Der FC Augsburg eilt derzeit von Sieg zu Sieg – und kann sich seinen Lauf selbst nicht so richtig erklären. Letztlich ist das auch nicht so wichtig. Hauptsache, die Punkte stimmen.
Banks vor wichtiger Entscheidung
Nur zwei Punkte betrug Augsburgs Vorsprung auf die Abstiegszone, im neuen Jahr setzte der FCA aber zu einem ungeahnten Höhenflug an und steht mit 31 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Tabelle inzwischen gut da. „Es will gerade laufen, wir stehen gut da, verteidigen sehr gut und setzen vorne immer wieder Nadelstiche“, sagte Keven Schlotterbeck nach dem 2:0-Sieg über den 1. FC Köln bei Sky und verriet, dass man sich vor der „Winterpause hinterfragt“ und gefragt habe: „Was können wir besser machen?“
Ganz offensichtlich wurden die richtigen Schalter gedrückt, denn Augsburg verlor nur eines seiner letzten acht Spiele, holte in diesem Zeitraum satte 17 Punkte – das sind Sphären, in denen sich ansonsten nur noch Borussia Dortmund, Bayern München und die TSG Hoffenheim bewegen. „Wir machen es gerade einfach gut, da muss man die Mannschaft auch loben“, stellte Schlotterbeck dann auch klar und betonte, dass die eingeheimsten „Punkte sehr wichtig waren. Jetzt haben wir sehr viele Punkte geholt und deswegen ein kleines Polster. Das würde jeder nehmen, der unten drinsteckt.“
Sonderlob für Banks
Trainer Manuel Baum freut sich auch über die tolle Bilanz und meinte, dass das dann auch „irgendwann mal kein Zufall mehr ist“. Letztlich ist konsequentes Arbeiten der Schlüssel zum Erfolg – und ein Hauch Motivation darf auch nicht fehlen. So animierte Baum seine Schützlinge vor dem Köln-Spiel mit dem Bild eines Grizzlybären, wollte ihnen auf diese Weise einbläuen, stets hungrig zu bleiben. „Es hat funktioniert und es hat uns motiviert“, gestand dann auch Noahkai Banks, der mit seinem starken Lauf das 1:0 von Rodrigo Ribeiro in Minute 55 vorbereitete und so den Grundstein des späteren Erfolgs legte.
Banks‘ Tiefenlauf gehörte dabei zum Matchplan, wie auch Schlotterbeck erklärte. „Wir haben das unter der Woche besprochen, dass die äußeren Innenverteidiger durchlaufen sollen“, sagte der Kapitän und lobte dann den 19-Jährigen: „Er macht ein super Solo und spielt den Ball perfekt rein. Der Stürmer steht auch richtig, trifft mit der Hacke und jeder war glücklich.“
Banks‘ Lob für Ex-Coach Wagner
Der Gelobte freute sich, zumal „Schlotti ein bisschen kritisch ist. Wenn er einen lobt, dann ist es was Gutes“, so Banks, der auch keine einfache Antwort auf die Frage nach dem starken Lauf der bayerischen Schwaben liefern kann. „Ich kann es nicht erklären, warum es jetzt einfach läuft“, sagte der Abwehrspieler und betonte, dass auch Ex-Trainer Sandro Wagner seinen Teil dazu beigetragen hat.
„Den Grundstein hat auf jeden Fall er geschaffen“, meinte Banks: „Für mich war Sandro ein brutal guter Trainer, vor allem für mich und Mert (Kömür, Anm. der Redaktion). Uns jungen Spielern hat er unfassbar geholfen, dem Team hat er unfassbar geholfen. Es gab keinen im Team, der ihn nicht gemocht hat.“
Deutschland oder USA? Banks zwiegespalten
Für Banks war es übrigens die erste Vorlage in der laufenden Saison – und ein weiteres Zeichen seiner steten Entwicklung. Aktuell läuft der 19-Jährige für die Junioren-Nationalmannschaft der USA auf, er könnte aber auch für Deutschland spielen. „Ich habe mit beiden Nationalmannschaften ein bisschen Kontakt und bin gerade am Entscheiden“, antwortete er, als er auf das Thema angesprochen wurde.
Eine Sache sei für ihn aber klar, er wolle seine Entscheidung nicht von einem einzigen Turnier abhängig machen, so besteht bei ihm durchaus die Chance, dass ihn Mauricio Pochettino zur kommenden WM in Nordamerika für die USA beruft. „Auch wenn eine WM ein Traum ist, ich will es nicht von einer WM abhängig machen. Ich bin 19 Jahre alt und ich will nicht überhastet entscheiden. Ich fühle mich zu beiden Nationen hingezogen. Da ist mein Stiefdad – mit dem bin ich in Deutschland groß geworden. Mein richtiger Dad wohnt aber in Amerika, deswegen bin ich zwiegespalten. Ich muss mit der Familie entscheiden, was die beste Entscheidung ist.“
Der FC Augsburg eilt derzeit von Sieg zu Sieg – und kann sich seinen Lauf selbst nicht so richtig erklären. Letztlich ist das auch nicht so wichtig. Hauptsache, die Punkte stimmen.
