Zweites Spiel, zweite Niederlage, wieder ohne eigenen Treffer. Daniel Thioune wartet als Werder-Coach weiter auf das erste Erfolgserlebnis, weiß aber, woran es derzeit mangelt.
Lynens Entschuldigung
14 Torschüsse gaben die Bremer gegen den FC Bayern ab, sogar deren drei mehr als die Münchner. Auf der Anzeigetafel leuchtete aber erneut die Null auf. Das Manko der Bremer ist schnell ausgemacht: Tore schießen. Das sah auch Daniel Thioune nach dem Heim-Debüt am Sky-Mikrofon so: „Die Jungs haben sich gewehrt, sie haben ihr Herz auf dem Platz gelassen, aber nicht ausreichend genug. Weil dann muss man das Herz auch in der Box auf dem Platz lassen, und da waren wir nicht scharf genug.“ Dem 51-Jährigen habe zwar der Auftritt „für den ersten Moment gefallen, aber es war dann am Ende vielleicht ein Stück weit zu wenig, um ein Tor zu erzielen“.
Dabei gab es vor allem in der zweiten Hälfte zwei richtig gute Chancen, doch Marco Grüll traf kurz nach Wiederbeginn nur den Pfosten und Romano Schmid scheiterte an Jonas Urbig. Hinzu kam, dass die Bremer sich im ersten Durchgang binnen weniger Minuten entscheidende Fehler geleistet hatten. Erst verursachte Senne Lynen gegen Lennart Karl einen Foulelfmeter, dann schoss der Belgier bei einem Befreiungsschlag Leon Goretzka an, woraus Harry Kanes zweiter Treffer des Tages resultierte.
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Lynen entschuldigt sich
Das Foul könne passieren, nahm Marco Friedl Lynen beim ersten Gegentor in Schutz, „das zweite darf uns so nicht passieren“, monierte der Kapitän und schob nach, dass dies Lynen auch selbst wisse. „Das tut mir leid, weil das haben wir gar nicht gebraucht heute“, entschuldigte sich der Unglücksrabe, der so entscheidend bei den Gegentreffern in Minute 22 und 25 beteiligt war.
Generell war aber auch für Friedl gerade das Spiel im letzten Drittel das Thema nach dem 0:3, denn: „Wir hatten auch heute überraschend viele Chancen, wenn ich an die zweite Halbzeit denke.“ Zwar habe dort eben auch das „Quäntchen Glück gefehlt“, dennoch forderte der Österreicher: „Wir müssen galliger sein auf das Tor, aggressiver vorne die Zweikämpfe gewinnen und dann im letzten Drittel sauberer sein.“ Das habe man „seit Wochen“ als Thema.
„Es geht für uns jetzt richtig los“, richtete Friedl den Blick schließlich nach vorne, wenn Werder der Reihe nach gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf ran muss. „Wir haben wichtige Spiele vor der Brust und da müssen wir mit der Einstellung rein, die wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben.“ Dort werde man sehen, „ob wir eine Mannschaft sind, wovon ich sehr stark ausgehe“.
Besseres Gefühl für die kommenden Wochen
Auch sein Trainer konnte dem Spiel letztlich noch etwas Positives abgewinnen: „Heute haben wir dafür gearbeitet, um in die nächsten Wochen mit einem etwas besseren Gefühl reinzugehen. Was uns fehlt, ist einfach das Tor.“ Gerade, wenn das Momentum wieder auf die Seite der Bremer fällt, „sollten wir auch gegen die Konkurrenz wieder ins Punkten kommen“.
Optimalerweise schon am nächsten Spieltag beim Auswärtsspiel beim Tabellen-17. St. Pauli, der nur zwei Punkte weniger als Werder auf dem Konto hat. Denn bei einer weiteren Niederlage droht der Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz.
Zweites Spiel, zweite Niederlage, wieder ohne eigenen Treffer. Daniel Thioune wartet als Werder-Coach weiter auf das erste Erfolgserlebnis, weiß aber, woran es derzeit mangelt.
