„Potenzieller Strafstoß“ für Union: Kircher bewertet strittige Szene in Hamburg 

Nach der sich zuletzt häufenden Kritik an Schiedsrichter-Entscheidungen und VAR-Eingriffen war Knut Kircher, Schiedsrichter-Chef des DFB, in der Samstagskonferenz von DAZN zu Gast, um strittige Szenen einzuordnen. Gesprächsstoff lieferte das Duell des HSV gegen Union Berlin.

Ereignisarmer Einsatz des Schiri-Chefs

Der 21. Spieltag der Bundesliga hatte am vergangenen Wochenende einen faden Beigeschmack. Strittige Schiedsrichter-Entscheidungen in München (5:1 gegen Hoffenheim), Köln (1:2 gegen Leipzig) und insbesondere Mainz (2:0 gegen Augsburg) bestimmten die Berichterstattung der Spiele im Oberhaus, woraufhin der ehemalige Schiedsrichter Knut Kircher, der heute als Chef seiner Zunft beim DFB agiert, im kicker-Interview zu aktuellen Diskussionen Stellung bezog und dabei Fehler eingestand.

Am darauffolgenden Spieltag nun trat Kircher während der Live-Berichterstattung auf und war Teil der Bundesliga-Konferenz des Streaming-Diensts DAZN, aus dessen Studio heraus der 57-Jährige schnell Einschätzungen zu strittigen Szenen liefern sollte.

Viel zu tun hatte der Schiri-Boss zwar nicht, der 3:2-Sieg des Hamburger SV gegen Union Berlin aber sorgte für Diskussionen. Genauer gesagt, eine Szene aus der 19. Spielminute.

Nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld hatte Union-Verteidiger Danilo Doekhi den Ball in den Strafraum verlängert, wo Angreifer Andrej Ilic mit dem Kopf zum Ball ging und diesen auch spielte. Anschließend prallte er mit Gegenspieler Jordan Torunarigha zusammen, der klar zu spät gekommen war und statt des Balles nur seinen Gegenspieler traf, der zu Boden ging. Anschließend erfolgte zwar der Pfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner, es gab jedoch keinen Elfmeter. Der Unparteiische unterbrach das Spiel lediglich aufgrund des Kopftreffers, der eine dreiminütige Behandlungspause nach sich zog, in der Badstübner seine Entscheidung nicht revidierte.

Heldt echauffiert sich

„Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum das nicht gepfiffen wird, muss man ehrlicherweise sagen. Er (Torunarigha, Anm. d. Red.) geht ja eigentlich nur in den Mann rein“, echauffierte sich Unions Sportgeschäftsführer Horst Heldt bei Sky über die Szene und bezeichnete es als „unbegreiflich, dass das kein Elfmeter ist“. Unter anderem, warum der VAR nicht eingriff, klärte indes Kircher bei DAZN auf.

„’Eher‘, das heißt, die Klarheit und die Offensichtlichkeit hat gefehlt, damit da der VAR reingeht.“ (Knut Kircher)

„Das war eine sehr enge Situation, der Ball ist frei, von keinem kontrolliert“, so der Schiri-Boss, der selbst womöglich auf Elfmeter entschieden hätte. „Am Ende des Tages wahrscheinlich eher ein Foul – selbst mit dem Kopf kann man ein Foulspiel begehen – und damit ein potenzieller Strafstoß“, gestand Kircher, der jedoch nachschob: „Aber ‚eher‘, das heißt, die Klarheit und die Offensichtlichkeit hat gefehlt, damit da der VAR reingeht.“

Eine Fehlentscheidung sah Kircher somit in dieser Szene nicht, was auch für eine Situation sieben Minuten später gilt, als Union Berlin dann doch einen Elfmeter zugesprochen bekam. HSV-Kapitän Nicolas Capaldo hatte Ilic mit hohem Bein im Gesicht getroffen, diesmal erfolgte umgehend der Elfmeterpfiff. „Gefährliches Spiel wird zum verbotenen Spiel durch den Körperkontakt und einen leichten Streifer am Kopf. Dadurch ist es auch dann in der Wahrnehmung des Schiedsrichters auch Strafstoß“, so Kircher, der im weiteren Verlauf einen ruhigen Samstag erlebte.

 Nach der sich zuletzt häufenden Kritik an Schiedsrichter-Entscheidungen und VAR-Eingriffen war Knut Kircher, Schiedsrichter-Chef des DFB, in der Samstagskonferenz von DAZN zu Gast, um strittige Szenen einzuordnen. Gesprächsstoff lieferte das Duell des HSV gegen Union Berlin. 

 

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