Nach eigenen Angaben muss der 1. FSV Mainz 05 im Sommer keinen großen Verkauf tätigen, im Raum steht er dennoch. Vor allem ein Trio kommt dafür in Frage.
Heidel erklärt Strategie
Jonathan Burkardt, Brajan Gruda, Anton Stach und Jeremiah St. Juste. Mainz 05 verkauft regelmäßig Spieler für eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich. Das Quartett um Burkardt brachte seit 2022 insgesamt 75 Millionen Euro in die Kassen des FSV. „In den vergangenen Jahren haben wir jeden Sommer einen großen Transfer getätigt, aber wir mussten es nie. Daran hat sich nichts geändert. Wenn etwas sportlich und wirtschaftlich für uns sinnvoll ist, dann sagen wir nicht Nein“, betont Sportvorstand Christian Heidel.
Bei der Mitgliederversammlung im vergangenen November präsentierte der Verein für 2024/25 den zweithöchsten Umsatz der Vereinsgeschichte (141,7 Millionen Euro), einen Jahresüberschuss von 833.000 Euro sowie eine Eigenkapitalquote von 53,4 Prozent. Ohne den Transferüberschuss wäre das Zahlenwerk anders ausgefallen, und Mainz hätte bei Spielerverpflichtungen entsprechend zurückhaltender agieren müssen.
Sano, Nebel und Amiri haben den höchsten Marktwert
In der laufenden Saison gibt es positive, aber auch negative Effekte. Für die Spielzeit 2025/26 hatte Mainz „mit einem Lizenzspieleretat von 52 Millionen Euro kalkuliert, aktuell liegen wir bei etwa 55 Millionen Euro“, erläutert Heidel. Ausschlaggebend dafür sind auch der Trainerwechsel im Dezember sowie die Verpflichtung von vier Spielern in der Transferperiode II (Phillip Tietz, Stefan Posch, Silas und Sheraldo Becker). Positiv macht sich die Teilnahme an der Conference League bemerkbar. „Inklusive des Achtelfinales haben wir bereits rund 14 Millionen Euro eingenommen. Unter dem Strich rechne ich bislang mit einem Überschuss von rund acht Millionen Euro“, beschreibt der Sportvorstand den Effekt durch den Erfolg auf internationalem Parkett. Allein an UEFA-Prämien gibt es im April und Mai weitere 10,8 Millionen zu verdienen.
Auch wenn Mainz 05 nach eigenen Angaben keinen großen Verkauf im Sommer tätigen muss, würde ein solcher den Handlungsspielraum auf dem Spielermarkt verbessern. Posch, Becker und Armindo Sieb sind nur bis Saisonende ausgeliehen, die Verträge von Stefan Bell, Daniel Batz und Silvan Widmer laufen aus – gegebenenfalls ist Ersatz nötig. Die Spieler mit dem höchsten Marktwert im FSV-Kader sind Kaishu Sano (25), Paul Nebel (23) und Nadiem Amiri (29). Die Verträge von Sano und Amiri laufen bis 2028, das Arbeitspapier von Nebel bis 2027.
Nebel und Frankfurt?
Sano gilt als einer der besten Sechser in der Bundesliga. Der Japaner bringt das Zeug mit, um sich bei einem Großverein durchzusetzen. Nebel und Amiri haben vor nicht allzu langer Zeit ihre Berater gewechselt, was Spekulationen nährt, dass sie sich auch in Bezug auf ihren Arbeitgeber neu orientieren möchten. Im Fall von Nebel wäre es in diesem Sommer die Gelegenheit, das Eigengewächs ein Jahr vor Vertragsende für eine höhere Transferentschädigung zu verkaufen. Der Mittelfeldspieler hat sich nach einem Formtief wieder gefangen. Gelegentlich fällt sein Name auch im Umfeld von Eintracht Frankfurt, allerdings habe es bisher keine Kontaktaufnahme zwischen den Klubs gegeben.
Nach eigenen Angaben muss der 1. FSV Mainz 05 im Sommer keinen großen Verkauf tätigen, im Raum steht er dennoch. Vor allem ein Trio kommt dafür in Frage.
