Auch gegen St. Pauli (0:1) deutete Hoffenheims Flügelflitzer Bazoumana Touré sein Potenzial an. Doch diesmal offenbarte der Ivorer, der an diesem Montag seinen 20. Geburtstag feiert, seine noch fehlende Reife.
Nahezu wirkungslos gegen St. Pauli
Angesichts der bisherigen Entwicklung und der Schlagzeilen, die dieses Talent bereits produzierte, ist man geneigt zu vergessen, wie jung Bazoumana Touré noch ist. An diesem Montag feiert Hoffenheims Flügelstürmer seinen 20. Geburtstag. Dem Jubiläum ging ein Spiel voraus, das sich besonders der gehypte Sprinter sicher ganz anders vorgestellt hatte.
Denn wie die gesamte TSG schaffte es vor allem Touré seine PS diesmal nur ungenügend auf die Straße und zur Geltung zu bekommen. Zwar brachte der antrittsschnelle Ivorer seine jeweiligen Gegner – wie immer – in Nöte, doch entweder rieb sich der Linksfüßer in weiteren Eins-gegen eins-Duellen auf und blieb hängen. Oder seine Flanken gerieten zu kurz oder zu lang und fanden keinen Abnehmer. Nur einmal konnten Hamburger Abfangjäger seine flache Hereingabe nicht entschärfen, doch der Ball trudelte auch von Hoffenheimern unerreicht und wirkungslos durch den Strafraum.
Der Rohdiamant blieb fast wirkungslos
Touré setzte erfolgreich einen Tunnel, um am nächsten St.-Paulianer zu scheitern. Beim nächsten Versuch schloss der Gegner die Beine rechtzeitig und erstickte den Spieltrieb im Ansatz. Bei einer guten Schussgelegenheit traf Touré den Ball nicht richtig und schlug ihn auf die Tribüne. Und auch eine sehr gut getimte Flanke von Vladimir Coufal zentral vors Tor hätte ein entschlossener Kopfballspieler sicherlich erreicht – nicht so Touré. Und so blieb dieser Rohdiamant am Samstag nahezu wirkungslos.
Ilzer: „Wir müssen an der Qualität seiner Aktionen feilen“
„Die PS hat er schon auf den Platz gebracht, aber die Entscheidungsfindung und die Ausführung waren nicht top“, attestierte auch Trainer Christian Ilzer, der Touré trotz allem durchspielen ließ, in der Hoiffnung auf den einen genialen Moment: „Die qualitativ richtige Entscheidung hat dann oft gefehlt, den Ball einfach mal flach vors Tor zu legen, selbst zu schießen.“ Allerdings registrierte der 48-Jährige auch die Anlagen, die diesen Spieler so besonders machen. „Dorthin zu kommen, diese Pässe oder Flanken überhaupt spielen zu können, da gibt es wenige Spieler“, erläutert der Österreicher, „da müssen wir an der Qualität seiner Aktionen feilen, er ist noch ungeschliffen.“
Womit wir wieder beim Ausgangspunkt und Tourés Alter und Entwicklungsstand wären. Erst vor gut einem Jahr hatte ihn Sportgeschäftsführer Andreas Schicker für immerhin schon knapp zehn Millionen Euro aus Hammarby in Schweden geholt, wo der Junge von der Elfenbeinküste bereits für Furore und Interessenten auch aus der Premier League auf den Plan gerufen hatte.
Wird Touré Hoffenheims nächster Verkaufsschlager?
Die Aussicht auf zügige Spielpraxis dürfte Touré in den Kraichgau getrieben haben. Tatsächlich ging der Plan auf, längst ist Touré in Hoffenheims Startelf gesetzt, weil er eben den Unterschied machen kann oder die Gegner zumindest so beschäftigt, dass anderswo für Kollegen Räume entstehen.
Schnell fand das Talent auch den Weg in die Nationalelf seines Landes, für das er fast aus dem Stand für den Afrika-Cup nominiert wurde und auch dort mit seinen ersten beiden Länderspieltoren auf sich aufmerksam machte. Mittlerweile gilt Touré als einer der nächsten Kandidaten für einen Transfergewinn für die TSG, sogar Summen jenseits der 40-Millionen-Euro-Grenze poppten bereits auf. Für den noch bis 2029 an Hoffenheim gebundenen Rohdiamanten, dessen Feinschliff eben seine Zeit benötigt.
Auch gegen St. Pauli (0:1) deutete Hoffenheims Flügelflitzer Bazoumana Touré sein Potenzial an. Doch diesmal offenbarte der Ivorer, der an diesem Montag seinen 20. Geburtstag feiert, seine noch fehlende Reife.
