Bayer 04 muss wohl auch beim Spiel in Freiburg auf Torjäger Patrik Schick verzichten. So bietet sich Talent Christian Kofane nach seinem Siegtreffer beim HSV die nächste Chance, an der Sturm-Hierarchie zu kratzen.
Kameruner nach Tief mit deutlichem Aufwärtstrend
Endgültig ausschließen wollte es Kasper Hjulmand nicht, dass Patrik Schick die Reise nach Freiburg mit antritt. Doch wirklich zuversichtlich klang der Leverkusener Trainer nicht. „Es sieht schwierig aus, aber nicht unmöglich“, sagte der Däne vor dem Abschlusstraining am Freitag. Schick hatte bereits am Mittwoch im Nachholspiel beim HSV (1:0) wegen muskulärer Probleme gefehlt.
2026 stand Kofane nur vier Mal in der Startelf
Angesichts der Verletzungsanfälligkeit des Mittelstürmers und noch fünf Partien in den nächsten 14 Tagen dürfte Hjulmand in Freiburg kein Risiko eingehen. So dürfte an Stelle des tschechischen Torjägers wie schon in Hamburg Sturm-Talent Christian Kofane in der Startelf stehen. Womit sich dem 19-Jährigen, einem der Shootingstars bei Bayer in dieser Saison, die nächste Chance bietet, die zuletzt klare Hierarchie im Angriffszentrum der Werkself anzugreifen.
Zuletzt nämlich hatte Hjulmand, der bis zum HSV-Spiel extrem auf den Faktor Erfahrung setzte, vorwiegend auf den 30-jährigen Schick in der Anfangsformation gebaut. Da zudem Kofane nach seiner Teilnahme am Afrika-Cup eine nur allzu verständliche Formdelle erlitt, musste der im Sommer für nur 5,25 Millionen Euro von Albacete aus der 2. Liga Spaniens gewechselte Kameruner mit der Joker-Rolle vorlieb nehmen. Während Kofane bis Weihnachten in zehn der insgesamt 24 Pflichtspiele in der Startelf stand, war dies im Jahr 2026 in 14 Partien nur vier Mal der Fall.
In Hamburg beendete Kofane eine 13-wöchige Durststrecke
Doch jetzt hat er seine Chance durch Schicks Ausfall genutzt. Nachdem er zuvor am Samstag gegen Mainz den Treffer zum 1:1-Endstand als Einwechselspieler vorbereitet hatte, ließ Kofane in Hamburg nicht nur sein Tor des Tages folgen, sondern überzeugte auch mit seinem einsatzintensiven Spiel mit vielen guten Läufen in die Halbräume.
„Kofi hat es sehr gut gemacht“, lobt Geschäftsführer Simon Rolfes den Afrikaner, der für die in Hamburg angesichts von einigen Ausfällen neu gezeigte Mentalität steht. „Im Herbst hatten wir eine ähnliche Phase, als wir mit 14 Profis nach Manchester geflogen sind und 2:0 bei City gewonnen haben, sagt der Geschäftsführer, „mit dieser Energie und diesem Geist müssen wir weitermachen.“
Im Spiel ohne Ball hat Kofane offensiv wie defensiv Vorteile gegenüber Schick
Weitermachen muss auch Kofane, der seinen ersten Bundesliga-Treffer seit dem 29. November 2025 erzielte, als er beim 1:2 gegen Dortmund zum Endstand traf. „Kofi hatte nach dem Afrika-Cup ein paar Probleme, aber das ist ganz natürlich. Er ist 19, kam vor gut einem Jahr nach Europa, im Sommer in die Bundesliga und hat dann sein erstes großes Turnier gespielt“, erklärte Hjulmand am Freitag und hob Kofanes Qualitäten hervor: „Es war eine große Leistung am Mittwoch. Nicht nur wegen seines Tores, sondern wegen seiner Mentalität, seines Fleißes und seines Pressings.“
- Hjulmands Sprung über den eigenen Schatten (k+)
Doch bei allen Vorteilen, die der physisch bereits extrem robuste Teenager besitzt, wenn es um das intensive Spiel gegen den Ball und das Laufspiel ohne Ball geht, mit dem er Anspielmöglichkeiten oder Räume für seine Mitspieler schafft, zählt auf dieser Position am Ende in großem Maße die Ausbeute.
In Sachen Effizienz muss Kofane gegenüber Schick noch aufholen
In Sachen Chancenverwertung muss Kofane noch deutlich auf Schick aufholen. Der Kameruner steht bei insgesamt sechs, Schick, der alleine in der Liga sieben Mal traf, bei 13 Saisontoren. Wobei der Tscheche (31) dafür weniger Einsätze benötigte als Kofane (34). Momente wie in Hamburg, als Letzter fulminant per Direktabnahme einnetzte, helfen Kofane weiter. Und können ein entscheidender Faktor werden bei seinem Bestreben, künftig wieder wie vor Weihnachten im Wechselspiel mit Schick in der Startelf zu stehen und nicht nur vorwiegend als Einwechselspieler agieren zu dürfen.
Bayer 04 muss wohl auch beim Spiel in Freiburg auf Torjäger Patrik Schick verzichten. So bietet sich Talent Christian Kofane nach seinem Siegtreffer beim HSV die nächste Chance, an der Sturm-Hierarchie zu kratzen.
