Durch den Treffer von Justin Njinmah ist Werder Bremen ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf gelungen. Während der Torschütze seine Flaute beendete, feierte Leonardo Bittencourt einen Meilenstein.
Njinmah gibt sich selbstkritisch
Auf satte sieben Punkte konnte Werder den VfL Wolfsburg – und damit zugleich die direkte Abstiegszone – am Samstagnachmittag distanzieren. „Es war geil für das Team und unfassbar wichtig, dass wir heute gewinnen“, bilanzierte deshalb auch ein erleichterter Justin Njinmah bei Sky. Der Siegtorschütze hatte selbstredend entscheidenden Anteil am 1:0-Erfolg gehabt – und redete dennoch nicht alles schön.
„In der ersten Halbzeit waren wir, wenn ich das mal sagen kann, verdammt schlecht. Wolfsburg hat uns komplett hergespielt“, fiel das Zwischenfazit des Stürmers aus. In der Pause habe man sich laut Njinmah deshalb vorgenommen, „dass wir in der zweiten Halbzeit rauskommen und die Chancen, die wir haben, dann auch nutzen.“ Gesagt, getan.
Mit dem ersten SVW-Torschuss im zweiten Abschnitt hatte der Stürmer die Kugel im gegnerischen Kasten untergebracht (68.). Dass der Linksschuss von Wölfe-Verteidiger Moritz Lenz noch leicht abgefälscht worden war, sei dann „vielleicht ein bisschen das Glück“ gewesen, „das wir uns ein Stück weit erkämpft haben.“
Njinmah äußert Selbstkritik
Auch das 21. von insgesamt 30 Saisontoren hatten die Bremer somit im zweiten Durchgang erzielt. Jene 70-Prozent-Quote ist ligaweiter Höchstwert. Für Njinmah persönlich war es das fünfte Ligator in der laufenden Saison, nachdem er zuletzt am 18. Spieltag (3:3 gegen Frankfurt) getroffen hatte. Eine lange Durststrecke, die er durchaus früher hätte beenden können.
„Es ist kein Geheimnis, dass ich in den letzten Wochen und Monaten ein paar Hochkaräter vergeben habe“, blickte der 25-Jährige selbstkritisch zurück. Entsprechend groß war wiederum die Freude über das Siegtor, die drei Punkte und den „enorm wichtigen Schritt“, den der SVW am Samstag gegangen sei.
Bittencourt feiert Jubiläum
Speziell einem Mitspieler bescherte Njinmah durch seinen Treffer einen unvergesslichen Nachmittag. Zum 300. Mal war Leonardo Bittencourt in der Bundesliga zum Einsatz gekommen – schon im Vorfeld der Partie hatten ihn „die Jungs darauf angesprochen.“ Nach dem Abpfiff durfte sich der Jubilar vor dem Gästeblock, der nach Ausschreitungen mit Ordnern und der Polizei nicht vollständig gefüllt war, feiern lassen.
Bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte Bittencourt vom Verein ein Trikot mit der Rückennummer 300 überreicht bekommen. Eine Aufmerksamkeit, die er zu schätzen wusste: „So eine Geste, das zeigt einfach, was der Verein mir bedeutet, und was ich ihm vielleicht auch ein Stück weit zurückgegeben habe. Das macht mich unendlich stolz, dass ich mein 300. Spiel im Werder-Trikot gemacht habe“, so der 32-Jährige.
„Wenn man heute keine Punkte holt, fahre ich nach Hause und habe einen Scheißtag.“ (Leonardo Bittencourt)
Dass es im Kellerduell mit dem Auswärtserfolg geklappt hatte, stimmte Bittencourt anlässlich seines erreichten Meilensteins umso glücklicher: „Denn wenn man heute keine Punkte holt, fahre ich nach Hause und habe einen Scheißtag.“
Mit dem ausgebliebenen Alternativszenario musste sich der Mittelfeldspieler, der den Klub im Sommer verlassen wird, nicht weiter beschäftigen. Stattdessen überreichte ihm das Medienteam zusätzlich zum Jubiläumstrikot feierlich ein Handy, um für ein Instagram-Video einen ganz besonderen Anruf entgegenzunehmen: „Der Dreierlachs (eine humorvolle Umschreibung für einen SVW-Sieg, Anm. d. Red.) hat angerufen“, erklärte Bittencourt grinsend.
Durch den Treffer von Justin Njinmah ist Werder Bremen ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf gelungen. Während der Torschütze seine Flaute beendete, feierte Leonardo Bittencourt einen Meilenstein.
