Schick: „Haben die Chance, alles zu drehen, aber wir müssen auch alles verbessern“ 

Für Patrik Schick läuft es im Moment rund. Sowohl im Klub als auch in Tschechiens Nationalelf. Der Torjäger trifft und möchte nach der WM nun auch mit Bayer das größte Saisonziel erreichen, wovon sein Urteil über die Spielzeit massiv abhängt.

Bayer-Torjäger über Rennen um CL-Plätze

Patrik Schick hat schon deutlich schlechtere Zeiten erlebt. Doch im Moment durchläuft der Leverkusener Mittelstürmer eine für ihn überaus erfreuliche Phase. „Ich habe eine großartige Woche hinter mir“, sagte der 30-Jährige am Dienstag nach dem Training neben der BayArena mit einem zufriedenen Lächeln.

Kein Wunder. Hat der Angreifer mit der Nationalelf in den Play-off-Spielen gegen Irland und Dänemark, die Tschechien jeweils im Elfmeterschießen für sich entschied, doch erstmals in seiner Karriere das WM-Ticket gelöst. „Wir haben uns nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder für die Weltmeisterschaft qualifiziert. In Tschechien ist das natürlich eine große Sache“, sagt der Torjäger, der somit im Sommer das nächste Highlight in seiner Laufbahn erleben wird.

Inklusive des Leverkusener 6:3-Sieges gegen Wolfsburg am Ostersamstag hat Schick in diesen jüngsten drei Partien dreimal vom Elfmeterpunkt getroffen. Das 3:3 gegen Wolfsburg stellte für den Linksfüßer einen ganz besonderen Treffer dar, hat er doch nun gegen alle 25 Bundesligisten, gegen die er auf dem Feld stand, auch getroffen.

Der erste Tscheche mit 100 Toren in den Top-5-Ligen

Einen Grund dafür, dass ihm gegen den VfL in all den Jahren zuvor kein Torerfolg gelang, kann Schick nicht nennen: „Ich weiß auch nicht, warum, aber gegen Wolfsburg hat es sehr lange nicht funktioniert.“ Um die Sammlung auch nach Saisonende komplett zu haben, steht Schick am letzten Spieltag noch mal unter Zugzwang. „Jetzt fehlt noch Hamburg, gegen die ich bislang noch nicht gespielt habe“, weiß Schick, der im Hinrundenspiel beim HSV (1:0) wegen muskulärer Probleme passen musste und somit noch nie gegen den HSV antrat.

Der Treffer gegen Wolfsburg war übrigens sein 100. in Europas Top-5-Ligen. Eine Marke, die er als erster Tscheche knackte. „Das ist eine schöne Quote . Als ich jung war, hätte ich nie geglaubt, dass ich es im Fußball so weit schaffen würde – 16 Tore in der Serie A (für Sampdoria Genua und die AS Rom, Anm. d. Red.) und jetzt 84 in der Bundesliga (davon zehn für RB Leipzig, Anm. d. Red.). Ohne Verletzungen hätte ich das auch früher schaffen können.“ Dass er diese Marke trotz langer Ausfallzeiten erreicht hat, spricht zusätzlich für seine Qualitäten als Torjäger.

Schick setzt auf die direkten Duelle mit den CL-Konkurrenten

Die mithelfen sollen, dass Bayer doch noch einen Platz für die kommende Champions-League-Saison ergattert. „Natürlich tut es immer noch weh, wenn man sieht, wo wir unsere Punkte verloren haben“, sagt Schick nicht nur mit dem Blick auf das 3:3 beim 1. FC Heidenheim, bei dem er einen Doppelpack schnürte, Bayer aber dennoch trotz 2:0- und 3:2-Führung nur unentschieden spielte, „wir haben das Glück, dass wir außer gegen Hoffenheim noch gegen alle Konkurrenten im Kampf um die Champions League spielen.“

Trotz solcher wiederholten Enttäuschungen lebt bei vier Zählern Rückstand auf Rang 3 und 4 noch die Hoffnung auf ein Happy End. Doch dafür wird Bayer nicht nur seine ernüchternde Bilanz gegen die Top 5 der Tabelle (ein Sieg bei sechs Niederlagen) aufbessern müssen. „Wir haben die Chance, alles noch umzudrehen und auch kommende Saison wieder in der Champions League dabei zu sein. Das ist die gute Sache“, erklärt er, betont allerdings auch: “ Aber natürlich müssen wir uns in allen Bereichen verbessern.“

„Es geht nicht nur mit 90 Prozent. Wenn du nicht dass Maximum gibst, hast du keine Chance.“ (Patrik Schick)

Neben den sich zuletzt häufenden Gegentreffern („Wir kriegen zu viele Tore, das müssen wir auf jeden Fall verbessern“) nerven Schick die extremen Schwankungen auch während der 90 Minuten. „Vor der Länderspielpause gegen Heidenheim war die erste Hälfte perfekt, wir haben sehr gut gespielt, hatten alles unter Kontrolle und dann sind wir in der zweiten Hälfte kollabiert. Jetzt war gegen Wolfsburg die erste Hälfte schlecht, in der wir noch mehr Tore hätten kriegen können, nicht nur drei.“

Die Erkenntnis, die noch nicht zu einer Lösung des Problems geführt hat, ist klar: „Wir sehen, es geht nicht, nur mit 90 Prozent spielen. Wenn du nicht das Maximum gibst, dann hast du keine Chance.“ Also stellt der Hüne eine klare Forderung an sich und seine Kollegen.

„Wir müssen diesen Hunger zeigen, dass wir es mehr wollen als die anderen. Wir Spieler und die Fans wollen in der nächsten Saison in der Champions League dabei sein“, sagt Schick, der vom Gelingen dieses Vorhabens das Urteil über die komplette Spielzeit von Bayer 04 abhängig macht. „Das wird uns am Ende zeigen, wie diese Saison war“, erklärt der Stürmer eindeutig, „gut oder schlecht.“

 Für Patrik Schick läuft es im Moment rund. Sowohl im Klub als auch in Tschechiens Nationalelf. Der Torjäger trifft und möchte nach der WM nun auch mit Bayer das größte Saisonziel erreichen, wovon sein Urteil über die Spielzeit massiv abhängt. 

 

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