Der 1. FC Köln hat seinem Negativlauf von nun fünf Spielen ohne Sieg kein Ende setzen können. Gegen Borussia Dortmund mühten sich die Domstädter in langer Unterzahl bis in die Nachspielzeit – und bekamen dann trotz eines Handspiels von BVB-Mann Yan Couto keinen Elfmeter, was natürlich auch nach dem Spiel Thema war.
Ausbleibender Elfmeter-Pfiff gegen Dortmund
Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, 1:2 lag der beherzt kämpfende 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund in Rückstand. In langer Unterzahl hatte Jakub Kaminski kurz vor Schluss noch den Anschlusstreffer erzielt – und nun lag der zuvor kaum für möglich gehaltene Ausgleich tatsächlich noch einmal in der Luft. Eine lange Flanke in den Dortmunder Strafraum fand dann auch tatsächlich noch einmal Linton Maina, der Gregor Kobel aus spitzem Winkel zu einer Parade zwang, obwohl er Mühe bei der Ballannahme hatte.
Wieso, zeigte der Joker aber sofort und vehement in Richtung Schiedsrichter Daniel Siebert an: Dortmunds ebenfalls eingewechselter Yan Couto hatte die Flanke unfreiwillig, aber eben doch klar und deutlich an die Hand des leicht abgespreizten Arms bekommen. Siebert aber verweigerte den Elfmeterpfiff, wurde aber auch nicht von VAR Benjamin Cortus an den TV-Bildschirm geschickt – was den Kölner Frust so richtig befeuerte.
„Für mich ist das ein ganz klares Handspiel. Und wenn es ein 50:50-Ding ist, muss man rausgehen“, ärgerte sich der diesmal als Rechtsverteidiger aufgebotene Tom Krauß. „Es ist unfassbar eigentlich.“
Großes Unverständnis herrschte auch bei Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, der die Wiederholung der Szene noch während des Spiels vor der Ersatzbank auf einem Tablet gesehen und sofort an der Seite von Cheftrainer Lukas Kwasniok lautstark beim Vierten Offiziellen protestiert hatte. Für den ehemaligen Torhüter war das Handspiel die „Vereitelung einer Torchance“, weshalb sich der VAR zwingend hätte einschalten müssen. Denn die Flugbahn der Flanke habe sich entscheidend verändert, was wiederum zur Folge gehabt habe, dass Linton Maina nicht in der Lage war, „den Ball anzunehmen. Dann wäre es eine hundertprozentige Torchance“, so Kessler weiter.
Einig war er sich mit Cheftrainer Kwasniok in der Bewertung der Roten Karte für Jahmai Simpson-Pusey. „Grenzwertig, aber vertretbar“, fand Kwasniok den Platzverweis für seinen Abwehrmann, den Siebert erst nach VAR-Intervention ausgesprochen hatte – wenngleich Kölns Trainer an Nico Schlotterbecks Foulspiel im Topspiel zwischen Dortmund und Bayern vergangene Woche an Josip Stanisic erinnerte. Eine klare Linie, betonte er, gebe es eben nicht.
Und das gelte dann eben auch für die Einschätzung des Handspiels. „Für mich gibt es da nicht so viele unterschiedliche Bewertungen, zu denen man kommen kann“, sagte Kwasniok vielsagend. „Ich möchte dem DFB trotzdem nicht den Gefallen tun und losledern. Dann muss ich bezahlen, und das macht keinen Sinn – den Elfmeter kriegen wir nicht mehr gepfiffen.“
Für den 44-Jährigen, der in dieser Sache Rückendeckung von Dortmunds Geschäftsführer Lars Ricken („Hätte man pfeifen können“) und Cheftrainer Niko Kovac bekam („Ich hätte mich auch beschwert“), stand die Szene nicht nur in einer Reihe mit einigen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen, sondern auch stellvertretend für eine „Gesamtsystematik seit Jahren“ mit dem VAR. „Das macht das Spiel anders – aber aus meiner Sicht nicht gerecht.“
Insofern haderte Kwasniok auch mit dem „Mann da oben“, der es momentan „nicht ganz so gut mit uns“ meint.
Lob hatte er trotzdem übrig – und das für sein Team. „So lange die Mannschaft so lebt und kämpft, und mit diesem Stadion, werden wir den Kampf gewinnen“, betonte Kwasniok – allerdings im Wissen, dass nun wegweisende Wochen mit Spielen gegen Hamburg (A) und Mönchengladbach (H) anstehen. „Wir brauchen Punkte“, sagte Krauß und spannte den Bogen dabei zu den Schiedsrichtern. „Jetzt kommen die entscheidenden Phasen. Und dann brauchst du auch mal wieder etwas Glück mit solchen Hand-Sachen.“
Der 1. FC Köln hat seinem Negativlauf von nun fünf Spielen ohne Sieg kein Ende setzen können. Gegen Borussia Dortmund mühten sich die Domstädter in langer Unterzahl bis in die Nachspielzeit – und bekamen dann trotz eines Handspiels von BVB-Mann Yan Couto keinen Elfmeter, was natürlich auch nach dem Spiel Thema war.
