Der SC Freiburg macht Fortschritte in der Fremde – im Vergleich zur vorigen Saison und auch im Hinblick auf die jüngsten Auswärtsspiele. Dennoch bleibt auch in Frankfurt nichts Zählbares hängen.
Freiburg steigert sich teilweise, verliert aber zum achten Mal auswärts
Das große Freiburger Gefälle in der Heim- und Auswärtsbilanz hat mehrere Gründe. Eine Hauptursache konnte man am Sonntag auch beim 0:2 in Frankfurt beobachten. Das Offensivspiel der Mannschaft von Julian Schuster zählt ohnehin nicht zu den gefährlichsten und spektakulärsten der Liga, zeichnet sich gerade im eigenen Stadion aber regelmäßig durch Effizienz aus. Bei der Eintracht war es insbesondere bis zur Pause im letzten Drittel durch große Harmlosigkeit gekennzeichnet.
Kurz vor der Pause hätte allerdings Igor Matanovic nach guter Flanke von Christian Günter beinahe mit dem ersten Torschuss gegen seinen Ex-Klub die Führung erzielt, köpfte aber nur an den Pfosten. Eine „sinnbildliche“ Szene aus Sicht des Gäste-Trainers: „Ich habe den Ball schon drin gesehen, dann springt er leider wieder raus.“ Auch wegen dieser Szene ärgerte sich Schuster hinterher über „ein Spiel der verpassten Möglichkeiten“.
Auf die Chancen folgt die Fehlerkette
Der SC-Trainer haderte auch mit einer Szene in der 1. Minute. Mit einem geradlinigeren Laufweg wäre Matanovic vermutlich nach einem guten Pass von Yuito Suzuki kurz vor Eintracht-Keeper Kaua Santos an den Ball gekommen, und hätte ein Tor erzielen oder eine Notbremse provozieren können. So kam Matanovic einen Tick zu spät und hatte Glück für sein versehentliches Stempeln, das Kaua Santos’ verletzungsbedingte Auswechslung zur Folge hatte, nicht verwarnt worden zu sein.
Auch kurz nach der Pause hatte Vincenzo Grifo nach einer guten Suzuki-Aktion eine weitere Chance auf die Führung, scheiterte jedoch am gut reagierenden Michael Zetterer. Wie kurz vor Schluss auch der eingewechselte Derry Scherhant. In der Zwischenzeit verlor der SC aber die Partie.
Auch, weil der bisher konstanteste Freiburger Feldspieler der Saison eine Fehlerkette in Gang setzte. Abwehrchef Matthias Ginter spielte nach eigener Balleroberung einen schlecht getimten Pass in die Mitte, den Maximilian Eggestein und Bruno Ogbus aber auch nicht energisch genug zu erreichen versuchten. Kurz darauf traf Fares Chaibi, wobei auch weitere SC-Profis, wie etwa Lucas Höler, nicht gut verteidigten.
Einfache Gegentore
Schuster sprach von „einem verhältnismäßig einfachen Gegentor“ und bemängelte, das Team habe dann vor dem 2:0 der Frankfurter die „Tiefe“ nicht gut genug verteidigt. „Es sind zwei Situationen, in denen wir im Verbund eine bessere Entscheidung treffen können und eigentlich so positioniert sind, dass wir beim Ballverlust die Situation besser unter Kontrolle haben. Da waren wir uns aber nicht schnell genug einig – diese kurzen Momente wurden dann entsprechend auch ausgenutzt“, so der 40-Jährige weiter.
Solche Fehler in defensiven Schlüsselszenen, kombiniert mit zu wenig Durchschlagskraft im Angriff, ergaben erneut eine Auswärtsniederlage, bereits die achte in der laufenden Saison. Und in der ersten Hälfte hatte schon Noah Atubolu mit drei starken Paraden einen Rückstand verhindert.
Kapitän Günter sah „eine ordentliche Auswärtsleistung“. Das traf aber nur auf einige Phasen zu, teilweise waren mehr Mut im Aufbau und einige kleinere Kombinationen zu sehen. „Wir haben die zwei Wochen im Training wirklich hart gearbeitet, um uns da einfach wieder eine gewisse Sicherheit zu holen. Ich glaube, das haben wir im hinteren Drittel und im Mitteldrittel wirklich sehr gut gemacht. Jetzt gibt es wieder andere Dinge, an denen man noch weiterarbeiten muss. Das müssen wir weiter fokussiert tun und dann gehen wir Schritt für Schritt vorwärts“, resümierte Günter.
Klare Verbesserung zur Vorsaison
Auch Schuster argumentierte in ähnlicher Weise. Er sah „gegen einen starken Gegner“ eine „deutliche Steigerung, vor allem auch mit Ball“ im Vergleich zu manch anderen Auswärtsspielen in dieser Saison. Letztmals hatte der SC Ende Dezember, beim 4:3 in Wolfsburg, in nder Fremde gewonnen. „Wir haben schon in Stuttgart darüber gesprochen, dass es ein anderes Gesicht war. Diesmal ist es erneut ein anderes Gesicht. Und auch wenn es auch noch nicht zu Punkten gereicht hat, sind es dennoch Leistungen und Erfahrungen, die uns helfen“, betonte Schuster.
Apropos Stuttgart. Dort mussten sich die Freiburger im Februar nur wegen des späten Gegentreffers mit 0:1 geschlagen geben. Jetzt in Frankfurt war ebenfalls mehr drin. Damit präsentierte sich das Team gegen die beiden nominellen Top-Teams deutlich verbessert im Vergleich zur Vorsaison, als im Januar auf ein 1:4 in Frankfurt direkt ein 0:4 in Stuttgart folgte. Im nächsten Schritt gilt es, in drei Wochen beim FC St. Pauli idealerweise mal wieder einen Auswärtssieg einzufahren und künftig auch bei den Top-Teams was Zählbares mitzunehmen. Das DFB-Pokal-Halbfinale in der Landeshauptstadt Baden Württembergs Ende April wäre zum Beispiel ein passender Moment.
Der SC Freiburg macht Fortschritte in der Fremde – im Vergleich zur vorigen Saison und auch im Hinblick auf die jüngsten Auswärtsspiele. Dennoch bleibt auch in Frankfurt nichts Zählbares hängen.
