Mehr VAR, weniger Zeitspiel: IFAB beschließt sechs Regeländerungen 

Zur neuen Saison müssen sich Fußballer und Fans auf zahlreiche neue Regeln einstellen. Am Samstag beschloss das zuständige IFAB umfassende Änderungen im Kampf gegen Zeitspiel – und eine umstrittene VAR-Neuerung.

Das gilt ab 2026/27

Das Fußball-Regelwerk ändert sich – wie erwartet – an entscheidenden Stellen. Am Samstag beschloss die internationale Fußball-Regelbehörde IFAB bei ihrer Jahreshauptversammlung im walisischen Hensol mehrere Neuheiten. Die Änderungen treten bereits ab der WM 2026 in Kraft.

Allen voran dem Zeitspiel sagt das Gremium, dem die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland sowie die FIFA angehören, weiter den Kampf an. Aber auch der VAR erhält neue Befugnisse. Die neuen Regeln im Überblick:

1. Countdowns auch bei Abstößen und Einwürfen

Bei Torhüter-Abschlägen oder -Abwürfen gilt bereits die Acht-Sekunden-Regel, wobei die Schiedsrichter die letzten fünf Sekunden öffentlich herunterzählen. Künftig sollen sie dies auch bei Abstößen und Einwürfen tun. Dabei liegt es in ihrem Ermessen, wann sie den Countdown starten. Dauert es bei Abstößen zu lange, erhält das gegnerische Team – wie jetzt bereits bei Abschlägen und Abwürfen – einen Eckball. Bei Einwurf-Verstößen darf der Gegner einwerfen.

2. Zeitbegrenzung bei Auswechslungen

Ab der neuen Saison haben ausgewechselte Spieler nur noch zehn Sekunden Zeit, um bei einer angezeigten Auswechslung das Feld zu verlassen. Hält sich dieser nicht daran, darf der für ihn vorgesehene Einwechselspieler erst auf den Platz, sobald es eine weitere Spielunterbrechung gibt.

3. Behandelte Spieler müssen eine Minute draußen bleiben

Weiterhin müssen Feldspieler bei Verletzungen außerhalb des Spielfeldes behandelt werden, damit das Spiel nicht zu lange unterbrochen ist. Neu ist: Ab dem Verlassen des Spielfeldes muss der betroffene Spieler unabhängig von der Dauer seiner Behandlung mindestens eine Minute pausieren, ehe er wieder mitwirken darf. Damit wollen die Regelhüter verhindern, dass ein Spieler sich nur behandeln lässt, um das Spiel zu unterbrechen. Außerdem soll so gewährleistet werden, dass sich Spieler ohne Zeitdruck behandeln lassen.

4. Der VAR kann Gelb-Rote Karten korrigieren

Der VAR darf künftig auch eingreifen, wenn die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte klar und offensichtlich falsch war. Hat der Referee eine Gelb-Rote Karte verpasst, darf sich der VAR indes wie bisher nicht melden.

5. Der VAR kann falsche Eckball-Entscheidungen korrigieren

Eindeutig falsche Eckstoßentscheidungen darf der VAR künftig korrigieren – vorausgesetzt, der falsch gegebene Eckball wird direkt vom VAR erkannt und vom Schiedsrichter korrigiert, ohne dass eine wesentliche Verzögerung entsteht. Der VAR soll also nicht jeden Eckstoß detektivisch überprüfen.

6. Der VAR hat mehr Befugnisse bei einer Spielerverwechslung

Bisher zählte die Spielerverwechslung neben Torerzielung, (potenzieller) Roter Karte und (möglichem) Strafstoß bereits zu den vier grundsätzlichen Themen, bei denen der VAR eingreifen darf. Das war bisher allerdings nur zulässig, wenn Spieler aus derselben Mannschaft bei der Bestrafung verwechselt wurden. Künftig darf der VAR auch eingreifen, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft versehentlich sanktioniert wurde.

Vor allem die neuen VAR-Befugnisse stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Auch beim DFB hält man diese für „nicht konsequent durchdacht“ und sieht im Schiedsrichter den Leidtragenden.

 Zur neuen Saison müssen sich Fußballer und Fans auf zahlreiche neue Regeln einstellen. Am Samstag beschloss das zuständige IFAB umfassende Änderungen im Kampf gegen Zeitspiel – und eine umstrittene VAR-Neuerung. 

 

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