Nach den Neuwahlen ergibt sich bei der TSG eine interessante Konstellation. Den Bundesligisten führen nun drei Praktiker und als Gesellschafter zwei Ur-Hoffenheimer aus der Softwarebranche.
Drei Fußballer führen Hoffenheim
Wie ihre Profis drückt nun auch die neue Führungsmannschaft der TSG Hoffenheim aufs Tempo. Bereits einen Tag nach den Neuwahlen wird sich der frische Vorstand an diesem Dienstag mit Sportgeschäftsführer Andreas Schicker zu einem ersten intensiven Austausch treffen. „Es war eine sehr gelungene und harmonische Mitgliederversammlung und ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, versicherte Schicker, „ich habe ein gutes Gefühl. André Kreuzwieser habe ich vor einigen Tagen schon kennengelernt, das war sehr sympathisch und gut, am Dienstag werden wir den ersten richtigen Termin haben und schon gewisse Abläufe besprechen. Die Worte Ruhe und Stabilität sind sehr oft gefallen, das brauchen wir im Verein, daran glaube ich definitiv in dieser Zusammensetzung. Ich bin auch überzeugt, dass es zeitnah eine Gesellschafterversammlung geben wird, auf der man die ersten Punkte bespricht, aber eine feste Agenda gibt es noch nicht.“
Die eine oder andere Träne kullerte
„Für mich ist die Wahl eine ganz tolle Sache, weil ich aus Hoffenheim komme und eine lange Vereinshistorie habe“, freute sich Kreuzwieser, der wie sein Mitgesellschafter Dietmar Hopp nicht nur aus Hoffenheim, sondern auch aus der Softwarebranche stammt. Der einstige SAP-Mitarbeiter hat sich mittlerweile selbstständig gemacht. „Ich freue mich auf alles, was jetzt ansteht. Es war sehr emotional. Als ich die Reden geschrieben habe, ist schon im Vorfeld die eine oder andere Träne gekullert. Das will ich gar nicht leugnen“, verriet Kreuzwieser, der selbst einst auch in Verbandsligazeiten als Innenverteidiger für Hoffenheims 2. Mannschaft auflief. „Wir müssen uns jetzt schnell finden im Vorstand, ein komplett neues Setup. Wir haben auch schon am Dienstag einen ersten Termin anberaumt, damit wir schnell in den Arbeitsmodus kommen.“
TSG-Trio: ein Stürmer und zwei Verteidiger
Auch der neue 2. Vorsitzende bringt viel Stallgeruch mit. Der einstige Stürmer Florian Beil durchlief einst die eigene Nachwuchsakademie, in der er aktuell auch als Jahrgangsübergreifender Teammanager auch tätig ist. Wie Schicker bringt auch der 37-Jährige Profierfahrung aus seiner aktiven Zeit mit (TeBe Berlin, Magdeburg), insofern führen nun drei Ex-Fußballer die TSG. „Es ist immer schön, wenn man im Vorstand viel Fußballexpertise hat“, betont der frühere Linksverteidiger Schicker, „Florian war ja auch Profi, auch André ist einer, der gekickt hat. Das ist schon gut, wenn man sich da auf einem hohen Niveau austauschen kann.“
Kreuzwieser benennt auch schon „zwei drei Kernthemen, die wir angehen müssen“. Kurzfristig soll bei der TSG wieder Ruhe einkehren, der Draht zu den Fans soll verstärkt und vermehrt auch zu Sponsoren aufgebaut werden. „Ich glaube, da haben wir ein bisschen was liegenlassen in den letzten Wochen und Monaten“, so Kreuzwieser, „ein großes Thema ist die Schnittstelle zwischen der GmbH und dem e.V. , da haben wir ja gesehen, was da alles in den jüngsten Monaten passiert ist. Auch die Verwurzelung in der Region ist ein großes Thema, wir müssen in die Schulen und in die Kindergärten gehen, um da einen engen Draht aufzubauen. Ich möchte nicht, dass ein Schulkind zum VfB, oder zum KSC geht oder Bayernfan wird. Ich bin aufgewachsen als Bayernfan, da war Hoffenheim noch nicht in der Bundesliga. Jetzt haben wir hier eine ganz andere Situation.“
Zweite Teilnahme an der Champions League?
In der nun anstehenden Schlussphase der Saison soll mit ruhiger Hand geholfen werden, die große sportliche Chance auf die zweite Teilnahme an der Champions League zu nutzen. Träumt er schon von Bankett-Reden nach Spielen gegen Real Madrid und Co.? „Das ist noch weit weg“, sagt der 45-Jährige, „prinzipiell habe ich schon mal mit dem Gedanken gespielt, was möglich wäre, aber man wächst mit den Themen, auch das werden wir dann hinkriegen.“
Beil hat sogar bereits Europacup-Erfahrungen gesammelt mit Hoffenheims U 19 seinerzeit in der Youth League, „und wenn die TSG hoffentlich wieder die Champions League erreicht, spielt die U 19 automatisch auch wieder international“, so Beil, der sich besonders dem Thema Talente widmen möchte. „Es geht darum, herauszufinden, wer welche Stärken hat. Ich denke, bei mir wird es mehr in den Bereich Nachwuchs gehen mit meiner Expertise und meiner Erfahrung, die ich in der Nachwuchsarbeit habe. Wir sind froh, dass wir so in der Breite aufgestellt sind.“
Nach den Neuwahlen ergibt sich bei der TSG eine interessante Konstellation. Den Bundesligisten führen nun drei Praktiker und als Gesellschafter zwei Ur-Hoffenheimer aus der Softwarebranche.
