Sportdirektor Pirmin Schwegler dreht beim VfL Wolfsburg an diversen Stellschrauben. Eine neue Sportpsychologin hat bereits ihre Arbeit aufgenommen.
Wird Wind noch mal zum Faktor?
Es war Dampf drin auf dem Rasen des VfL Wolfsburg am Dienstagvormittag, mit Jonas Wind nahm ein lange fehlender Angreifer sogar wieder an Teilen des Mannschaftstrainings teil. Kann der Däne nach seiner schweren Oberschenkelverletzung im Schlussspurt dieser Saison noch mal zum Faktor werden? Abwarten. Das gilt ebenso für dessen Landsmann Joakim Maehle, der nach seinen Schulter-Operationen parallel zum Team schon wieder Ballübungen machen kann. Klar ist: Beim VfL ist im Abstiegskampf jede Hilfe willkommen.
Entsprechend dreht Sportdirektor Pirmin Schwegler, erst seit Dezember als Nachfolger von Sebastian Schindzielorz im Amt, an diversen Stellschrauben, um den GAU in Form des Absturzes in die Zweitklassigkeit zu verhindern. Ein Gedanke ist es, dass der Schweizer mit der Erfahrung von 262 Bundesliga- und 14 Länderspielen künftig an Spieltagen auf der Wolfsburger Bank Platz nimmt (der kicker berichtete). Bislang saß der Manager immer auf der Tribüne an der Seite von Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. Entschieden ist es noch nicht, gut möglich aber, dass Schwegler schon am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Spiel beim VfB Stuttgart auch sichtbar näher an Trainer und Team heranrückt.
Heisler hat Arbeit aufgenommen
Dicht dran ist nun auch ein bekanntes Gesicht beim VfL. Die Sportpsychologin Sinikka Heisler hat ihre Arbeit schon aufgenommen. An zwei Tagen unter der Woche und an Spieltagen steht die 32-Jährige, die auch für den DFB arbeitet, mit Rat und Tat zur Seite. Zu beobachten auch am Dienstag auf dem Trainingsplatz, als Heisler im Gespräch mit Schwegler sowie Trainer Daniel Bauer zu sehen war. Die Psychologin ist für den Coach und den Klub keine Unbekannte, arbeitete sie vor einigen Jahren doch bereits in gleicher Funktion in der VfL-Akademie.
Dass Heisler jetzt beim VfL eingestiegen ist, hat nur bedingt etwas mit der brenzligen Lage in der Bundesliga zu tun. „Das war schon länger angedacht“, erklärt Sportchef Schwegler, „auf dem Level, auf dem wir uns bewegen, gehört es unserer Meinung nach einfach dazu.“ Diese Feinjustierung könnte im Abstiegskampf wichtig werden. Wenngleich Schwegler betont: „Die aktuelle Situation hat nicht zwingend den Ausschlag gegeben, weil wir es ohnehin geplant hatten. Wir wollen Angebote schaffen für die Jungs, für den Staff, für alle.“
Marlovits unterstützte nach dem Malanda-Tod und im Abstiegskampf
Erfahrungen mit der Sportpsychologie hat der VfL – in der Akademie seit Jahren eine Selbstverständlichkeit – auch schon in der Vergangenheit gemacht, unter anderem mit Andreas Marlovits. 2015 war der heute 60-Jährige nach dem Unfalltod von Junior Malanda nah dran an der Mannschaft, 2017 kehrte der Österreicher für einen Monat inmitten des Abstiegskampfes zurück. Seinerzeit rettete sich Wolfsburg in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig. Der Klassenerhalt ist auch jetzt das große Ziel – dabei will der VfL nichts mehr dem Zufall überlassen.
Sportdirektor Pirmin Schwegler dreht beim VfL Wolfsburg an diversen Stellschrauben. Eine neue Sportpsychologin hat bereits ihre Arbeit aufgenommen.
