Das 2:2 bei Mainz 05 darf der VfB Stuttgart trotz zwischenzeitlicher Führung als glücklichen Zähler für sich abhaken im Rennen um Europa.
Nach dem glücklichen 2:2 in Mainz
Rein punktetechnisch hätte dieser 25. Spieltag besser laufen können für den VfB Stuttgart. Während die Schwaben bei Mainz 05 nicht über ein 2:2 hinauskamen, siegte die ärgste Konkurrenz um die Plätze 3 und 4, die TSG Hoffenheim und RB Leipzig. Unzufrieden war dennoch keiner in Stuttgart mit dem Zähler bei den Rheinhessen.
„Mainz hätte auf 2:0 oder 3:0 erhöhen können“
Warum? Nun, die Antwort lag auf der Hand. „Wenn man die Chancen und den Spielverlauf sieht, müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, fasste Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die Partie treffend zusammen, in der „Mainz auch auf 2:0 oder 3:0 hätte erhöhen können“. Im Prinzip war es der individuellen Klasse von Deniz Undav und Ermedin Demirovic – die allerdings mit Ausnahme ihrer Treffer weitgehend abgemeldet waren – zu verdanken, dass der VfB zwischenzeitlich sogar am Sieg geschnuppert hatte.
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„Wir haben zwei Stürmer, die aus dem Nichts heraus mit einem Kontakt die Situationen erkennen“, lobte Wohlgemuth die beiden Angreifer, kritisierte aber auch: „Ab Mitte erster bis Mitte zweiter Halbzeit war es zu wenig von allem.“ Auch Sebastian Hoeneß legte den Finger in die Wunde: „Das ist das gerechtere Ergebnis, als wenn wir gewonnen hätten.“
„Ballverluste, die du so nicht haben kannst“
Was den Trainer besonders störte: „Wir haben heute Geschenke verteilt. Wie schon beim ersten Gegentor. Die Geschenke wurden aber nicht angenommen. Wir haben zwei Ballverluste gehabt, die du so nicht haben kannst, vor allem gegen die Mainzer, die auf diese Ballverluste lauern. So war es glücklich, dass wir im Spiel bleiben.“ Tatsächlich taten sich die Gäste schwer mit dem Pressing der Platzherren, erstaunlicherweise agierte der sonst so ballsichere Angelo Stiller fahrig und unsauber. Auch Schlussmann Alexander Nübel etwa schenkte die Ecke vor dem 0:1 her.
„Wir hatten nicht mehr die Kontrolle bei langen Bällen, bei Standards haben wir auch nicht mehr gut ausgeschaut“, beschrieb Hoeneß die schwache Phase vor und in Folge des 0:1, die durchaus vermeidbar war. Denn eigentlich hatte seine Mannschaft in den ersten 15, 20 Minuten alles im Griff.
Prinzipiell kann es der 43-Jährige verschmerzen, dass seine Elf in Mainz unter Druck gerät, weil auch er sieht, dass die Nullfünfer wesentlich stabiler daherkommen als noch in der Hinrunde. „Das Ärgerliche ist“, gab Hoeneß jedoch zu Protokoll, „dass wir es nicht geschafft haben, uns zu belohnen in den ersten 20 Minuten.“ Mit Blick auf das Europa-League-Duell am Donnerstag gegen den FC Porto (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker), der mutmaßlich kaltschnäuziger agieren wird als der FSV, sollte der VfB da schleunigst nachschärfen.
Das 2:2 bei Mainz 05 darf der VfB Stuttgart trotz zwischenzeitlicher Führung als glücklichen Zähler für sich abhaken im Rennen um Europa.
