Der SC Freiburg wartet auch nach dem 2:3 weiter auf den nächsten Liga-Erfolg gegen den FC Bayern. Lucas Höler hatte dennoch viel Lob für die Leistung übrig. Julian Schuster ärgerte sich über die Nachspielzeit.
Freiburg führt lange und verliert doch
Die Bilanz las sich vor dem 28. Spieltag düster: Nur ein Sieg gelang dem SC Freiburg in den jüngsten 45 Bundesliga-Partien gegen den FC Bayern. Bis in die Nachspielzeit waren die Breisgauer aber drauf und dran, der Liste den nächsten Sieg nach dem 2:1 am 33. Spieltag der Saison 2014/15 hinzuzufügen. Weil die Münchner aber noch zweimal trafen, wurde daraus wieder einmal nichts.
„Es ist schon sehr enttäuschend heute“, resümierte Lucas Höler nach der Partie bei Sky. Gerade weil der Sport-Club eine ansprechende Leistung gezeigt, 2:0 geführt und sogar noch weitere hochkarätige Chancen ausgelassen hatte. „Ich bin schon lange im Verein und ich glaube, ich habe noch nie so ein Spiel erlebt, wo wir 90 Minuten so gegen Bayern gespielt haben.“
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Höler wartet weiter
Genauer gesagt ist Höler seit Januar 2018 im Breisgau, kennt also das Gefühl eines Liga-Sieges gegen den Rekordmeister gar nicht. In 17 Duellen sprangen lediglich vier Remis raus. Im Pokal hatte er auf den Tag genau vor drei Jahren mit seinem späten Elfmeter-Treffer in der Nachspielzeit entscheidenden Anteil am 2:1-Viertelfinal-Sieg.
Auch an diesem Samstagnachmittag war der 31-Jährige eine prägende Figur. Erst hatte der Angreifer, der für Igor Matanovic in die Startelf rotiert war, zwei dicke Chancen liegengelassen, ehe er zum zwischenzeitlichen 2:0 erhöhte. Sein bereits fünfter Liga-Treffer gegen die Münchner, nur gegen Gladbach (sechsmal) traf er noch öfter. Zu etwas Zählbarem in Form von Punkten reichte es aber nicht, denn in der Nachspielzeit drehten die Münchner mit zwei weiteren Treffern die Partie.
Schuster ärgert Nachspielzeit
Das entscheidende 3:2 von Lennart Karl fiel rund 30 Sekunden nach Ablauf der angezeigten Mindestnachspielzeit von acht Minuten. Zum Ärger der Freiburger. „Mich hat es schon gewundert, dass es überhaupt acht Minuten gab“, verriet Julian Schuster bei DAZN. „Und dann waren die acht Minuten rum, du kannst abpfeifen und alles ist in Ordnung – und brauchst es nicht laufen lassen, da gab es keine Gründe dafür.“ Allerdings wurde vor der Saison angekündigt, dass die Nachspielzeit bei einem Tor (wie dem Münchner 2:2) um 30 Sekunden verlängert werden kann.
Während Schuster nicht näher auf die Schiedsrichterleistung vom Gespann um Daniel Siebert einging, reagierten seine Spieler in den Katakomben heftiger. Matthias Ginter brüllte etwa in den Gängen „immer verpfeift ihr uns“. Kapitän Christian Günter, der daneben stand, hatte seine Emotionen im Griff und sagte Richtung Siebert, dass er später noch mal zum Austausch vorbeikäme, wenn er sich abgeregt hätte. Dazu kam es dann auch.
Schusters Lob und Hölers Stolz
Der Trainer konzentrierte sich lieber auf die Leistung seines Teams und die „war sehr gut“. Gerade wenn die Bayern dann loslegen, der Druck steige, werde es „sehr anspruchsvoll“. Umso wichtiger sei es in diesen Momenten, dass man einen gut aufgelegten Keeper im Tor hat. Wie Noah Atubolu, der diverse Distanzschüsse der Münchner per Flugeinlagen entschärfte – aber bei Tom Bischofs beiden platzierten Versuchen aus der Distanz machtlos war. „Wenn du lange führst und die Führung dann weg ist, dann musst du weiterspielen und das ist die große Kunst“, schloss Schuster schließlich.
Auch wenn damit die Negativ-Serie gegen den Rekordmeister weiter Bestand hat, war Höler dennoch „unfassbar stolz auf die Mannschaft“ und nahm „sehr, sehr viel Positives mit. Dass wir gegen jede Mannschaft bestehen können. Das kann uns auf jeden Fall viel Mut geben.“
Erst recht, wenn am Donnerstag schon das nächste Schlager-Spiel ansteht. Dann bestreitet der SC Freiburg sein erstes Europapokal-Viertelfinale gegen Celta Vigo.
Der SC Freiburg wartet auch nach dem 2:3 weiter auf den nächsten Liga-Erfolg gegen den FC Bayern. Lucas Höler hatte dennoch viel Lob für die Leistung übrig. Julian Schuster ärgerte sich über die Nachspielzeit.
