Polzin kritisiert Gerach: „Das ist ein Unding“ 

Der Hamburger SV macht im neuen Jahr in der Fremde da weiter, wo er 2025 aufgehört hat: Nach dem vom Spielverlauf her verdienten 1:2 in Freiburg bleibt die Auswärtsbilanz die eines Absteigers. Doch die neuerliche Pleite hat einen faden Beigeschmack, weil beiden Gegentreffern harte Schiedsrichter-Entscheidungen vorausgingen.

HSV mit Rot-Rekord und Schiri-Wut

Vor allem die erste Hälfte hatte der Aufsteiger, abgesehen von den letzten Minuten, komplett verschlafen, gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit aber lag der HSV durch Luka Vuskovic aus dem Nichts in Führung. Dann stellte er einen unrühmlichen Bundesliga-Rekord ein: Daniel Elfadlis Gelb-Rote Karte war bereits der sechste Platzverweis in der laufenden Spielzeit – so viele kassierte der HSV in seiner Bundesliga-Historie erst einmal, 1994/95 – damals allerdings nach 34 Spieltagen. Gleichzeitig war die Ampelkarte gegen den Defensivspieler der erste von zwei Aufregern.

Freiburgs Lucas Höler war im Duell mit Elfadli im Strafraum zu Boden gegangen, Schiedsrichter Timo Gerach hatte den minimalen Kontakt als strafbar gewertet. Sehr hart, aber regelkonform. Die Folge: Elfmeter und eine in der Konsequenz richtige Gelb-Rote Karte. Aber: Die erste Verwarnung für den Hamburger zu Beginn der Partie war überzogen, weil er sich mit Yuito Suzuki lediglich verhakt und kein Foul begangen hatte.

Die Hamburger Gemüter erhitzten sich vor allem an der Entstehung des zweiten Gegentreffers in Unterzahl. Diesem war ein klarer Kopftreffer von Johan Manzambi mit dem Arm gegen Jordan Torunarigha vorausgegangen. Gerach erachtete diesen nicht als ursächlich dafür, dass der Hamburger das entscheidende Kopfballduell verlor.

Selbst bei wohlwollender Betrachtung des Schiedsrichtergespanns, dass der Referee im Sinne des Spiels großzügig laufen ließ, passt die Verhältnismäßigkeit nicht: Bei Elfadli gegen Höler genügte der minimale Kontakt, bei Manzambi gegen Torunarigha reichte ein klar sichtbarer Kopftreffer nicht zum Pfiff. Gerach sagte vor den TV-Kameras: „Für mich ist das alles fußballtypisch. Ich habe keine Schlagbewegung wahrgenommen und sehe die auch in den Bildern nicht. Deshalb ging es für mich weiter.“

„Für mich ist die Entscheidung absolut unerklärlich.“ (Merlin Polzin)

Merlin Polzin war über die Entscheidung und die Begründung außer sich. „Ich habe die Szene jetzt aus allen Perspektiven gesehen, und für mich ist die Entscheidung absolut unerklärlich“, sagt der Hamburger Trainer. „Es ist ein Unding, eine klare Fehlentscheidung. Der Ellbogen des Gegners ist klar im Gesicht unseres Spielers und hat da nichts zu suchen. Das ist ein klarer Kopftreffer, und das ist auch keine fußballspezifische Bewegung.“ Für den 35-Jährigen ist klar: „Da muss der VAR eingreifen, sonst brauchen wir ihn nicht.“

Was in den Diskussionen um Gerach aus Hamburger Sicht nicht untergehen darf: Weite Teile der ersten Hälfte waren nicht ausreichend für die Bundesliga, die Auswärtsbilanz mit gerade mal zwei Pünktchen ist es erst recht nicht. Das versucht auch Polzin nicht unter den Teppich zu kehren. „Wir sind überhaupt nicht gut reingekommen, waren nicht gut in unserer Positionierung, haben nicht die Pressingmomente ausgelöst.“ Und sie haben zum sechsten Mal ein Spiel in Unterzahl beendet. Auch das ist eine Statistik, die das Unternehmen Klassenerhalt ganz erheblich gefährdet.

 Der Hamburger SV macht im neuen Jahr in der Fremde da weiter, wo er 2025 aufgehört hat: Nach dem vom Spielverlauf her verdienten 1:2 in Freiburg bleibt die Auswärtsbilanz die eines Absteigers. Doch die neuerliche Pleite hat einen faden Beigeschmack, weil beiden Gegentreffern harte Schiedsrichter-Entscheidungen vorausgingen. 

 

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