Abwehrchef Matthias Ginter erzielte ein Tor in bester Stürmer-Manier und Igor Matanovic stand dort, wo er stehen muss. Doch nach dem 2:1-Sieg gegen Gladbach adelten Freiburgs Angreifer und der Trainer eine Schlüsselaktion von Kapitän Christian Günter, für die es keinen Scorerpunkt gibt.
Warum der Kapitän als Sinnbild taugt
Der SC Freiburg hat auch am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) kein Offensivfeuerwerk abgebrannt. Es war eher wieder die pragmatische Mischung aus Disziplin, defensiver Stabilität und offensiver Effizienz bei den meist nicht so zahlreichen eigenen Torchancen, mit denen die Mannschaft von Julian Schuster Spiele gegen Mannschaften auf oder unterhalb der eigenen Augenhöhe regelmäßig knapp für sich entscheidet. Wie schon in den drei Heimspielen zuvor gegen Bremen (1:0), Köln und den HSV (jeweils 2:1).
Doch obwohl der SC gegen Gladbach die Partie weitgehend unter Kontrolle hatte und nur einmal in Person von Bruno Ogbus die schwierige Aufgabe nicht meisterte, den kopfballstarken 1,94-Meter-Stürmer Haris Tabakovic nach einer Ecke am Anschlusstor per Kopf zu hindern, wurde es ganz zum Ende noch mal richtig gefährlich vor dem eigenen Tor.
„Da geht jedem Fußball-Liebhaber das Herz auf“
Nach einem langen Ball ließ sich der zuvor gut verteidigende Philipp Treu, der Ginters 1:0 zudem per Einwurf eingeleitet hatte, kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball von Wael Mohya abluchsen, der quer auf Tabakovic ablegte. Doch bevor der Gäste-Stürmer im Eins-gegen-eins mit Noah Atubolu abschließen konnte, spritzte nach einem beherzten Sprint zurück noch SC-Kapitän Günter dazwischen und klärte den Ball in höchster Not mit seinem schwächeren rechten Fuß.
„Das ist Günni. Wenn ich diese Situation sehe, wie er für diese Aktion brennt, da geht jedem Fußball-Liebhaber das Herz auf“, sagte Igor Matanovic und fällte als Stürmer, der in bester Abstaubermanier das zwischenzeitliche 2:0 besorgt hatte, ein bemerkenswertes Urteil: „Solche Szenen sind manchmal mehr wert als ein Tor.“ Auch, weil sie über das Verhindern der Torchance hinaus laut Matanovic sinnbildlich für den großen Zusammenhalt in der Freiburger Mannschaft stehen, der einen gewissen Erfolg überhaupt erst ermöglicht.
Schusters Kompliment für die Viererkette
Direkt nach seiner Klärungsaktion, bei der Günter einen Freistoß wegen eines Fouls von Tabakovic rausholte, wurde Günter entsprechend von mehreren Teamkollegen gefeiert. Später lobte ihn auch der Trainer ausdrücklich. „Symptomatisch“, nannte auch Julian Schuster die Szene: „Natürlich darf es im ersten Schritt gar nicht so weit kommen, aber trotzdem diese Wachheit zu haben, den Ball so zu klären, das ist optimal. Das war sehr wichtig in diesem Moment.“
Insgesamt hob Schuster die „Haltung und die Leidenschaft“ seines Teams beim Verteidigen hervor und bedachte seine Viererkette, die neben Ginter, Günter und Treu auch aus dem abseits des 2:1 ebenfalls stabil agierenden Youngster Ogbus bestand, mit einem Extra-Kompliment: „Wie viele Bälle sie blocken, das ist einfach eine Qualität. Da siehst du schon im Training diese Bereitschaft und die Offenheit, das genau so zu leben, umzusetzen und sich da auch gegenseitig zu pushen.“
Das sei „toll und wichtig“ und führe nach Ansicht des Trainers dann auch zu Zählbarem in der Tabelle: „Das sorgt dafür, in engen Situationen gut zu verteidigen und, dass wir die Spiele dann für uns entscheiden können.“ Die defensive Stabilität wird auch in den kommenden Wochen für den SC die Basis bilden, Erfolg haben zu können. Dieser wird allerdings auch von der weiterhin steigerungsfähigen Offensivleistung abhängen.
Abwehrchef Matthias Ginter erzielte ein Tor in bester Stürmer-Manier und Igor Matanovic stand dort, wo er stehen muss. Doch nach dem 2:1-Sieg gegen Gladbach adelten Freiburgs Angreifer und der Trainer eine Schlüsselaktion von Kapitän Christian Günter, für die es keinen Scorerpunkt gibt.
