Mehr Countdowns, neue VAR-Befugnisse: Das soll sich 2026/27 bei den Regeln ändern 

Am Samstag steigt in Wales die Jahreshauptversammlung der internationalen Fußball-Regelbehörde IFAB. Weitere Maßnahmen gegen Zeitverlust und Zeitspiel sowie Erweiterungen der VAR-Befugnisse stehen im Fokus. Der kicker beleuchtet vorab die Regel-Neuheiten, die ab der Saison 2026/27 zu erwarten sind.

Details vor der IFAB-Sitzung am Samstag

In Hensol, einem kleinen Ort nahe der Hauptstadt Cardiff, mit Burg, Krankenhaus und Golfplatz samt Hotel ist auch der walisische Fußballverband beheimatet. Am Samstag werden dort Dinge entschieden, die allerdings den weltweiten Fußball betreffen. Bei der Jahreshauptversammlung der Regelbehörde IFAB (International Football Association Board) geht es mal wieder um Neuheiten, Änderungen und Erweiterungen der Spielregeln, die zum Start der nächsten Saison in Kraft treten sollen.

Traditionell entscheiden im Gremium mit jeweils einer Stimme die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland sowie die FIFA mit insgesamt vier Stimmen. Für eine Regeländerung ist eine Mehrheit von sechs Stimmen erforderlich, wobei die FIFA mit ihren vier Stimmen nur en bloc abstimmen kann. Nach der kürzlich abgehaltenen Jahresgeschäftssitzung des IFAB und der feststehenden Tagesordnung der JHV ist bereits klar, worum es gehen wird. Der kicker beleuchtet die wichtigsten, ab der Saison 2026/27 zu erwartenden Änderungen und Neuheiten.

Weitere Druckmittel für mehr Spielfluss

IFAB und FIFA haben sich schon seit etwas längerer Zeit auf die Fahnen geschrieben, das Bild des Fußballs zu verbessern und die Netto-Spielzeit zu erhöhen. Also will man weiterhin verstärkt gegen das Fehlverhalten der Protagonisten und insbesondere gegen Zeitspiel vorgehen.

Neue Countdowns und Ballbesitz-Wechsel als SanktionZur aktuellen Saison wurde die Acht-Sekunden-Regel für Torhüter neu eingeführt, damit die Keeper den Ball per Abschlag oder Abwurf wieder zügig ins Spiel bringen sollen. Der Schiedsrichter zählt dabei die letzten fünf Sekunden öffentlich herunter. Bei einer Verletzung dieser Regel ist ein Eckstoß für die gegnerische Mannschaft vorgesehen – was bisher aber nur ganz selten vorkam. Eckball für den Gegner ist künftig als Sanktion auch vorgesehen, wenn es bei einem Abstoß aus dem Fünfmeterraum zu lange dauert. Hier soll der Referee ebenso einen öffentlichen Fünf-Sekunden-Countdown als Druckmittel nutzen.

Ein solcher Fünf-Sekunden-Countdown soll künftig auch zum Einsatz kommen, wenn ein Einwurf verzögert wird. Wird der Countdown gerissen, erhält der Gegner den Ball zum Einwurf. Wann der Schiri den Fünf-Sekunden-Countdown bei Abstoß und Einwurf startet, soll in seinem Ermessen liegen.

Zeitbegrenzung für eine AuswechslungAb der Saison 2026/27 sollen Spielerinnen und Spieler nur noch zehn Sekunden Zeit haben, um bei einer angezeigten Auswechslung das Feld zu verlassen. Sollte es länger dauern, darf der jeweilige Einwechselspieler erst bei der darauffolgenden Spielunterbrechung das Feld betreten. Die dadurch folgende kurze Unterzahl soll als abschreckende Sanktion dienen.

Kurze Pause nach VerletzungsunterbrechungWie bisher sollen Spieler bei Verletzungen außerhalb des Spielfeldes behandelt werden (Torhüter bleiben eine Ausnahme), um eine schnelle Spielfortsetzung zu ermöglichen. Künftig soll ein behandelter Spieler ab Verlassen des Spielfeldes aber für eine noch festzulegende, kurze Zeitspanne pausieren, ehe er wieder am Spiel teilnehmen darf. Das soll einerseits der Gesundheit der Spieler dienen, damit sie ohne Zeitdruck außerhalb des Spielfeldes behandelt werden können. Andererseits soll diese kurze Zwangspause verhindern, dass ein Spieler sich nur behandeln lässt, um das Spiel zu unterbrechen, sofort nach Verlassen des Spielfeldes wieder Einsatzbereitschaft signalisiert und so schnell wie möglich vom Schiedsrichter wieder auf den Rasen zurückgelassen werden will.

Noch keine Maßnahme gegen „Torhüter-Auszeiten“

Die im internationalen Fußball immer häufiger zu beobachtende Praxis, dass Trainer ihre Feldspieler an der Coachingzone zu einer inoffiziellen Auszeit-Besprechung versammeln, während sich der eigene Torwart auf dem Feld vom medizinischen Staff behandeln lässt, und es sich dabei teilweise wohl um eine vorgetäuschte Behandlungsnotwendigkeit handelt, ist den IFAB-Experten bewusst. Konkrete Gegenmaßnahmen sind zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht zu erwarten.

Erweiterte VAR-Eingriffsmöglichkeiten

Korrekturmöglichkeit bei Gelb-RotAuch, weil es in der Bundesliga einen Präzedenzfall gab, soll der VAR künftig eingreifen können, wenn bei einem Platzverweis durch eine Gelb-Rote Karte die zweite Verwarnung klar und offensichtlich falsch war. Im September 2024 hatte der inzwischen in der Champions League eingesetzte deutsche Top-Schiri Sven Jablonski den Stuttgarter Atakan Karazor beim Spiel in Wolfsburg vom Platz gestellt – obwohl dieser seinen Gegenspieler Maximilian Arnold im Zweikampf gar nicht getroffen hatte. Jablonski hatte sich im Anschluss für solche Fälle eine Korrekturmöglichkeit via VAR gewünscht – die es nun ab 2026/27 geben soll. Bei vom Schiri verpassten Gelb-Roten Karten soll der VAR aber auch künftig nicht eingreifen dürfen.

SpielerverwechslungBisher zählte die Spielerverwechslung neben Torerzielung, (potenzieller) Roter Karte, und (möglichem) Strafstoß bereits zu den vier grundsätzlichen Themen, bei denen der VAR eingreifen darf. Das war bisher allerdings nur zulässig, wenn Spieler aus derselben Mannschaft bei der Bestrafung verwechselt wurden. Künftig soll der VAR auch eingreifen dürfen, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft versehentlich sanktioniert wurde.

Korrektur bei falschen Eckstößen als OptionVor allem, weil nach kicker-Informationen die FIFA diese VAR-Eingriffsmöglichkeit schon bei der anstehenden WM in den USA, Kanada und Mexiko anwenden möchte, sollen künftig auch eindeutig falsche Eckstoßentscheidungen via VAR korrigiert werden. Dabei soll die Maßgabe gelten, dass der falsch gegebene Eckball direkt vom VAR erkannt und vom Schiedsrichter korrigiert wird, ohne dass eine wesentliche Verzögerung entsteht. Der VAR soll also nicht jeden Eckstoß detektivisch überprüfen. Zudem könnte die Eckball-Korrektur nur eine Option darstellen, sodass jeder Wettbewerb selbst entscheiden dürfte, ob er das im Gegensatz zu den beiden anderen bindenden Erweiterungen zusätzlich ins VAR-Protokoll aufnimmt. Es wird auch darüber nachgedacht, inwiefern Technologie ähnlich wie beim Abseits dabei helfen könnte, falsche Eckstöße so schnell wie möglich zu erkennen.

Auswertungen zur Kapitänsregel und Testreihen

Ansonsten sollen bei der IFAB-JHV bei manchen Regeln noch kleinere textliche Änderungen beschlossen bzw. schon geltende Auslegungsrichtlinien fest in den Spielregeln verankert werden. Zudem werden Auswertungen zur bereits bei der EM 2024 eingeführten Kapitänsregel, der halb-automatischen Abseitstechnologie und anfänglichen Testreihen zu einem anderen Abseitsmodell („Tageslicht-Abseits“, Offensivspieler muss sich mit dem gesamten Körper im Abseits befinden), „Abkühlungspausen“ im Amateurfußball sowie zum Football Video Support (weniger aufwendige Alternative zum VAR-System) erwartet.

Das alternative, vor allem von Ex-Arsenal-Trainer Arsene Wenger propagierte „Tageslicht“-Abseitsmodell ist allerdings noch weit von ein Einführung entfernt bzw. könnte auch nie zur Anwendung kommen. Die bisher als Regeloption den unterschiedlichen Wettbewerben empfohlene Kapitänsregel soll zur Saison 2027/28 verpflichtender Bestandteil der Regeln werden.

 Am Samstag steigt in Wales die Jahreshauptversammlung der internationalen Fußball-Regelbehörde IFAB. Weitere Maßnahmen gegen Zeitverlust und Zeitspiel sowie Erweiterungen der VAR-Befugnisse stehen im Fokus. Der kicker beleuchtet vorab die Regel-Neuheiten, die ab der Saison 2026/27 zu erwarten sind. 

 

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