Kwasniok verteidigt Umgang mit El Mala: „Bin Wegbegleiter, nicht Fan“ 

Lukas Kwasniok steht vor dem Heimspiel-Doppelpack gegen Bayern und Mainz unter Beobachtung. Vorab erklärt er seinen Umgang mit Said El Mala – und was das Fanplakat mit ihm gemacht hat.

Köln arbeitet Fanbanner auf

Mit einer gewissen Anspannung erwarten die Fans des 1. FC Köln nicht nur den Anpfiff gegen den FC Bayern am Mittwoch (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker), sondern auch das, was der Klub rund eine Stunde vorher kundtun wird: die Aufstellung. Wird Said El Mala diesmal von Anfang an mitmischen?

Auch in Heidenheim am Samstag (2:2) durfte der potenzielle WM-Fahrer sein Scorerpunktekonto erst als Joker erhöhen, was ein Grund für die zunehmende Kritik an Trainer Lukas Kwasniok ist. Doch der hält davon unbeeindruckt an seinem grundsätzlichen Umgang mit El Mala fest.

„Er ist noch nicht so weit, dass er drei Spiele in einer Woche von Beginn an über 90 Minuten durchstehen kann. Ich habe ihn einfach gerne am Ende des Spiels auch noch auf dem Feld“, verteidigt Kwasniok bei RTL sein Vorgehen. „Unsere erfolgreichste Zeit in dieser Saison war unter anderem deshalb erfolgreich, weil Said die Spiele von der Bank entschieden hat.“

„Ich glaube, dass sein Marktwert in erster Linie dann steigen wird, wenn er weiterhin eskalieren wird.“ (Lukas Kwasniok über Said El Mala)

Die Gefahr, damit auch Marktwerte für den FC zu gefährden, sieht er nicht. „Ich bin ein Wegbegleiter von Said und nicht sein Fan“, erklärt er. „Ich glaube, dass sein Marktwert in erster Linie dann steigen wird, wenn er weiterhin eskalieren wird. Deshalb wird es darum gehen, ihn weiterhin in diese Scoring-Momente zu bekommen.“ Selbst wenn El Mala gegen die Bayern zum siebten Mal in dieser Saison beginnen sollte, könnte ihm also drei Tage später im Kellerduell mit dem 1. FSV Mainz 05 schon wieder die Bank drohen.

FC-Verantwortliche konfrontieren Fanszene: „Ihr müsst schon ein bisschen aufpassen“

Unruhe herrscht beim immer noch besten Aufsteiger allerdings nicht nur wegen El Mala. Dass in Heidenheim Fans ein Anti-Kwasniok-Plakat entrollten, sorgte für Wirbel – und interne Diskussionen. „Wir haben den direkten Kontakt zu unserer aktiven Fanszene gesucht, um zu hinterfragen, woher die Ängste, der Fingerzeig aus der Kurve kommt, und um zu sagen: Ihr müsst schon ein bisschen aufpassen“, berichtet Sportdirektor Thomas Kessler. „Wir haben sehr konstruktiv miteinander gesprochen und uns darauf committet, dass der Fokus auf der sportlichen Situation liegen muss. Da wollen wir alle Kräfte bündeln.“

Grundsätzlich werde „der Kölner“ nach sieben sieglosen Spielen „von Haus aus etwas nervöser aufgrund der Erlebnisse der letzten Jahre“, deutete Kessler eine Erklärung für den Unmut aus der Kurve an, ohne ins Detail gehen zu wollen. „Das ist auch die Kultur des 1. FC Köln: Man kann sich äußern, man kann auf den Verein zugehen, und das, was da besprochen wird, das bleibt intern.“

Kwasniok räumt ein, dass ihn das Plakat nicht kaltgelassen habe. „Wenn es einen direkt betrifft, nimmt man sich das zu Herzen. Du kannst dich dem ja nicht entziehen. Deswegen hat das schon ein bisschen was mit mir gemacht.“

Kessler: „Vollste Rückendeckung“ für Kwasniok

Von Kessler erhält der Trainer weiterhin „die vollste Rückendeckung“. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben“, versichert der Sportdirektor. „Ich sehe jeden Tag den Prozess im Training. Mir ist es wichtig, dass wir das ganze Thema rational einordnen. Wir stehen in einer Tabellenregion, die für uns völlig vernünftig ist, die Punktzahl ist es auch.“

Sollten El Mala & Co. gegen Bayern allerdings nicht „eskalieren“, wird Platz 11 zum Hinrunden-Abschluss kaum zu halten sein. Bei einer Niederlage stünden nach 17 Spieltagen exakt 17 Zähler zu Buche.

 Lukas Kwasniok steht vor dem Heimspiel-Doppelpack gegen Bayern und Mainz unter Beobachtung. Vorab erklärt er seinen Umgang mit Said El Mala – und was das Fanplakat mit ihm gemacht hat. 

 

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