Hohn von den Bayer-Fans: Flekken und die Psycho-Falle 

Nach seiner überstandenen Verletzung ist Mark Flekken wieder Bayers Nummer 1. Zum Unwillen vieler Fans, die ihn jetzt beim 6:3 gegen Wolfsburg nach Unsicherheiten verspottet haben. Die Lösung kann der 32-Jährige nur selbst liefern. Die Frage ist: Wie gut wird er unterstützt?

Leverkusens Torhüter erntet nach Unsicherheiten Spott

Es war ein Déjà-vu. In der 41. Minute machten die Bayer-Fans beim Stand von 1:3 ihrem Unmut Luft. Allerdings nicht in erster Linie über den enttäuschenden Spielstand, sondern über den schon bis dahin unglücklichen Auftritt von Torhüter Mark Flekken, der zwei Wochen zuvor nach auskuriertem Innenbandriss im Knie wieder in den Leverkusener Kasten zurückgekehrt war – zum Unwillen vieler Fans.

Die Anhänger reagieren mit triefender Ironie bis bitterem Sarkasmus

Schließlich hatte zuvor Flekken-Vertreter Janis Blaswich sein Sache ordentlich und am Ende sogar richtig gut gemacht – mit der besten Paraden-Quote aller Bundesliga-Torhüter. Und einem überragenden Auftritt bei Bayers 0:2-Niederlage beim FC Arsenal, bei der allein der 34-Jährige mit mehreren Glanztaten (kicker-Note 1,5) dafür gesorgt hatte, dass der deutsche Vizemeister kein Debakel erlitt.

Doch ausgerechnet nach seinem stärksten Spiel musste Blaswich direkt wieder weichen. Eine unheilvolle Gemengelage.

Denn mit Blaswichs Leistungen waren die Fans im Reinen – mit denen Flekkens sind sie es nicht. So erntete der niederländische Nationalspieler gegen Wolfsburg beim am Ende errungenen 6:3-Erfolgserlebnis kurz vor der Pause höhnischen Beifall dafür, dass ein Ball aus größerer Höhe im Strafraum herunterkam und er unbedrängt mit beiden Armen sicher auffing. Triefende Ironie bis bitterer Sarkasmus, nachdem der 32-Jährige zuvor deutliche Unsicherheiten gezeigt hatte.

Flekken wandelte nach an einer Roten Karte

So hatte Flekken in der 9. Minute im Aufbau bei einem Passversuch den ihn attackierenden Wolfsburger Mohammed Amoura angeschossen und Glück, dass der Ball im Seitenaus landete. 13 Minuten später hechtete Flekken bei dem Versuch, einen diagonal gespielten springenden Ball außerhalb des Strafraums per Flugkopfball zu klären, an der Kugel vorbei. Wieder gegen Amoura, der zu Flekkens Glück erst nach zwei weiteren Schritten über den Leverkusener Keeper stürzte, sodass die Aktion, die sonst die Rote Karte nach sich gezogen hätte, nicht als Foul gewertet wurde.

Zwei Aktionen ohne negative Folgen für das Bayer-Spiel am Endes des Tages, aber zwei Szenen, die ausreichten, die Stimmung spätestens nach dem dritten Gegentor, das für den Keeper genauso unhaltbar gewesen war wie die zwei zuvor, eindeutig gegen Flekken kippen zu lassen.

Schon beim 2:7 gegen PSG erntete Flekken Spott

Für den Niederländer offensichtlich ein Problem, der auch in der zweiten Hälfte bei einem Pass extrem knapp an Abwehrkollegen Loic Badé vorbei nicht souverän wirkte sowie sich in der 65. Minute bei einer Chance von Patrick Wimmer verschätzte und beim Abschluss des Österreichers auf halbem Weg zwischen Tor und Schütze stand.

Flekken wirkte verunsichert. Was gut nachvollziehbar ist, ist es doch nach seinem Wechsel vom FC Brentford nach Leverkusen im Sommer 2025 das zweite Mal, dass die Fans ihn auf dem Kieker haben. Bereits bei der 2:7-Niederlage gegen PSG in der Champions League im Oktober war Flekken mit höhnischem Applaus bedacht worden, nachdem er zuvor nicht nur bei einem Gegentreffer mindestens unglücklich ausgesehen hatte.

Das Spannungsverhältnis zu den Fans kann zum Handicap werden

Ein durchaus kniffeliges Spannungsverhältnis, das zum Handicap werden kann. Flekken, der unsicher wirkt und damit, wie es im Fußball immer ist, auch auf seine Vorderleute keine Sicherheit ausstrahlen kann, sitzt in einer Psycho-Falle, aus der er sich am Ende nur selbst befreien kann. Das geht selbstverständlich mit guten Leistungen, mit denen er die Bayer-Fans wieder auf seine Seite zieht.

Doch das ist einfacher gesagt als getan. Flekken muss dazu das gegen ihn gerichtete Misstrauen ausblenden und durch klares, einfaches und schnelleres Spiel solche Fehler im Spielaufbau vermeiden und sich wieder Sicherheit holen. Auch wenn er dann potenziell etwas von seinen grundsätzlichen spielerischen Vorteilen gegenüber Blaswich einbüßt.

Was passiert, wenn jetzt ein Flekken-Fehler zu einem Punktverlust führt?

Doch jede weitere Unsicherheit dieser Art könnte die Situation weiter verschärfen. Erst recht, wenn sie zu Gegentreffern oder gar Punktverlusten führen, was bis jetzt nach Flekkens Comeback trotz sechs Gegentoren in zwei Partien, an denen ihn keine Schuld getroffen hatte, ja nicht der Fall war.

Das Thema ist also heikel. Und so versuchen alle Beteiligten im Klub, dieses möglichst geräuschlos abzumoderieren. Kasper Hjulmand, der den Wechsel im Tor vor dem Heidenheim-Spiel in der vergangenen Woche („Mark kann uns jetzt und in der Zukunft mehr helfen“) grundsätzlich richtig mit Flekkens eigentlich besseren spielerischen Qualitäten begründet hatte, erklärte nach der Wolfsburg-Partie: „Er ist ein super Keeper.“ Und argumentierte dann einfach gegen die Eindrücke der vorangegangenen 90 Minuten: „Manchmal sieht man nicht, was er bewirkt mit den Pässen, und wie viel Ruhe er unserem Aufbauspiel gibt.“ Und fügte entschuldigend wie Flekkens Status festschreibend an: „Er kommt, es ist sein zweites Spiel, er macht es gut, er hat mein Vertrauen.“

Hjulmand möchte die Diskussion nicht weiter anheizen

Worte, die in erster Linie nicht Flekkens Leistung bewerteten, denn natürlich hat Hjulmand die Fehler des Keepers selbst wahrgenommen, sondern Aussagen, die die Position des Niederländers als Nummer 1 unumstößlich dokumentieren sollten. Um die Diskussion nicht weiter anzuheizen. Noch mehr Unruhe kann weder Bayer 04, das weiterhin vier Punkte auf Rang 4 aufholen muss, noch Flekken selbst gebrauchen. Im Gegenteil.

Das räumte Simon Rolfes unumwunden ein. „Das hilft natürlich nicht“, ordnete der Geschäftsführer den Hohn der eigenen Fans ein, um dann den Fokus von Flekken weg zu lenken: „Ich glaube, das war ein bisschen Ausdruck des gesamten Spiels. Ich glaube nicht, dass es nur auf Mark bezogen war.“ Dafür stellte der Manager, der Flekkens Großtat gegen Konstantinos Koulierakis beim Stand von 5:3 hervorhob („Da hat er hervorragend gehalten und die Zuschauer haben ihm auch extra applaudiert“) den Gruppengedanken in den Vordergrund.

„Wir werden das alle zusammen schaffen, nur zusammen schaffen können.“ (Simon Rolfes)

„Insgesamt war es wichtig, dass die Zuschauer gespürt haben, dass die Mannschaft nicht einfach was herschenkt oder einfach das Spiel dann laufen lässt, sondern dass dieser Wille da ist. Und das wird auch wichtig sein in den nächsten Heimspielen. Wir werden das alle zusammen schaffen, nur zusammen schaffen können“, appellierte Rolfes.

Und auch von Matchwinner Alejandro Grimaldo gab es Rückendeckung für Flekken. „Wir haben wirklich gute Torhüter“, erklärte der Spanier. „Mark hat heute keine Fehler gemacht.“ Allerdings wusste er, Flekkens Gemütszustand bestens einzuordnen, als er sagte: „Das ist schwer für ihn.“ In der Tat.

Eine Baustelle ausgerechnet in der Crunch Time

So hat sich bei Bayer in der Crunch Time der Saison eine Baustelle aufgetan. Obwohl Hjulmand gute Argumente für den Wechsel zurück zu Flekken gehabt hat, könnte sich seine Entscheidung im Nachhinein dennoch als unglücklich erweisen. Jetzt muss sich zeigen, wie alle Beteiligten, die allesamt dasselbe Ziel (die Champions-League-Quali) verfolgen, mit der Causa umgehen: die sportlich Verantwortlichen, Flekken selbst – und auch die Fans.

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