Die Meisterschaft ist für den BVB kein Thema mehr, der Kurs auf die Königsklasse dafür klar eingeschlagen. Im Rennen um Platz 2 will Niko Kovac dennoch nichts dem Zufall überlassen – schielt aber auf ein Jubiläum.
„Kein bisschen Platz“ für Experimente
Wenn Borussia Dortmund am Samstag um 18.30 Uhr (LIVE! bei kicker) den HSV zum Topspiel des 27. Spieltags empfängt, sind die Rollen klar verteilt. Die Borussia ist der Favorit, der Aufsteiger aus dem Norden auch nach dem späten Punktgewinn im Hinspiel der Underdog.
Niko Kovac hatte auf der obligatorischen Pressekonferenz daher ein klares Bild von dem, was ihm sein ehemaliger Klub entgegenstellen wird: „Ich gehe davon aus, dass es wieder ein sehr intensives Spiel werden wird. Der HSV wird sicherlich sehr kompakt stehen wollen, wie im Hinspiel, und über Konter und Standards zum Erfolg kommen.“
„A-Note“ überwiegt die Dominanz
Um einen zweiten Punktverlust gegen die Hamburger zu verhindern, will der BVB-Coach bestenfalls einen ähnlich dominanten Auftritt sehen wie zuletzt beim 2:0 gegen Augsburg. „Wenn man als Trainer oder Mannschaft ein Spiel gewinnen möchte, dann möchte man auch den Gegner 90 Minuten kontrollieren“, so Kovac, der dieses in der Bundesliga „ziemlich schwierige“ Unterfangen im Zweifel jedoch dem Dreier unterordnen würde. „Wenn es mal nicht so klappt, zählt am Ende immer die sogenannte A-Note“, spielte er schmunzelnd auf einen Sieg an.
Kein Sonderstatus für Youngster
Dass Kovac den Erfolg über alles stellt, unterstrich er mit Blick auf die Personalien. Mehr Spielminuten für Youngster werde es trotz des vermeintlich komfortablen Acht-Punkte-Polsters auf Rang 3 nicht geben. „Ich sehe da gar kein bisschen Platz, denn wir haben noch gar nichts erreicht“, machte er deutlich. Der BVB habe zwar „mehr Punkte als zum Ende der letzten Saison, aber wir haben noch acht Spiele zu gehen und noch sehr schwierige Spiele gegen direkte Konkurrenten“. Am Borsigplatz dürfe man sich daher „nicht in Sicherheit wiegen lassen“. Dazu kenne Kovac „die Bundesliga allzu gut“.
Auch langfristigere Überlegungen spielen mit Blick auf die letzten Saisonspiele daher keine Rolle für den 54-Jährigen. „Die Jungs, die da sind, haben dieselbe Berechtigung zu spielen wie andere, die nächste Saison noch da sind“, „ignoriert“ er die bereits feststehenden Abgänge geradezu und schiebt nach: „Wenn wir irgendwas ausprobieren wollen, dann haben wir die Vorbereitung in der neuen Saison. Da werden wir das ein oder andere ausprobieren. Aber jetzt gibt es bis zum Schluss keine Experimente.“
Kovac deutet Jubiläums-Garantie für Brandt an: „Das wäre nicht nett von mir“
Profitieren könnte davon Julian Brandt. Der Kreativspieler wird die Borussia am Saisonende nach sieben Jahren im BVB-Dress verlassen. Vorher soll er laut Kovac aber noch ein beeindruckendes Jubiläum feiern – seinen 300. Einsatz in Schwarz-Gelb. „Das wäre nicht nett von mir, wenn ich es in den letzten acht Spielen nicht hinkriege, ihn einmal auflaufen zu lassen“, scherzte der Trainer über seinen Schützling und deutete an, Brandt vielleicht schon am Samstag sein Jubiläumsspiel zu ermöglichen.
Die Meisterschaft ist für den BVB kein Thema mehr, der Kurs auf die Königsklasse dafür klar eingeschlagen. Im Rennen um Platz 2 will Niko Kovac dennoch nichts dem Zufall überlassen – schielt aber auf ein Jubiläum.
