Polzin findet mit Daka und Co. eine neue Mitte 

Die Trainingslagerwoche im österreichischen Längenfeld brachte Merlin Polzin mit Patson Daka und Bilal Nadir nicht nur zwei neue Spieler, der HSV-Trainer erarbeitete auch eine taktische Modifizierung.

HSV-Trainer passt das System an

Merlin Polzin sah zufrieden aus, als er vor der Bergkulisse von Kematen, dem Ort des Testspiels gegen Heidenheim (3:1), seine Trainingslagerbilanz zog und verriet, dass diese Beobachtung sein Befinden noch nicht ausreichend beschreibe. „Ich bin mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Woche“, erklärte der Hamburger Trainer. Weil er im Verlauf der Tage in Längenfeld nicht nur zwei neue Profis dazu bekam, sondern auch wertvolle Erkenntnisse gewann. Und lieferte.

Dompé hat keinen Platz mehr und seine Zukunft hinter sich

Zwei Mal hatte Polzin auf der Anlage von Raika Längenfeld die Tore zugesperrt, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu trainieren. In diesen Einheiten hat er eine abermalige Anpassung des Systems einstudiert, die auch am Samstag gegen den Bundesliga-Absteiger sichtbar wurde. Im vergangenen Sommer hatte der 35-Jährige das Aufstiegs-System 4-3-3 zunächst auf ein 3-4-3 umgestellt, damit das Zentrum gestärkt, ohne das jahrelang favorisierte Flügelspiel zu vernachlässigen. Als im Verlauf der vergangenenen Rückrunde die Flügel lahmten, passte er seine Ausrichtung abermals an, ließ vermehrt im 3-4-1-2 agieren.

Aktuell kristallisiert sich ein 3-4-2-1 heraus. Vor der Doppelsechs, auf der Nicolai Remberg und Albert Sambi Lokonga gesetzt sind, sind zwei Spielmacher hinter einer Spitze postiert. Eine kleine Veränderung, die das bisherige Agieren auf dem Transfermarkt erklärt. Vier Stürmer hat der HSV bislang abgegeben, mit Patson Daka, der Mitte der Woche in Österreich zum Team stieß, aber erst einen neuen Angreifer verpflichtet. Dafür flog in Längenfeld der Marokkaner Bilal Nadir (22) ein – nach Kofi Amoako, dem fest verpflichteten Albert Grönbaek und Martin Adeline der vierte zentrale Mittelfeldspieler. Und dies, obwohl das Bemühen um Fabio Vieira vom FC Arsenal fortgesetzt wird.

Die neue Ordnung bringt Gewinner und Verlierer hervor. Offensichtlich wurde auch während der Tage in Österreich, dass Aufstiegs-Held Jean-Luc Dompé seine Zukunft hinter sich hat. Nach auch wegen außersportlicher Eskapaden völlig verkorkster Vorsaison kam er im unzureichenden körperlichen Zustand aus dem Urlaub, bekam beim ersten Test gegen Rapid Wien (2:3) die geringste Einsatzzeit und fehlte gegen Heidenheim wegen Adduktorenproblemen – augenscheinlich fehlt künftig zudem seine Position als klassischer Linksaußen.

Sein französischer Landsmann Rayan Philippe, im Vorjahr als Rechtsaußen gestartet, hat sichtbar zugelegt und gegenüber Dompé den Vorteil, dass er vorn auch zentraler agieren kann. Für die Rolle als zentrale Spitze hat der Ex-Braunschweiger zunächst jedoch zwei Profis vor sich: Yussuf Poulsen und Neuling Daka. Routinier Poulsen kommt bislang gut durch die ersten Wochen, hält sich strikt an die verordneten Pausen der Mediziner. Und Daka reichten beim Debüt 28 Einsatzminuten für ein Tor und zwei Vorlagen. „Patson“, lobt Polzin, „hat direkt gezeigt, weshalb wir ihn geholt haben: Er ist stark im Anlaufen, und wenn er den Ball hat, kann er Tore schießen.“ Bestätigt der Sambier diesen ersten Eindruck, könnte er eine weitere Antwort auf die zentralen Fragen sein.

 Die Trainingslagerwoche im österreichischen Längenfeld brachte Merlin Polzin mit Patson Daka und Bilal Nadir nicht nur zwei neue Spieler, der HSV-Trainer erarbeitete auch eine taktische Modifizierung. 

 

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