Nur einen Treffer erzielte Said El Mala vor Kölns Duell mit Hoffenheim in diesem Jahr, in den acht Spielen seit Neujahr saß er sogar viermal auf der Bank. Doch beim 2:2 zeigte der 19-Jährige erneut, dass er für den FC nicht zu ersetzen ist.
Botschaft an die Kritiker
Erst legte er den Zeigefinger auf die Lippen, dann nahm er beide Hände an den Kopf und drückte die Ohren nach vorne: Said El Mala sendete nach seinem Treffer zum 2:2-Endstand gegen die TSG Hoffenheim ein unmissverständliches Signal. Während zehntausende Kölner lautstark tobten, weil er den Ball durch die Beine von Nationalkeeper Oliver Baumann hindurch ins Tor geschoben hatte, ließ der 19-Jährige seine Kritiker verstummen.
„Er war überglücklich, dass es mal wieder geklappt hat“, berichtete Verteidiger Joel Schmied über El Malas Gefühlslage nach dem Treffer. „Auf diesem jungen Kerl ist eine Menge Druck drauf“, sagte der Schweizer verständnisvoll und gratulierte: „Das ganze Team ist glücklich, dass er wieder mal einen Treffer beisteuern konnte.“
El Mala hat sich das Glück des Tüchtigen verdient
Es war sein achtes Saisontor und bereits der zwölfte Scorerpunkt, nachdem El Mala zuvor per Flanke den Ball für Ragnar Aches spektakulären Führungstreffer per Fallrückzieher serviert hatte. Seine Führung in der internen Scorer-Wertung baute er damit ebenso aus wie die in der internen Torschützenliste – obwohl er im Kölner Kader nur auf Platz neun der Feldspieler mit den meisten Spielminuten (1134) rangiert. Auch zuletzt war El Mala trotz bestechender Ausbeute vor dem Tor nicht in der Startelf gesetzt: Trainer Lukas Kwasniok ließ ihn in vier der acht Partien seit dem Jahreswechsel zunächst auf der Bank.
„Ein wenig ins Stocken geraten“ sei der Aufstieg, fand der Chefcoach, hier und da war sogar von einer Krise die Rede. Doch El Mala ließ sich davon offenbar nicht aus der Ruhe bringen – und falls doch, überwand er das kleine Tief aus eigener Kraft.
Das Tor gegen Hoffenheim war dafür sinnbildlich: Mit einem Kopfball am Mittelkreis auf Vorlagengeber Jakub Kaminski leitete El Mala seine Aktion selbst ein, bei seinem gewaltigen Sprint in Richtung Tor schüttelte er dann die Verfolger Robin Hranac und Ozan Kabak ab, bevor er durch Baumanns Beine traf. Dass der Ball dabei leicht abgefälscht wurde und auch mit etwas Glück über die Linie hoppelte, darf der Youngster als Glück des Tüchtigen für sich in Anspruch nehmen.
Eine Kombination, die einfach nicht zu stoppen ist
„Er kriegt Selbstvertrauen durch solche Situationen“, findet Stürmer-Kollege Ache, dem ebenso wie tausenden anderen nicht entgangen sein dürfte, dass trotzdem beileibe nicht alles klappte bei El Mala. Doch der Senkrechtstarter zeigt Arbeitsmoral. „Da können die Leute sagen, was sie wollen: Said hat es wieder gezeigt“, sagte Ache und hofft: „Hoffentlich macht er es wieder öfter.“
Eine berechtigte Hoffnung. Allerdings hat der Angesprochene damit eigentlich nie aufgehört. El Malas Aktionen sind oft riskant, immer am Limit – aber eben oft entscheidend, wenn sie gelingen. Beim 1:2 gegen Leipzig etwa hatte El Mala durchaus auch die Möglichkeit, die Niederlage zu verhindern, doch naturgemäß kann ihm in seiner ersten Bundesliga-Saison nicht alles gelingen. Auch, weil die Gegenspieler inzwischen besser reagieren, ihn doppeln oder gar trippeln und oft auch die Trainer auf ihn reagieren.
Beim 1:3 gegen Stuttgart etwa reagierte VfB-Coach Sebastian Hoeneß auf El Malas Einwechslung mit der Hereinnahme eines frischen Außenverteidigers. „Das heißt: Der Gegner stellt sich viel mehr auf ihn ein, egal ob er von Beginn an spielt oder reinkommt“, erklärt Kwasniok. Und doch ist El Mala mit seiner Kombination aus Tempo, Zielstrebigkeit und Torhunger oft nicht zu stoppen. Auch, weil er immer wieder zu seinen Aktionen ansetzt und sich auch von misslungenen Momenten nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Die Durststrecke ist überwunden
„Von der Tribüne aus sieht das einfach aus, aber nach zwei Sprints ist man kaputt“, sagt Ache über den unermüdlich steilgehenden Mitspieler. Den Status des Einwechselspielers, der auch wegen körperlicher Rückstände nach dem Sprung von der 3. Liga in die Bundesliga noch mit seiner Energie haushalten muss, hat El Mala längst überwunden. Das sieht auch Ache so: „Er haut dann nochmal einen dritten Sprint raus und macht das Tor. Da sieht man, welche Qualität er hat.“
Fähigkeiten, die beim 1. FC Köln nicht zu ersetzen sind. „Man sieht, wie wichtig Said für uns ist. Das sieht jeder“, bestätigt Mittelfeldspieler Tom Krauß. Auch er ist ob der überstandenen kleinen Durststrecke erleichtert, denn El Mala hatte vor dem Hoffenheim-Spiel zuletzt beim 2:2 gegen Heidenheim zum Jahresbeginn eine Torbeteiligung beigesteuert. „Es freut mich, weil er unbedingt einen Scorerpunkt haben wollte“, sagt Mittelfeldspieler Krauß und fasst zusammen, was tausende FC-Fans mit Blick auf den Klassenerhalt denken: „Hoffentlich kann er uns noch ein wenig helfen in dieser Saison.“
Nur einen Treffer erzielte Said El Mala vor Kölns Duell mit Hoffenheim in diesem Jahr, in den acht Spielen seit Neujahr saß er sogar viermal auf der Bank. Doch beim 2:2 zeigte der 19-Jährige erneut, dass er für den FC nicht zu ersetzen ist.
