Schmidt: „Was soll ich sagen? Ein Prozent, 0,1 Prozent“ 

Drei Spiele in Folge hatte Heidenheim nicht verloren, nun setzte es in Freiburg aber einen herben Dämpfer für das Schlusslicht. Der Glaube an den Klassenerhalt schwindet, der Kampfgeist aber nicht.

Heidenheims Abstieg wird immer wahrscheinlicher

„Das Spiel gibt es gar nicht her, dass wir mit null Punkten dastehen“, sagte ein ernüchterter Niklas Dorsch nach dem 1:2 in Freiburg am DAZN-Mikro und gab zu, dass es nicht nur ihm sehr schwerfalle, die Niederlage „zu akzeptieren. Weil wir wissen, was das für unsere Situation im Abstiegskampf bedeutet.“

Dorsch ärgerte sich über den Spielverlauf, da der FCH vor allem nach dem Seitenwechsel überzeugt hatte. „In der zweiten Halbzeit hat Freiburg bis zum Gegentor nicht einmal aufs Tor geschossen“, merkte der Mittelfeldmann an: „Wir hatten das Spiel im Griff, machen verdient den Ausgleich, sind dran, halten das Spiel komplett offen – und dann bricht es mit dem Gegentor ein. Es tut sehr weh, weil wir natürlich alle die Tabelle lesen können.“

Sieben Punkte Rückstand sind es jetzt auf St. Pauli – und das bei noch vier ausstehenden Spielen. Heidenheim hat kommenden Samstag das Duell mit den Kiezkickern vor der Brust, ehe es zum frisch gebackenen Meister Bayern München geht, dann nach Köln und zum Saisonabschluss das Heimspiel gegen Mainz ansteht. Die Ausgangslage ist nicht gerade prickelnd für die Heidenheimer, weiß auch Dorsch.

Er betont aber: „Sich aufzugeben und Harakiri zu machen, das sind nicht wir, das ist nicht der FC Heidenheim. Solange es möglich ist, sind wir es den Fans auch schuldig, alles reinzuhauen und auch auszustrahlen, dass wir daran glauben. Wir haben gegen Pauli vielleicht schon das Endspiel, wo es um alles geht. Da kann ich versprechen, dass wir uns bis zur letzten Sekunde aufopfern werden.“

Fehlendes Spielglück und fehlende Effektivität

Trainer Frank Schmidt verwies derweil darauf, dass man wie schon so oft in dieser Saison fehlendes Spielglück hatte, und gab zu, dass am Ende die Effektivität den Unterschied ausgemacht habe. „Diese Effektivität in den Sechzehnern ist mit der Grund, warum wir die Spiele eher verlieren als gewinnen“, so der Trainer. Patrick Mainka stimmte mit ein. „Effizienz ist elementar für die Bundesliga und das haben wir dieses Jahr über weite Strecken nicht geschafft“, gab der Kapitän zu und stellte fest: „So kommen dann solche Spiele heraus, auch das ist dann bezeichnend.“

Schmidt bedauerte dennoch, dass es in Freiburg nicht zu mehr gereicht hat, zumal mehr drin gewesen wäre: „Freiburg ist gefühlt die Luft ausgegangen und wir haben es verpasst, das Spiel komplett zu drehen. Dann verlieren wir leider im Konter den Ball und gehen mit null Punkten nach Hause – das ist schon bitter.“

Auf das nächste Spiel gegen St. Pauli und die Chancen auf den Klassenerhalt wollte der 52-Jährige nicht wirklich eingehen. „Ich habe keine Lust, jede Woche eine Wasserstandsmeldung zu geben. Was soll ich sagen? Ein Prozent, 0,1 Prozent – es war klar, dass wir das Spiel heute gewinnen mussten, um gegen St. Pauli ein richtiges Endspiel zu bekommen“, sagte er und stellte klar: „Der Abstand ist groß, da sollte man nicht rechnen.“

 Drei Spiele in Folge hatte Heidenheim nicht verloren, nun setzte es in Freiburg aber einen herben Dämpfer für das Schlusslicht. Der Glaube an den Klassenerhalt schwindet, der Kampfgeist aber nicht. 

 

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