Jakub Kaminski bleibt unter Lukas Kwasniok absolut gesetzt. Am Mittwochabend begann der Pole aber erstmals im zentralen Mittelfeld. Eine Umstellung, die für den Trainer durchaus Zukunftspotenzial mitbringt.
Dauerbrenner beim 1. FC Köln
Die Ablage von Ragnar Ache war top, die Münchner Abwehr unsortiert. Doch Jakub Kaminski fehlte in der 56. Minute das letzte bisschen Tempo, um allein vor Manuel Neuer die Chance auf das 2:1 zu haben.
„Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass er noch 0,4 km/h schneller wäre, dann wäre er Min-Jae Kim vielleicht davongelaufen und hätte ein Eins-gegen-eins mit Manu“, blickte Lukas Kwasniok im Anschluss an die 1:3-Niederlage auf die Szene zurück. „Aber das ist eben auch der FC Bayern: Da holt der Kim einen schnellen Kaminski ein.“
Die eigene Wade bremst Kaminski aus
Der Pole selbst haderte ebenfalls ein wenig mit der Szene. „Ich habe ein bisschen meine Wade gespürt, deswegen war der letzte Schritt nicht so gut von mir“, beschrieb er. „Es war ein intensives Spiel, wir mussten viel laufen.“ Und das für Kaminski auf einer ungewohnten Position.
Wie schon in der zweiten Hälfte beim 1. FC Heidenheim (2:2) bot Kwasniok den Außenbahnspieler im Mittelfeldzentrum auf. Said El Mala, zuletzt zweimal nur Joker, übernahm die Rolle links offensiv, Kristoffer Lund beackerte die Schiene. „Naja, wenn Said spielen soll, aus eurer Sicht, dann muss der Kuba irgendwo hin“, begründete Kwasniok die Umstellung kurz und knapp in Richtung Medienvertreter, ehe er doch noch ins Detail ging.
„Er kann überall spielen und ist überall gut.“ (Lukas Kwasniok)
So war einer der Gedanken hinter der Anpassung, dass Kaminski als linker Part im Mittelfeldzentrum immer wieder aushelfen soll, die starke rechte Seite der Münchner mit Konrad Laimer und dem gerne nach innen ziehenden Michael Olise zu stoppen. „Das kann Kuba halt. Dazu kann er aus dieser Position das Spiel auch noch antreiben.“ Und das, nach Kwasnioks Gefühl, aktuell scheinbar besser als der in Heidenheim noch startende Denis Huseinbasic oder der sich im Formtief befindende Isak Johannesson.
Damit gilt in Köln auch weiterhin: „Kuba“ spielt immer. Die Leihgabe des VfL Wolfsburg ist der einzige FC-Profi, der in allen 19 Pflichtspielen der Hinrunde in der Startelf stand. In 17 Ligaspielen wurde er lediglich einmal ausgewechselt. „Ich will ihn gar nicht größer machen als er ist, aber er ist halt unfassbar spielintelligent“, lobte Kwasniok den 23-Jährigen, den er sich auch häufiger im Zentrum vorstellen könnte. „Er kann überall spielen und ist überall gut. Es ist durchaus ein Modell für die Zukunft.“
Kaminski: „Ich mache alles für die Mannschaft“
Kaminski selbst gab sich von der Herausforderung in einer neuen Rolle recht unbeeindruckt. „Ich bin ein flexibler Spieler, es ist für mich kein Problem, sich einer anderen Position anzupassen. Ich mache alles für diese Mannschaft und wenn mir der Trainer sagt: ‚Kuba, spielt im Mittelfeld‘, dann spiele ich im Mittelfeld.“ Den Schachzug, ihn als Unterstützer für Lund und Cenk Özkacar halblinks aufzubieten, hielt er für „eine gute Idee“.
Zählbares sprang aber dennoch nicht raus, zum achten Mal in Folge blieb Köln zudem sieglos. „Es tut am Ende weh, aber wir haben Samstag ein wichtiges Spiel“, richtete Kaminski sofort den Blick auf Mainz. „Jetzt müssen wir schnell regenerieren und dann kommt die Rückrunde.“
In dieser setzt Kaminski auch weiter auf die Fans. „Wir brauchen die Unterstützung, und die ist in jedem Spiel in Köln überragend. Wir sind stolz, für Köln zu spielen, also müssen wir kämpfen, um in der Bundesliga zu bleiben.“ Sollte das letztlich gelingen, wird auch Kaminski seinen Anteil daran gehabt haben. Ob als Flügelstürmer, Schiene, Zentrumsspieler oder wo auch immer ihn Kwasniok noch einbinden wird.
Jakub Kaminski bleibt unter Lukas Kwasniok absolut gesetzt. Am Mittwochabend begann der Pole aber erstmals im zentralen Mittelfeld. Eine Umstellung, die für den Trainer durchaus Zukunftspotenzial mitbringt.
