Der Bedarf war ohnehin groß, zudem wird Victor Boniface nicht mehr für Werder spielen: Mit dem Wechsel von Jovan Milosevic beenden die Bremer nun vorzeitig ihre Transferbemühungen im Angriff.
Boniface? Werder will „mutig bleiben“
Gespielt werden konnte nicht am Samstagnachmittag im Bremer Weserstadion, und doch war man am Osterdeich am Wochenende keineswegs untätig. Neben einer Trainingseinheit der Werder-Profis gingen auch die letzten Formalitäten der Verpflichtung von Jovan Milosevic über die Bühne.
Der 1,90 Meter große Angreifer wird bis zum Saisonende vom VfB Stuttgart ausgeliehen, der den Vertrag des Serben in diesem Zuge um zwei weitere Jahre bis 2029 verlängerte. Werder entrichtet eine Leihgebühr an den Bundesliga-Konkurrenten, die an die Anzahl der Einsätze geknüpft sein und letztlich bis zu 600.000 Euro erreichen soll. Das Gehalt von Milosevic wird komplett übernommen.
Fritz: „Dann gehen wir so in die Rückrunde“
Mit der Verpflichtung des 20-Jährigen, der in der bisherigen Saison vom VfB an Partizan Belgrad verliehen war und in Serbien eine bemerkenswerte Trefferquote (16 Tore in 23 Pflichtspielen) aufweisen konnte, reagieren die Bremer auf den enormen Bedarf im Sturm. Die Transferbemühungen sind damit indes vorzeitig abgeschlossen.
„Wir fühlen uns in der Breite gut aufgestellt und haben im Angriff noch einige andere Jungs im Kader“, erklärte Sportchef Clemens Fritz: „Treten keine Verletzungen auf oder kommt es zu keinen weiteren Abgängen, ist die Stürmerbaustelle geschlossen. Dann gehen wir auf dieser Position so in die Rückrunde.“
Kein „Vergleich“ zwischen Boniface und Keita
Daran ändert auch das mittlerweile offizielle Saisonaus von Victor Boniface nichts, Werder füllt die Vakanz im Kader nun eins-zu-eins. Über das krachend gescheiterte Experiment sagte Fritz: „Große Chancen haben auch mal gewisse Risiken, und ich finde, man muss auch ein Stück weit diesen Mut zum Risiko aufbringen. Man kann diese Leihe auch nicht mit Naby Keita vergleichen, weil das wirtschaftliche Risiko diesmal überschaubar war.“
Der 45-Jährige äußerte darüber hinaus sein Bedauern über das Zustandekommen des vorzeitigen Boniface-Aus in Bremen: „Mir tut es einfach unheimlich leid für Victor, dass er jetzt operiert werden musste – und auch für uns, weil wir uns natürlich etwas anderes erwartet hatten. Trotzdem wollen wir weiterhin mutig auf dem Transfermarkt bleiben.“
Steht Milosevic in Dortmund im Werder-Kader?
Wie bei Milosevic, der sich angesichts seines Alters und der bisherigen Leih-Stationen als VfB-Profi in Serbien und zuvor in der Schweiz (22 Einsätze und 5 Tore für den FC St. Gallen) in der Bundesliga auf höherem Niveau erst einmal bewähren muss. Neben seinem Torriecher habe der einmalige A-Nationalspieler jedoch auch unter Beweis gestellt, ein mitspielender Stürmer zu sein – was auch Chefcoach Horst Steffen ein Anliegen war.
Ob der Neuzugang schon am Dienstag im Bremer Bundesliga-Spiel in Dortmund im Kader stehen wird, sei jedenfalls auch „eine Trainerentscheidung“, so Fritz: „Jovan ist fit und auch seine Handverletzung hindert ihn nicht. Ich kann es mir vorstellen.“
Der Bedarf war ohnehin groß, zudem wird Victor Boniface nicht mehr für Werder spielen: Mit dem Wechsel von Jovan Milosevic beenden die Bremer nun vorzeitig ihre Transferbemühungen im Angriff.
