Schlotterbecks Anleitung für einen Elfmeterpfiff 

Nach dem 1:0-Sieg gegen Heidenheim lautete eine Frage an Keven Schlotterbeck, ob er beim Elfmeter Angst vor einem VAR-Eingriff gehabt habe. Die Antwort geriet zu einer Anleitung, was ein Spieler für einen Strafstoß tun müsse.

„Du musst clever sein“

Der Elfmeter für den FC Augsburg hatte eine Vorgeschichte: An den beiden vergangenen Spieltagen, dem 2:1 gegen St. Pauli und dem 0:2 gegen Mainz, musste der FCA jeweils einen unberechtigten Strafstoß hinnehmen, der VAR griff jeweils nicht korrigierend ein. Sollte der Augsburger Elfer-Ärger nun gegen Heidenheim weitergehen? Nein. Dafür war das Foul von Benedikt Gimber an Keven Schlotterbeck zu klar, zudem leitete Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie souverän.

Alexis Claude-Maurice schnappte sich den Ball, verwandelte sicher und die Augsburger durften sich trotz einer dürftigen Leistung über drei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf freuen. Vorgesehen als Schütze war eigentlich der gefoulte Schlotterbeck, doch der überließ dem Franzosen den Ball, der betonte, sich sehr sicher zu fühlen. Was er dann auch bewies.

Nach der Partie war das Foul im Strafraum Thema des Tages. „Für mich war das ganz klar: Erst zieht er mich, dann ringt er mich um“, schilderte Schlotterbeck die Szene, ehe er Bemerkenswertes von sich gab. „Ich habe zu Zesi in der ersten Halbzeit schon gesagt, als er an der Wade getroffen wurde: Geh bitte runter, das ist ein Elfmeter, die sind heutzutage wichtig. Ein Kontakt reicht mittlerweile, um Elfmeter zu bekommen, egal ob der Schiri pfeift oder nicht.“

„Standards sind elementar wichtig“

Kein Aufruf zum Schinden von Strafstößen, sondern der Blick für die Realität, wie in der Bundesliga gepfiffen wird. „Es wird immer kontrolliert, du musst auf gut deutsch clever sein“, erklärte Schlotterbeck. Ob das dem Sinn des Spiels entspricht, sei dahingestellt, die Schuld liegt aber weniger bei den Profis als vielmehr bei der Linie der Schiedsrichter, wie Elfmeter gegeben werden.

„Es gehört dazu, Standards entscheiden Spiele, sie sind heutzutage im Fußball elementar“, fuhr Schlotterbeck in seiner Erklärung fort. „Ein Standard hat auch heute das Spiel entschieden.“ Vorwerfen kann man ihm diese Denke nicht, vielmehr sollte das Schiedsrichterwesen darüber nachdenken, die Schwelle für einen Strafstoß nicht so niedrig anzusetzen und vor allem nach der Dynamik einer Szene entscheiden, weniger nach Zeitlupen und Standbildern.

Dem FC Augsburg konnte es am Sonntag nach zwei Wochen Frust egal sein, auch Trainer Manuel Baum gab zu: „Heute zählt nicht das Wie, sondern nur die drei Punkte.“ Seit sieben Heimspielen ist sein Team mittlerweile ungeschlagen und hat sich zumindest vorerst etwas von der Abstiegszone abgesetzt.

 Nach dem 1:0-Sieg gegen Heidenheim lautete eine Frage an Keven Schlotterbeck, ob er beim Elfmeter Angst vor einem VAR-Eingriff gehabt habe. Die Antwort geriet zu einer Anleitung, was ein Spieler für einen Strafstoß tun müsse. 

 

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