Das hatten sich die Augsburger anders vorgestellt, doch nun gingen sie beim 0:4 in Gladbach gehörig baden. Trainer Manuel Baum gab zu, dass er so einen Auftritt gar nicht kommen gesehen hatte, während Keven Schlotterbeck harsche Kritik an seinen Mitspielern übte.
FCA: Schwache Offensive und fehlender Kampfgeist?
„Unsere Leistung war überhaupt nicht gut“, konstatierte Baum nach der 0:4-Klatsche in Gladbach und beklagte das Fehlen der berühmten Basics. „Wir waren nicht kompakt, haben nicht durchgeschoben, sind nicht in die Zweikämpfe rein“, stellte der 46-Jährige fest und führte die Niederlage im Prinzip auf zwei Dinge zurück. Einerseits sei es „am Ende des Tages im Verteidigen zu wenig“ gewesen, andererseits „hat uns die Zielstrebigkeit brutal gefehlt. Wir sind nicht hinter die Kette gekommen, haben das Tempo verschleppt.“
Keven Schlotterbeck war auch sichtlich bedient und beklagte mannschaftliche Geschlossenheit sowie fehlenden Kampfgeist. „Es wäre was drin gewesen, wenn wir als Mannschaft auf dem Platz gestanden wären und elf Männer beisammen gehabt hätten, die hochintensiv angelaufen wären“, sagte der Innenverteidiger, „aber das war nicht der Fall. Es hat viel gefehlt, um heute hier was holen zu können.“
Wie Baum verwies Schlotterbeck auf fehlende Basics. „Wir haben die Grundprinzipien verlassen, die wir unter der Woche besprochen hatten“, stellte der Kapitän fest und ging dabei vor allem mit der Offensive hart ins Gericht. So hätten die Augsburger zu wenig die Tiefe gesucht und sich zu wenig angeboten. Das machte den Gladbachern das Leben leicht, wie Schlotterbeck erklärte: „Wenn man nur in den Fuß kommt, dann ist es für einen Verteidiger einfach zu verteidigen, weil du die Tiefe nicht verteidigen musst.“
Der 28-Jährige verwies auch auf die simple Wahrheit, dass man den „Ball in die Box bringen muss, um Tore zu schießen“. Das sei zu selten geschehen, wenngleich es in der zweiten Halbzeit phasenweise besser war. „Wir haben vier Gegentore bekommen, aber wir hätten auch vier schießen können“, meinte Schlotterbeck einem xGoals-Wert von 1,88 zum Trotz.
Baum betont die Bedeutung von Teamgeist
Schlotterbeck zufolge drückt also beim FCA ganz besonders vorne der Schuh. In diesem Kontext verriet er offenbar auch, dass es auch im Training mit dem Toreschießen nicht so recht klappen mag. „Wenn man unter der Woche das Tor nicht trifft, wie soll man am Wochenende dann treffen?“, fragte er rhetorisch und nahm die Stürmer dabei in die Pflicht: „Es ist ganz klar: Das Ziel im Training ist es, Tore zu machen. Das erwarte ich von unseren Stürmern, genauso wie sie von mir erwarten, dass ich das Tor verteidige.“
Baum war indes bemüht, die Wogen zu glätten und betonte, dass man als Mannschaft gemeinschaftlich verteidige und angreife. „Die Stürmer fangen an, was das Verteidigen angeht, und die Verteidiger fangen an, die Stürmer im richtigen Moment einzusetzen“, erklärte der Coach und betonte: „Am allerwichtigsten ist, dass wir als Team auf die Themen schauen und uns nicht gegenseitig die Schuld zuschieben. Wir müssen uns alle in die Verantwortung nehmen.“
„Phasenweise reicht in der Bundesliga nicht aus.“ (Keven Schlotterbeck)
Schlotterbeck störte aber noch etwas – und zwar, dass sich die bayerischen Schwaben nach dem 0:4 ihrem Schicksal ergaben. „Nach dem 4:0 war das Spiel vorbei. Es ist auch normal, dass die Köpfe runtergehen. Aber du musst weiterarbeiten. Bis der Schiedsrichter abpfeift, ist alles möglich“, so Schlotterbeck: „Es ist wichtig, dass du 90 Minuten lang elf Mann auf dem Platz hast, die das Spiel gewinnen wollen. Phasenweise reicht in der Bundesliga nicht aus. Wenn du irgendwann aufgibst, dann kannst du auch kein Fußballspiel gewinnen. Jeder sollte sich da mal hinterfragen.“
Baum wunderte sich zudem noch darüber, dass jene Basics, die eigentlich jeder im Fußball kennt, „in manchen Spielen vergessen“ werden – das sei „das Verrückte“. Dabei sei es „immer das gleiche Spiel. Fußball ist nicht so schwer, aber wir müssen gemeinsam alle im selben Moment das Gleiche denken“, erläuterte der Coach und sagte mit Blick auf das anstehende Heimspiel gegen Union Berlin am Donnerstag (20.30 Uhr): „Kompakt stehen, eng zusammen sein, im richtigen Moment umschalten. Wir müssen wach bleiben und nicht passiv werden.“
Das hatten sich die Augsburger anders vorgestellt, doch nun gingen sie beim 0:4 in Gladbach gehörig baden. Trainer Manuel Baum gab zu, dass er so einen Auftritt gar nicht kommen gesehen hatte, während Keven Schlotterbeck harsche Kritik an seinen Mitspielern übte.
