Im Abstiegskampf stärkt Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler Trainer Lukas Kwasniok den Rücken. Jedoch nicht, ohne eine klare Erwartung an Trainer und Mannschaft zu formulieren.
Kölns Geschäftsführer stärkt Kwasniok
Knapp vier Monate ist es her, dass der 1. FC Köln mit einem deutlichen 4:1 gegen Mitaufsteiger Hamburg den vierten Saisonsieg einfuhr. Nach nur neun Spieltagen betrug der Vorsprung auf die untersten drei Plätze bereits acht Zähler, der FC schwamm auf Platz 7 liegend im gesicherten Mittelfeld mit.
Seither sieht die Bilanz allerdings alles andere als erfreulich aus. Magere zwei Siege sprangen für das Team von Lukas Kwasniok in den folgenden 15 Ligaspielen heraus. Die zehn Punkte, die der FC in dieser Zeit sammelte, unterbietet nur Schlusslicht 1. FC Heidenheim (neun). Und von dem einst komfortablen Vorsprung auf den Tabellenkeller ist nicht mehr viel übrig.
Kessler stärkt Kwasniok: „Die Mannschaft zieht mit“
Zwei Punkte trennen Köln noch von Relegationsrang 16, vier sind es auf den ersten Abstiegsplatz. „Die Situation ist uns sehr bewusst“, betont Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler auf kicker-Anfrage. „Wir reden intern nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen. Das ist der Maßstab, an dem wir uns alle messen lassen müssen. Entsprechend konsequent analysieren wir unsere Spiele und leiten daraus unsere Entscheidungen ab.“
Die wohl tragendste Entscheidung, die über den Trainer, fällt dabei weiterhin positiv für Lukas Kwasniok aus. „Lukas und sein Team arbeiten äußerst akribisch, die Mannschaft zieht hier täglich mit“, teilt Kessler seinen Einblick und stärkt dem Coach damit – wie zuvor bereits Vizepräsident Ulf Sobek – den Rücken. „Wir haben die Qualität, unser Saisonziel zu erreichen. Das hat Lukas der Gruppe in dieser Woche noch einmal sehr deutlich vermittelt.“
Köln zuletzt meist „absolut konkurrenzfähig“
Im Umfeld geht dieser Tage aber bereits die große Abstiegsangst um. Besonders nach dem enttäuschenden 0:2 in Augsburg. „Das war unter unserem Anspruch, das haben wir intern klar aufgearbeitet“, sagt Kessler.
Doch die Überzeugung, dass sich schon bald Besserung einstellt und die Serie von vier Spielen ohne Sieg schnellstmöglich gestoppt werden kann, trägt nicht nur Kwasniok in sich. Entsprechend bleibt es intern noch ruhig, der FC verfällt nicht in Aktionismus. „Gegen Leipzig, Stuttgart und Hoffenheim waren wir absolut konkurrenzfähig“, betont der einstige FC-Torwart. Letztlich sprang aber eben nur ein Punkt heraus.
„Wir wissen, was gefordert ist, und ich erwarte, dass wir das entsprechend umsetzen.“ (Thomas Kessler)
Und genau da gelte es nun anzusetzen, wie der Sport-Geschäftsführer mit deutlichen, druckvollen Worten erklärt: „Es reicht nicht, phasenweise gut zu sein. Wir wissen, was gefordert ist, und ich erwarte, dass wir das entsprechend umsetzen.“
Die Marschroute ist klar: „Jetzt geht es darum, bei den kommenden Aufgaben – schon am Samstag gegen Dortmund – diese Qualität mit maximaler Intensität und Konsequenz über 90 Minuten auf den Platz zu bringen.“ Und im besten Fall nicht nur konkurrenzfähig zu sein, sondern auch die dringend benötigten Zähler einzufahren.
Noch hat Kwasniok Zeit, das Schiff wieder in ruhige Gewässer zu führen. Daran wird sich am Wochenende und wohl auch nach dem Duell in Hamburg nichts ändern. Setzt sich die Sieglos-Serie aber noch länger fort, dürfte auch innerhalb des Klubs mehr und mehr die Ruhe schwinden. Denn klar ist: So blauäugig wie 2023/24 wird der FC nicht erneut in Richtung Zweitklassigkeit rennen wollen.
Im Abstiegskampf stärkt Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler Trainer Lukas Kwasniok den Rücken. Jedoch nicht, ohne eine klare Erwartung an Trainer und Mannschaft zu formulieren.
