Nico Schlotterbeck ist einer der Garanten für den Dortmunder Bundesliga-Erfolg in dieser Saison – und hat bis zu seiner bevorstehenden Vertragsentscheidung einen Titelkampf mit dem FC Bayern noch nicht abgeschrieben.
Bauchentscheidung bis Sommer
Deutschlands Nummer-1-Verteidiger bei der WM 2026? „Das ist der Plan“, grinste Nico Schlotterbeck, als er am Samstagabend bei Sky mit dieser Prognose prognostiziert wurde. Und warum auch nicht? Der 26-Jährige erweist sich seit seinem Bundesliga-Comeback Ende September nach Meniskusriss als absolute Konstante im Dortmunder Konstrukt von Trainer Niko Kovac und erzielte am Samstagabend mit seinem starken Kopfball unter die Latte die 2:0-Entscheidung beim 3:0-Erfolg in Berlin. Über 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, zahlreiche Klärungsaktionen bei den Standards sowie 56 Ballkontakte beim Duell rundeten seinen Auftritt bei den Eisernen ab.
Bizeps-Jubel
Auffällig: Seine drei Saisontore in 15 Bundesliga-Partien verbuchte Schlotterbeck erst in den jüngsten sieben Spielen. „Ich durfte nach meiner Knieverletzung lange Zeit gar nicht vor“, verriet Schlotterbeck. „Der Coach hat das entschieden, erst seit sieben, acht Spielen bin ich mit vorne.“ Einfach, weil man Kräfte schonen musste.“
Das Verbot, bei Ecken mit offensiven Betrieb zu machen, bestätigte Kovac später: „Schlotti kam nach sechs Monaten zurück. Ich weiß selbst, wie das ist: Du machst 50 Meter nach vorne, 50 Meter zurück. Wenn du dann acht Ecken hast, kannst du dir ausrechnen, wie viele Meter du machst. Und die Energie sollte er sich hinten aufheben. Jetzt ist er wieder gut in Schuss, deswegen kann er auch nach vorne.“
- Kehl über Schlotterbeck-Entscheidung: „Solche Dinge müssen reifen“
Dort feiert er seine Treffer wie in Berlin beim Ex-Klub mit angespanntem Bizeps. Das hängt laut Schlotterbeck alles zusammen – die Reha, das Angriffsverbot, die derzeitige Form mit besonderem Jubel: „Ich war sechs Wochen auf Krücken, jeden Tag im Gym … da ist das so ein bisschen zu meinem Markenzeichen geworden.“
BVB-Vertragsverlängerung? „Ich fühl mich hier wohl“
Kein Dortmunder Fan oder Offizieller würde gern auf dieses Markenzeichen verzichten – das machte auch Kovac klar: „Wir wünschen uns alle, dass er bleibt, er ist ein wichtiger Spieler, eine wichtige Person, er ist die Identifikation dieses Klubs. Der Verein wird alles tun, um ihn hier zu halten.“ Mit einem Grinsen ergänzte er: „Mein Gefühl ist ein positives.“
Doch eine offizielle Entscheidung ob seiner Zukunft – sein aktueller Vertrag läuft 2027 aus – ist weiterhin nicht gefallen. Immerhin deutete Schlotterbeck an: „Ich habe für mich eine Deadline gesetzt, die werde ich nicht sagen. Ich glaube aber schon, dass ich vor Sommer eine Grundsatzentscheidung treffen werde. Ich fühle mich hier wohl, trotzdem ist es eine schwere Entscheidung.“ Diese werde er am Ende „ein bisschen aus dem Bauch heraus“ treffen. „Ich werde mich irgendwann auch mit Papa und Keven (Bruder und Spieler des FC Augsburg; Anm. d. Red.) zusammensetzen – und dann werden wir zusammen eine Entscheidung treffen. Ich weiß aber jetzt noch nicht genau, wie sie ausfallen wird.“
Bayern? „Wir wollen weiter da sein, wenn sie Fehler machen“
Für den Moment in dieser heißen Phase mit Pflichtspielen im Drei-Tages-Takt gelte ohnehin nur das Sportliche – und dass er mit dem BVB neben einem erfolgreichen Auftritt am finalen Champions-League-Spieltag gegen Inter Mailand (Mittwoch, 21 Uhr, LIVE! bei kicker) inklusive Restchance auf die Top 8 auch in der Bundesliga auf Kurs bleibt. Platz 2 wirkt mit 42 Punkten klar vor Hoffenheim und Leipzig verankert. Nach vorn ist der Rückstand auf den FC Bayern nach der ersten Niederlage (1:2 nach 1:0 gegen Augsburg) auf acht Punkte gesunken. Geht vielleicht noch mehr?
Zumindest eine kleine Ansage erlaubte sich Schlotterbeck: „Natürlich sind die Bayern die Bayern und zurzeit fast unschlagbar. Vielleicht haben sie heute aber den einen Zentimeter weniger gemacht – und wir haben drei Punkte aufgeholt, das ist gut.“ In erster Linie möchte er nicht, „dass das Ganze schon im März entschieden ist. Da heißt es: Dranbleiben, solange es geht. Und wer weiß? Vielleicht kommen sie noch ins Straucheln, sie müssen auch noch zu uns (28. Februar; Anm. d. Red.), wir haben da das direkte Duell. Und wenn es dann mal nur noch vier, fünf Punkte sind, dann überlegen sie vielleicht auch mal. Wir wollen weiter da sein, wenn sie Fehler machen.“
Nico Schlotterbeck ist einer der Garanten für den Dortmunder Bundesliga-Erfolg in dieser Saison – und hat bis zu seiner bevorstehenden Vertragsentscheidung einen Titelkampf mit dem FC Bayern noch nicht abgeschrieben.
