Für die entscheidenden Wochen im Abstiegskampf der Bundesliga steuert der Tabellen-Drittletzte im Trainerteam noch einmal nach. Dort scheidet nun auch die „rechte Hand“ des Anfang Februar beurlaubten Chefcoaches aus.
Thioune setzt auf Jan Hoepner als vertrauten Assistenten
Fünf Tage vor dem womöglich richtungsweisenden Kellerduell beim Tabellennachbarn FC St. Pauli gibt der SV Werder eine weitere Veränderung im Trainerteam bekannt. In beiderseitigem Einvernehmen trennt sich der aktuelle Drittletzte von Co-Trainer Raphael Duarte, der gemeinsam mit Ex-Profi Christian Groß nach der Beurlaubung von Horst Steffen vorübergehend das Training geleitet und zunächst auch an der Seite des neuen Chefcoachs Daniel Thioune gearbeitet hatte.
„Wir sind Raphael sehr dankbar, dass er nach der Freistellung von Horst Steffen gemeinsam mit Christian Groß die Mannschaft interimistisch übernommen hat“, erläuterte Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz nach einem Gespräch mit Duarte. „In der neuen Konstellation mit Daniel Thioune als Cheftrainer haben sich aber die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für die Co-Trainer verändert.“
Im fairen, offenen Dialog sei man gemeinsam zu dem Schluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden, da sich auch Raphaels Vorstellungen von seinen Aufgaben von der aktuellen Tätigkeit unterscheiden. „Auch weil Daniel mit Jan Hoepner einen ihm vertrauten Co-Trainer mitgebracht hat“, so Fritz. „Vor diesem Hintergrund sind wir mit Raphael ins Gespräch gekommen, da sich seine Rolle am deutlichsten im Vergleich zur Zeit unter Horst Steffen gewandelt hat.“
Thioune: Mit Hoepner gemeinsam bei Fortuna
Der 44-jährige Hoepner, der unter anderem im Nachwuchsleistungszentrum von Bayer Leverkusen Erfahrungen sammelte, war im Februar 2022 im Team mit Thioune bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf eingestiegen. Gemeinsam waren die zwei auch im vergangenen Oktober am Rhein von ihren Ämtern entbunden worden.
Duarte unterdessen arbeitete sich früh in seiner Karriere beim aktuellen Erstligisten Jeunesse Canach in sechs Jahren seit 2012 vom Jugend- bis zum Chefcoach, seinerzeit in der 2. Liga Luxemburgs, hoch. Der Sprung in den internationalen Fußball gelang ihm 2021 als Co-Trainer des französischen Zweitligisten AS Nancy.
Mit der SVE knapp an der Bundesliga vorbei
Mit Duarte verschwindet personell das „letzte Stück Horst Steffen“ bei Werder. Den 29-jährigen gebürtigen Luxemburger, der auch die portugiesische Nationalität besitzt, hatte der Anfang Februar von den Bremern freigestellte Chefcoach vor fast genau vier Jahren als „rechte Hand“ zur SV Elversberg gelotst. Dort hatte Steffen seinerzeit bereits über drei Jahre gewirkt.
Mit dem Duo Steffen/Duarte begann der imposante Aufschwung bei dem Südwest-Regionalligisten, der 2022 zunächst in die 3. Liga und schon ein Jahr später als Meister in die 2. Liga aufstieg. Mit der SVE schrammten Steffen und Duarte als Dritter der Abschlusstabelle 2024/25 schließlich hauchdünn am Aufstieg in die Bundesliga vorbei, als sie nach einem 2:2 im Hinspiel der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim im Rückspiel vor eigenem Publikum erst in der fünften Minute der Nachspielzeit mit 1:2 das Nachsehen hatten. Kurz darauf erfüllte sich der Traum von der 1. Liga für die beiden Trainer mit dem gemeinsamen Wechsel nach Bremen – wenn auch nur für vergleichsweise kurze Zeit.
Für die entscheidenden Wochen im Abstiegskampf der Bundesliga steuert der Tabellen-Drittletzte im Trainerteam noch einmal nach. Dort scheidet nun auch die „rechte Hand“ des Anfang Februar beurlaubten Chefcoaches aus.
