Dazwischenhauen wollte keiner, als Noahkai Banks am Freitagabend durch die Kölner Hälfte spazierte und den Führungstreffer des FC Augsburg vorbereitete. Der FC präsentierte sich nicht nur in dieser Szene zu zurückhaltend.
Zu zaghaft für den Keller?
Spätestens seit den Ergebnissen des Bundesliga-Samstags am 24. Spieltag spitzt sich der Abstiegskampf für den 1. FC Köln zu. Magere zwei Punkte trennen die Geißböcke noch von Relegationsplatz 16, vier Zähler sind es auf den ersten Abstiegsplatz.
Gerade in einer solchen Situation muss sich eine Mannschaft, wenn es denn fußballerisch wie beim 0:2 in Augsburg nicht läuft, reinbeißen. Doch nach der Niederlage bei den Fuggerstädtern monierte Marius Bülter im Klub-TV, dass neben dem Ergebnis „auch die Art und Weise über weite Strecken“ nicht passte.
Augsburg foult fast viermal häufiger
Er selbst war es, der Augsburgs Innenverteidiger Noahkai Banks auf dem Weg zu dessen Vorlage zum Führungstreffer des FCA eher Geleitschutz bot, statt energisch in den Zweikampf zu kommen. Oder, wenn das eben nicht gelingt, vielleicht auch mal das Foul zu ziehen.
Das taten die Kölner am Freitag jedoch kaum. Nur vier Fouls beging die Mannschaft von Lukas Kwasniok, die Augsburger dagegen wurden 15-mal zurückgepfiffen. Seltener foulte der FC seit Beginn der Datenerfassung in der Saison 2014/15 nur ein einziges Mal: ebenfalls in der laufenden Spielzeit, beim 1:3 gegen den FC Bayern am 17. Spieltag (dreimal).
Keiner wird seltener zurückgepfiffen
Ohnehin ist der FC in diesem Bereich sehr zurückhaltend. Die DFL führt die Kölner mit den wenigsten am Gegner begangenen Fouls der ganzen Liga. 185-mal schritt der Unparteiische ein, Foul-Spitzenreiter Hoffenheim wurde 313-mal für ein Foul am Gegner zurückgepfiffen.
„Wir sind vom Gefühl her über 90 Minuten nicht im Spiel angekommen“, monierte beispielsweise Luca Waldschmidt in Augsburg gegenüber dem FC-TV. Gewehrt wurde sich dagegen allerdings kaum – anders als beim FCA, bei dem Banks oder Yannik Keitel mal zu einem taktischen Foul griffen. Auf Kosten einer Gelben Karte, aber eben auch auf Kosten des Kölner Spielflusses.
Im Keller braucht es Kampf
Die Fairness des FC in allen Ehren. Doch der Abstiegskampf, das liegt bereits im Namen und ist auch keine neue Erkenntnis, wird letztlich auch und vor allem über den Kampf entschieden. Der muss und soll keineswegs unfair sein, darf aber auch mal an der Grenze des Erlaubten oder einen Tick darüber hinaus geführt werden. Besonders dann, wenn die fußballerischen Qualitäten nicht auf den Platz gebracht werden wie am Freitag, oder schlichtweg nicht genügen, wie in den Spielen gegen die Spitzenteams.
Ein solches ist mit Borussia Dortmund auch am Samstag (18.30 Uhr) wieder zu Gast. Und der BVB bekam nicht zuletzt bei der 1:4-Pleite in Bergamo Probleme mit einer gewissen Härte. 17 Foul- und Handspiele – bei lediglich einer Gelben für ein Halten – leistete sich Atalanta, ließ den BVB auch dadurch nicht so recht ins Spiel kommen und drehte den 0:2-Hinspiel-Rückstand.
Dazwischenhauen wollte keiner, als Noahkai Banks am Freitagabend durch die Kölner Hälfte spazierte und den Führungstreffer des FC Augsburg vorbereitete. Der FC präsentierte sich nicht nur in dieser Szene zu zurückhaltend.
