Topp und der Stürmer-Knoten: „Ich sehe das locker“ 

Einmal mehr wird ein Treffer von Keke Topp aberkannt, Werder verpasst es gegen Köln, den „Sack zuzumachen“ – und wartet dabei auch weiter auf ein Stürmertor.

Nächstes aberkanntes Werder-Tor

Er hatte getroffen, er hatte gejubelt, doch nachhaltig freuen durfte sich Keke Topp über sein erstes Saisontor letztlich nicht. Wie schon im jüngsten Auswärtsspiel in Leipzig versagte der VAR seinem Treffer zum vermeintlichen 2:0 die Gültigkeit.

Es wäre wohl die Entscheidung zugunsten der Bremer gewesen, die angesichts des Spielverlaufs bis dato auch allein für einen Sieg in diesem Spiel infrage gekommen waren. Und: Dieser Erfolg hätte den vierten in Serie im Weserstadion bedeutet…

Nachdem bereits Romano Schmid in der 49. Minute verpasst hatte, wie Leiter Profifußball Peter Niemeyer bemerkte, „den Sack zuzumachen“, verhinderte in der 54. Minute eine Abseitsstellung von Assistgeber Jens Stage jenen ersten Saisontreffer von Topp. Und dann kassierte Werder in Minute 90+1 eben doch noch den Ausgleich.

Topp: „Es war eine Bestätigung“

„Gerade in der Nachspielzeit tut das weh“, sagte der 21-Jährige und sprach von „zwei verlorenen Punkten“. Topp berichtete zunächst von einem „schönen Gefühl“ – unmittelbar, nachdem er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie gedrückt hatte: „Es war eine Bestätigung für die harte Arbeit.“

Dass der VAR anschließend relativ zeitnah intervenierte, empfand der Angreifer indes einfach nur als ärgerlich: „Es nervt.“ Und doch wolle er weiter investieren, „dass es nächste Woche klappt“. Topp sprach davon, dass es für ihn „immer besser“ laufe, nachdem er bereits zum dritten Mal in Folge in der Werder-Startelf aufgeboten worden war: „Ich merke, dass ich mehr Spielzeit kriege, ich kriege Abläufe rein, ich fühle mich wohler.“

„Keine einfache Zeit“ zu Saisonbeginn

Zu Saisonbeginn war der Stürmer wohlgemerkt weitgehend außen vor gewesen, kam nur sehr dosiert zu Einsätzen. „Das war natürlich keine einfache Zeit“, nachdem es in der Vorbereitung ja eigentlich „sehr gut für mich aussah mit Spielzeit“ – weil Werder bis zum Ende der Transferperiode und der Verpflichtung von Victor Boniface keinen weiteren Stoßstürmer im Kader hatte. „Da hätte ich natürlich vielleicht das ein oder andere Mal auch besser performen können“, bekannte Topp.

Dass er nun eine neue Chance von Horst Steffen erhalten hatte, hängt auch mit besser umgesetzten Vorgaben des Cheftrainers zusammen: „Ich denke, dass ich die Themen, die er angesprochen hat, mit der Zeit besser reinbekommen habe, dass er jetzt zufrieden mit mir ist.“

Was Steffen von Topp forderte

Worum es sich bei diesen Themen handelte? „Da muss man den Trainer fragen“, entgegnete Topp. Der 56-Jährige wiederum erläuterte wenig später im Gespräch: „Es ist das Freimachen fürs Anspiel, dass er nicht nur im Gegner hängt, sondern sich eben auch mal löst und teilnimmt am Spiel“, so Steffen.

Auch bei seinen Abschlüssen sollte er sich eher am Pfosten orientieren und nicht ausschließlich „mit voller Pulle“ sein Glück suchen – überlegter beim Torschuss agieren. Dass Topp gegen den FC nur selten in derlei Aktionen kam, machte wiederum auch deutlich, dass Werder nach dem 12. Spieltag immer noch ein Stürmertor fehlt -Boniface ist ebenfalls noch ohne Erfolgserlebnis …

Topp: „Es wird früher oder später passieren“

Eine Form von mentaler Blockade hat Coach Steffen deshalb jedoch nicht bei seinen beiden Profis festgestellt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass da einer denkt: Ich kriege ja keinen Ball ins Tor.“

Bestätigte übrigens auch Topp selbst: „Am Ende ist es immer so, dass Stürmer an Toren gemessen werden. Es geht nicht komplett an mir vorbei – aber es ist jetzt nicht so, dass ich sage: Die Welt geht unter. Ich sehe das locker, weil ich weiß, wenn ich verkrampfe, dann wird das nichts. Es wird früher oder später passieren.“

 Einmal mehr wird ein Treffer von Keke Topp aberkannt, Werder verpasst es gegen Köln, den „Sack zuzumachen“ – und wartet dabei auch weiter auf ein Stürmertor. 

 

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