Die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei Dortmund und Teilen der Bayern-Fans vor dem Topspiel haben einen Strafantrag des BVB wegen Hausfriedensbruchs zur Folge. Die Polizei reagierte zudem mit deutlichen Worten auf die Kritik der Gäste-Fans.
Auseinandersetzungen rund ums Topspiel
Im Vorfeld des Bundesliga-Topspiels am Samstagabend kam es in Dortmund zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Bayern-Fans. Ein Teil der Fanszene des deutschen Rekordmeisters hatte daraufhin aus Protest entschieden, das Stadion nicht zu betreten und Kritik am Vorgehen der Beamten geäußert. Diese Einschätzungen der Vorfälle kritisierte nun wiederum die Polizei.
In einer Pressemitteilung der Polizei Dortmund erklärte der stellvertretende Polizeipräsident Achim Stankowitz: „Die reflexhafte Schuldzuweisung an die Polizei wirkt nach Ansicht der Videodaten, die wir auch in das Strafverfahren einbringen können und werden, mehr als befremdlich.“ In den Video-Aufnahmen sei „eindeutig“ ein „arbeitsteiliges, geplantes Vorgehen von Störern, die das Stadion ohne Einlasskontrolle betreten und diese gewaltsam überwinden wollen“ zu sehen.
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Bereits am Samstagabend hatte die Polizei vermeldet, eine rund 30-köpfige Gruppe an Bayern-Fans hätte versucht, mit gefälschten oder nicht regulären Tickets in den Gästeblock zu kommen. Nach Angaben der Ultras in einer Stellungnahme am Sonntag soll die Polizei dabei allerdings Schlagstöcke und Reizgas gegen einen Teil der Fans eingesetzt haben. Die Polizei habe die Situation mehrfach eskalieren lassen.
Die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Maßnahmen sei „selbstverständlich die oberste Maxime“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei Dortmund. Stankowitz führt zudem weiter aus: „Selbstverständlich ziehen strafbare Handlungen auch Maßnahmen der Polizei nach sich.“ Einem Teil der Bayern-Fans warf er „mangelnde Selbstreflexion“ vor. Von den beteiligten Vereinen erwarte er „eine deutliche Positionierung und eigenständige Maßnahmen gegen die identifizierten Straftäter“.
Mehrere Verletzte am Samstagabend in Dortmund
Der BVB hatte bereits am Samstag bei der Polizei Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt. Zudem seien nach Polizei-Angaben 30 Strafanzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung, Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Urkundenfälschung ausgestellt worden. Neben fünf Einsatzkräften seien zudem ein Ordner durch einen körperlichen Angriff sowie vier Unbeteiligte aufgrund des Einsatzes von Pyrotechnik verletzt worden.
In den vergangenen Monaten hatte es in Dortmund immer mal wieder Zwischenfälle zwischen Polizei und Fans gegeben. Ende Januar sorgte eine Polizei-Durchsuchung beim Fanprojekt für Kritik von der Fanhilfe, die damals von einem „Tiefpunkt“ in der Zusammenarbeit mit der Polizei sprach. Die Durchsuchungen stellten einen krassen Einschnitt für das Vertrauensverhältnis zwischen Szene, sozialpädagogischer Arbeit und Verein auf der einen Seite und der Polizei auf der anderen dar. Die BVB-Fans präsentierten am Samstagabend zudem ein Banner auf der Südtribüne mit der Aufschrift: „Freiheit für Gästefans in Dortmund“.
Die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei Dortmund und Teilen der Bayern-Fans vor dem Topspiel haben einen Strafantrag des BVB wegen Hausfriedensbruchs zur Folge. Die Polizei reagierte zudem mit deutlichen Worten auf die Kritik der Gäste-Fans.
