Nach zwei verpassten Befreiungsschlägen im Abstiegskampf sieht Borussia Mönchengladbach sich in Leipzig einer großen Hürde gegenüber. Eugen Polanski setzt dabei auf defensive Kompaktheit und einen kommenden Leipziger.
Hack und Ngoumou müssen warten
Viel ist in Gladbach aktuell in der Schwebe. Wie es mit Toptorjäger Haris Tabakovic nach Ablauf seiner Leihe von der TSG Hoffenheim weitergeht, scheint offener denn je. Ob Eugen Polanski über Saisonende hinaus Trainer bei den Fohlen bleibt, lässt sich ebenso wenig absehen. Und auch die sportliche Zukunft der Borussia steht nach zwei verpassten Befreiungsschlägen inklusive eines ernüchternden 2:2 gegen das abgeschlagene Schlusslicht Heidenheim weiterhin in den Sternen.
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Fix war vor dem schwierigen Gastspiel in Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) derweil zweierlei: einerseits der Wechsel von Rocco Reitz im Sommer zum kommenden Gegner. Andererseits das Interesse der Journalisten auf der Spieltagspressekonferenz an diesem Umstand.
„Wenn man bei seinem künftigen Verein spielt, will man sich von der besten Seite präsentieren.“ (Eugen Polanski über Rocco Reitz)
„Uns war schon klar, dass die Frage kommen würde“, leitete Polanski daher ein, wollte das Thema aber nicht größer werden lassen: „Es ist nicht in meinem Kopf und ich glaube auch nicht im Kopf von Rocco.“ Schließlich habe dieser momentan ganz andere Prioritäten als den kommenden Arbeitgeber: „Er ist kein RB-Junge, er ist ein Gladbacher Junge und will sich vernünftig verabschieden.“ Wobei das Duell mit dem zukünftigen Klub sogar helfen könnte: „Wenn man bei seinem künftigen Verein spielt, will man sich von der besten Seite präsentieren.“
Einen Reitz in Bestform könnte es gegen den Tabellendritten benötigen, um dessen Stärken Einhalt zu gebieten. „Sehr viel Intensität, viel Zug zum Tor, extrem viel Wucht“, umschrieb Polanski die Qualitäten der Sachsen, denen man nicht nur reaktiv begegnen dürfe: „Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass sie einen schlechten Tag haben, sondern darauf, dass wir etwas dagegensetzen können.“ Daran ändere auch die inhaltlich magere Darbietung Leipzigs an der Weser nichts: „Sie haben gegen Bremen nicht ihr bestes Spiel gemacht und trotzdem gewonnen. Das ist auch eine Qualität.“
Gegen diese setzt der Gladbacher Trainer in erster Linie auf gute Defensivarbeit. „Wichtig ist, dass wir unser Tor so schützen, dass wir die Null halten“, so der 40-Jährige. Dies stehe der Borussia laut ihres Chefcoachs nicht nur gut zu Gesicht, sondern ist eins der Markenzeichen von Polanskis Gladbachern. Nur Gregor Kobel (13) hielt seinen Kasten öfter sauber als Moritz Nicolas, der zehnmal gegentorfrei blieb – wie auch im Hinspiel, das Polanski jedoch nicht überbewerten wollte: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber man darf es nicht miteinander vergleichen, weil Leipzig sich auch weiterentwickelt hat.“
Drei Langzeitverletzte vor der Rückkehr
Entwicklungen personeller Natur gab es derweil auch in Polanskis Mannschaft, die zeitnah um die beiden Langzeitverletzten Robin Hack und Nathan Ngoumou reicher sein dürfte. Zwar wolle der Trainer das Risiko einer Kadernominierung oder gar eines Einsatzes in Leipzig noch nicht unbedingt eingehen, da verfrühte Schritte „das Kartenhaus zusammenbrechen“ lassen könnten, „ab kommender Woche“ sehe dies jedoch anders aus.
Einen Schritt dahinter bewegt sich momentan Tim Kleindienst. Der turmhohe Angreifer ist der einzig verbliebene Schützling Polanskis, der individuelle Einheiten absolviert. Die Rückkehr ins Mannschaftstraining zeichne sich jedoch ab. „Wenn ich Tim trainieren sehe und die Rückmeldungen von der Reha kriege, ist das sehr gut“, lobte Polanski und untermauerte damit Kleindiensts eigene Pläne.
Nach zwei verpassten Befreiungsschlägen im Abstiegskampf sieht Borussia Mönchengladbach sich in Leipzig einer großen Hürde gegenüber. Eugen Polanski setzt dabei auf defensive Kompaktheit und einen kommenden Leipziger.
