aber in den Rückraum zu Undav spielen sollte, damit dieser „direkten schießen kann“. Jeff Chabot und Josha Vagnoman sollten den Weg freiblocken, weil sämtliche Hamburger sich in Richtung Tor begeben hatten. Am Ende ging der Plan schied – und Undav sieht bei sich dafür die Schuld. „Ich habe ihm was erklärt, was er nicht ganz verstanden hat. Deswegen nehme ich das auf meine Kappe.“
Für den blitzsauber ausgespielten Konter gab es auch Anerkennung von Seiten der Schwaben, dennoch blieb das Bedauern, ob der verpassten Punkte. „Am Ende musst du einfach mit einem Punkt nach Hause gehen, das Spiel analysieren, dir den Mund abputzen und auf Mittwoch schauen – das Narrativ funktioniert jetzt aber nicht“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß und gab zu, dass „das Ende in der Form natürlich brutal“ war und er so etwas „noch nicht erlebt“ habe.
Hoeneß ärgert Überzahlspiel
Seiner Mannschaft wollte er für den schlechten Freistoß aber „keinen Vorwurf“ machen, denn: „Wir wollen Spieler, die sich abstimmen und auf dem Platz Entscheidungen treffen. In dem Fall ist es nicht aufgegangen.“ Natürlich sei man im Nachhinein und nach Ansicht der TV-Bilder schlauer. „Wir sehen, dass der Gegner trotz Unterzahl vier Spieler in der Mauer hat. Am Ende sind nur fünf Spieler übrig und wir haben nur einen Spieler am Ball – da kann sich jeder ausrechnen, wo wir möglicherweise eine richtige Überzahl hätten ausspielen können“, so Hoeneß und merkte dabei an, dass es daher wohl klüger gewesen wäre, den Ball reinzuchippen.
Ihm war es aber auch wichtig hervorzuheben, dass das Dinge sind, die man nach Abpfiff und ganz entspannt nach Ansicht der Wiederholungen analysieren können, auf dem Platz, wenn es gerade zur Sache geht, sei das eben nicht immer ganz so einfach. Von daher eben auch „kein Vorwurf“ seinerseits.
Was Hoeneß aber ärgerte, war der Auftritt seiner Elf nach dem Platzverweis gegen Alexander Rössing-Lelesiit in der 81. Minute. „Das ist die Phase, die mich am meisten stört“, sagte der 43-Jährige und stellte fest: „Die haben wir nicht gut ausgespielt. Wir haben zu sehr versucht, es zu erzwingen. Es waren noch 15 Minuten – und da musst du den Gegner über Passspiel nochmal bewegen. Wir hatten aber zu viele Dribblings, zu viele Kontakte und keine guten Entscheidungen. Da musst du mehr Druck aufbauen und mehr Chancen kreieren.“
Der VfB Stuttgart reist mit leeren Händen aus Hamburg wieder ab – und das wegen eines Kommunikationsproblems, wie Deniz Undav zugab. Coach Sebastian Hoeneß wollte seiner Elf deshalb keine Vorwürfe machen, etwas anderes störte ihn dann aber doch sehr.
