Eintracht-Coach Dino Toppmöller spielt mit dem Gedanken, im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart zwei Winter-Zugänge als Doppelspitze aufzubieten. Wichtiger als diese Personalie ist jedoch eine andere Frage.
„Heißes Duell“ in Stuttgart
Nur sechs Tage nach seiner Verpflichtung am vergangenen Mittwoch könnte Arnaud Kalimuendo in Stuttgart bereits in der Startelf auftauchen. „Nach seiner Einwechslung gegen Dortmund hatte er einen sehr guten Einstand, er ist definitiv ein Kandidat für die Startelf“, sagt Toppmöller. Der aus Nottingham geliehene Franzose und Younes Ebnoutalib hätten bereits „sehr gut harmoniert“, meint der Coach. Exemplarisch steht Kalimuendos mustergültige Vorlage, die Ebnoutalib zum zwischenzeitlichen 2:2 nutzte.
„Von den Profilen her könnte es gut passen“, meint Toppmöller. Da auch Ansgar Knauff in die Spitze rücken könnte und der zuletzt erkältete Jean-Matteo Bahoya in den Kader zurückkehrt, bestünde „schon die Möglichkeit, dass wir auch beide vor der Leine lassen“, so der Coach. In diesem Fall würde Can Uzun wohl aus der Elf rotieren. Der Youngster hatte gegen den BVB zwar nervenstark vom Elfmeterpunkt getroffen, allerdings nur zwölf Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen.
Das Zentrum als Schlüssel?
Doch gerade im Zentrum ist die Eintracht in Stuttgart auf Zweikampfhärte angewiesen. Auch die Sechser Oscar Höjlund und Hugo Larsson werden sich in dieser Hinsicht steigern müssen. Höjlund gewann in dieser Bundesliga-Saison im Schnitt nur 37 Prozent seiner Duelle, Larsson liegt zumindest bei 50 Prozent. Ihre Stuttgarter Pendants Angelo Stiller (56 Prozent gewonnene Duelle) und Atakan Karazor (57 Prozent) sind in dieser Disziplin signifikant stärker. Die zu erwartende Dominanz im Mittelfeld des VfB zu brechen, wird am Dienstagabend ein wesentlicher Erfolgsschlüssel sein.
„Stuttgart paart eine tolle fußballerische Klasse mit einer sehr guten Körperlichkeit. Wir müssen uns auf ein heißes Duell einstimmen“, ahnt Toppmöller. Er betont: „Es geht immer erst mal um die Basics, die wir gegen Dortmund richtig gut auf den Platz gebracht haben. Dann kommst du automatisch ins Spiel.“
Außerdem fordert der 45-Jährige von seinen Spielern mehr Cleverness. Der späte Ausgleichstreffer gegen Dortmund hat ihn mächtig gewurmt. Besonders ärgerlich: Nnamdi Collins hatte vor dem entscheidenden Dortmunder Angriff bei einem Einwurf in der eigenen Hälfte den Ball ins Aus geworfen – und damit den Ballbesitz verschenkt. Eine skurrile Szene.
„Das geht mir auf den Keks“
„Es gehört zum Prozess, dass wir noch schlauer und erfahrener werden müssen. Bei diesem Einwurf kannst du dir erst mal sehr viel Zeit lassen, bis der Schiedsrichter dich ermahnt. Selbst wenn du dir dann mal in der letzten Minute eine Gelbe Karte einfängst, nimmt du Zeit von der Uhr“, erläutert Toppmöller. Er mahnt: „In solchen Situationen müssen wir als Mannschaft ein bisschen schlauer werden. Und dann geht es mir schon auf den Keks, dass wir das Ding nicht so verteidigen, wie wir es eigentlich verteidigen müssen.“ In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Frankfurt das vielumjubelte 3:2 erzielt – der vermeintliche Lucky Punch. „Klar gibt es im Fußball immer wieder verrückte Dinge, aber das musst du gewinnen“, bekräftigt Toppmöller.
Ein Dreier gegen den BVB hätte etwas Druck vom Kessel genommen. Im Falle einer Niederlage in Stuttgart könnte sich das positive Grundgefühl, mit dem die SGE ins neue Jahr startete, rasch wieder in Luft auflösen. Ein Punkt im Schwabenland und ein Sieg am Freitag in Bremen müssen das Minimalziel in dieser englischen Woche sein. Personell kann Toppmöller neben Bahoya auch wieder auf Ellyes Skhiri zurückgreifen, der nach dem Afrika Cup eine Woche Sonderurlaub genossen hatte. Fares Chaibi, der mit Algerien länger im Turnier war, steht in Bremen wieder zur Verfügung.
Eintracht-Coach Dino Toppmöller spielt mit dem Gedanken, im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart zwei Winter-Zugänge als Doppelspitze aufzubieten. Wichtiger als diese Personalie ist jedoch eine andere Frage.
