Die Zufriedenheit über das 3:0 von Borussia Dortmund bei Union Berlin mündete bei Lars Ricken in die Forderung, dieses Spiel als Anspruch zu nehmen.
Reaktion in Berlin Bestätigung und Benchmark
Die Zufriedenheit war Lars Ricken anzusehen. Der Sport-Geschäftsführer befand nach dem überzeugenden 3:0-Sieg von Borussia Dortmund in der Alten Försterei: „Ich glaube, das war eine richtig starke Reaktion.“
In der Tat: Die Intensität über die gesamte Dauer der Partie, die Gegenwehr bei den traditionell maximal unangenehmen Berlinern, das Annehmen der Körperlichkeit bildeten einen wohltuenden Kontrast zu der Begegnung auf die eine Reaktion nötig war, zur hausgemachten Niederlage unter der Woche bei Tottenham Hotspur, in der genau diese Attribute vor allem vor der Pause fehlten.
„Mit dem Messer zwischen den Zähnen“
Also durfte sich Ricken freuen. „Wir haben drei Tore geschossen, hätten auch noch mehr schießen können. Aus dem Spiel heraus kann ich mich nicht an eine Torchance von Union erinnern“, analysierte der Ex-Profi und lobte, „wie die Jungs sich in die Zweikämpfe geworfen haben“, denn: „Darum geht es hier in Berlin, wirklich mit dem Messer zwischen den Zähnen die Zweikämpfe anzunehmen. Das ist kein Zirkus, wo man nur mit Kunststückchen gewinnt. Sondern da geht es Mann gegen Mann, wer gewinnt die Duelle. Und die Entscheidenden haben wir gewonnen.“
Die nächsten drei Punkte der laufenden Saison bauen die hervorragende Statistik in der Liga aus, die Abwehrleistung war wie in vielen Spielen stark, zum vierten Mal im vierten Spiel gelangen der Offensive drei Tore. Vor dem wichtigen Spiel gegen Inter Mailand am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) schlägt das sensible und schnell eingestellte Pendel beim BVB wieder ins Positive aus.
Und Ricken hält die Spannung hoch. „Wir müssen jetzt scharf bleiben“, fordert er und blickt etwas süffisant zurück: „Es haben ja einige ein bisschen Schnappatmung bekommen, weil Niko Kovac das Wort Mentalität in den Mund genommen hat. Das gehört zum Sport dazu und es ist nicht verboten und das beinhaltet ja auch, dass man mit Rückschlägen umgehen muss, dass man den Fokus behalten muss. Dass man auch, wenn der Druck drauf ist Bestleistungen abliefert.“
Gegen Inter und Heidenheim „die maximalen Punkte“
Und das habe die Mannschaft in Berlin bewiesen. „Und jetzt geht es eben darum, das auch als Anspruch zu nehmen. Das müssen wir letztendlich in jedem Spiel abliefern, auch jetzt, mit einer wichtigen Woche vor uns. Und das wollen wir natürlich nicht nur gegen Inter, sondern auch gegen Heidenheim, um dann die maximalen Punkte zu haben.“
Und wenn die Ausbeute in der Liga weiter so gut bleibt und der unantastbar geglaubte Primus aus München noch einmal straucheln sollte? „Prinzipiell ist es ein gutes Zeichen für die Bundesliga, dass die Bayern jetzt nicht nur in der Champions League mal verloren haben. Das zeigt, dass sie auch schlagbar sind.“ Nico Schlotterbeck kündigte bereits an, auf weitere Fehler lauern zu wollen.
„Am Ende müssen wir aber auf uns gucken“, findet Ricken: „Es ärgert uns natürlich schon. Wir hätten ein paar Punkte mehr haben können, wenn wir sie nicht unnötigerweise teilweise nach der 90. Minute noch abgegeben hätten.“ Sein Blick geht deswegen in erster Linie nach unten: „Wir stehen auf Platz zwei, den Platz wollen wir natürlich verteidigen. Das, was wir haben, wollen wir nicht mehr hergeben.“
Die Zufriedenheit über das 3:0 von Borussia Dortmund bei Union Berlin mündete bei Lars Ricken in die Forderung, dieses Spiel als Anspruch zu nehmen.
