Elvis Rexhbecaj hatte allen Grund, sich über das Schiedsrichter-Team wegen eines falschen Elfmeterpfiffs zu ärgern. Die Schuld an der Niederlage in Mainz suchte der Augsburger aber nicht bei den Unparteiischen.
Nach Elfer-Ärger
Wut und Ärger auf der einen Seite, sachlich-fachliche Analyse auf der anderen. Keine einfache Aufgabe kurz nach einem Bundesligaspiel, wo Emotionen noch nicht verarbeitet sind, der Adrenalinspiegel weiter hoch ist. Elvis Rexhbecaj fand dennoch die richtige Balance, nachdem er früh in der Partie im Mittelpunkt der vielleicht entscheidenden Szene gestanden hatte.
In der fünften Minute schlug der Mittelfeldspieler am Ball vorbei und touchierte Stefan Bell. Oder auch nicht? Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigte auf den Elfmeterpunkt, wurde trotz minutenlanger Unterbrechung vom VAR weder überstimmt noch an den Bildschirm gebeten. Der zweite falsche Strafstoß gegen den FCA innerhalb einer Woche. Beim 2:1 gegen St. Pauli drehte die Mannschaft von Manuel Baum die Partie noch, in Mainz war das frühe 0:1 der Anfang vom Ende bei der 0:2-Niederlage.
- Streit um den VAR: Baum ist fassungslos – Ittrich in Erklärungsnot
„Ich berühre ihn minimal, habe selber nichts gespürt. Es ist natürlich bitter, wenn man dann die Bilder sieht, selbst mit Lupe fast keinen Kontakt sieht“, sagte der 28-Jährige und schlussfolgerte über Schiri Ittrich: „Wenn er rausgeschickt wird, nimmt er ihn zurück.“ Der Vorwurf richtete sich jedoch vielmehr an den tatenlosen Kölner Keller – in dieser speziellen Szene, aber auch generell: „Der Videoschiedsrichter sieht viel zu viele Fehlentscheidungen nicht.“
„Lieber wie früher menschliche Fehlentscheidungen“
Einmal in Fahrt, plädierte Rexhbecaj gar für die Abschaffung des VAR: „Vom Gefühl her regt er jeden auf. Deshalb lieber keinen, dann haben wir eine menschliche Entscheidung. Es gibt genauso Fehler, wie regen uns auf wie früher, fertig aus. Aber mit Bildern Fehlentscheidungen zu treffen geht eigentlich nicht. Es wird viel Geld für die Videotechnik ausgegeben. Man kann zoomen, aus jedem Blickwinkel drauf schauen. Und dennoch gibt es viel zu viele Entscheidungen, die einfach falsch sind.“ Rexhbecajs Fazit: Mit Fehlentscheidungen des Schiris auf dem Platz könne er leben. Wobei angefügt werden muss: Solche aus dem Keller treffen ja auch Menschen, allerdings trotz oder mit technischer Unterstützung.
Es ehrte den Augsburger, dass er den Grund für das 0:2 jedoch nicht dem Schiedsrichter-Team in die Schuhe schob. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, hatten gute Chancen, auch nach dem 0:1. Die Chancenverwertung war nicht so gut, das war der ausschlaggebende Punkt.“ Und so riss die Serie von vier ungeschlagenen Partien mit zuletzt zwei Remis und zwei Siegen bei den Bayern und gegen St. Pauli.
„Wir wissen, dass die Situation brenzlig ist und müssen weiter punkten. Es dauert noch lange, bis Ruhe im Schacht ist“, richtete Rexhbecaj den Blick nach vorne. Ein Sieg gegen den Tabellenletzten aus Heidenheim am kommenden Sonntag ist dabei fast Pflicht, auch in danach folgenden Partien in Wolfsburg und gegen Köln kann er weitere wichtige Schritte zum Klassenerhalt gehen.
Elvis Rexhbecaj hatte allen Grund, sich über das Schiedsrichter-Team wegen eines falschen Elfmeterpfiffs zu ärgern. Die Schuld an der Niederlage in Mainz suchte der Augsburger aber nicht bei den Unparteiischen.
