Im Herbst noch lieferten sich Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund tabellarisch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mittlerweile ist der BVB klar enteilt. Vor dem dritten direkten Duell am Samstag sprach Bayer-Trainer Kasper Hjulmand über die Lücke zwischen beiden Klubs.
Veränderte Vorzeichen vor dem BVB-Spiel
Als Borussia Dortmund im vergangenen November die rund einstündige Autofahrt ins Rheinland aufnimmt, wittert Bayer Leverkusen seine Chance. Die Werkself ist in bestechender Form, hat zuletzt vier Siege in Folge gefeiert – darunter einen 2:0-Achtungserfolg in der Champions League bei Manchester City. Weil am Vorabend auch noch RB Leipzig bei seinem Auswärtsspiel in Mönchengladbach nicht über ein 0:0 hinauskommt, kann der amtierende Vize-Meister nicht nur die Dortmunder um vier Punkte distanzieren, sondern damit auch an den Sachsen vorbeiziehen und nach dem verkorksten Start in die Saison Platz 2 übernehmen.
An jenem Samstagabend kommt es aber anders, der BVB zieht eine „taktisch anspruchsvolle und bis zum Schluss spannende“ Partie, so schreibt es der kicker, auf seine Seite, gewinnt die enge Begegnung mit 2:1 und schwingt sich in den Wochen und Monaten danach klar zum ersten und einzigen Verfolger des FC Bayern auf, während die Werkself – von der unmittelbaren Revanche im Pokal-Achtelfinale wenige Tage später abgesehen – sukzessive ablässt. Und nun, viereinhalb Monate später, vor dem Wiedersehen in der Bundesliga, bereits 15 Punkte hinter den Schwarz-Gelben liegt.
Für die Leverkusener geht es am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Signal-Iduna-Park deshalb um mehr als wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze, in dem sich neben den enteilten Bayern (73 Punkte) und Dortmundern (64) RB Leipzig (53), der VfB Stuttgart (53), die TSG Hoffenheim (50 Zähler) und eben Leverkusen mit 49 Punkten ein enges Rennen liefern.
Trainer Kasper Hjulmand denkt mit Blick in die Zukunft auch daran, die „Lücke zu schließen“, wie er auf der Pressekonferenz am Freitag mehrmals betonte. Und dahingehend wäre ein Auswärtssieg beim BVB, der letztmals im August 2022 ein Heimspiel gegen B04 gewann, „ein großer Push für uns“. Die Mannschaft, die nach dem großen Umbruch im Sommer weiter zusammenwachsen müsse, glaube an ihr Spiel und fahre nach Dortmund „mit dem Ziel, einen Sieg zu holen“, so Hjulmand. „Wir hatten eine gute Woche und sind bereit.“
Der BVB sei ein „super Gegner“, der es „sehr gut“ macht – sowohl auf die gesamte Saison gesehen als auch mit Blick auf die jüngsten Wochen. Das Dortmunder Spiel in Stuttgart am vergangenen Samstag, als der VfB lange Zeit überlegen schien, die Dortmunder aus einer kompakten Tiefe heraus aber nichts zuließen und in der Nachspielzeit mit zwei Toren zustachen, sei aus Sicht des Dänen ein eindeutiger Beweis für die enorme Qualität des kommenden Gegners.
Endspurt-Blues beim BVB? Hjulmand: „Sie haben Feuer und sind top-motiviert“
Obwohl der BVB quasi sicher mit der Teilnahme an der Königsklasse planen kann und aufgrund des Ausscheidens in Pokal und Champions League keine großen Ziele mehr verfolgt, geht Hjulmand nicht davon aus, dass die Dortmunder schleifen lassen. „Das sieht nicht so aus“, so der Trainer. „Sie haben Feuer und sind top-motiviert.“
Personell kann Hjulmand nahezu aus dem Vollen schöpfen, sicher fehlen werden nur die Langzeitverletzten Arthur (Syndesmoseriss) und Martin Terrier (Muskelverletzung im Oberschenkel). Lucas Vazquez, der seit dem Champions-League-Aus gegen Piräus Ende Februar mit einer langwierigen Wadenverletzung fehlte, werde im Kader stehen. Hinter Jarell Quansah, den zuletzt Oberschenkelprobleme außer Gefecht gesetzt hatten, stehe noch ein Fragezeichen, das es nach der finalen Trainingseinheit zu beseitigen gilt.
Im Herbst noch lieferten sich Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund tabellarisch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mittlerweile ist der BVB klar enteilt. Vor dem dritten direkten Duell am Samstag sprach Bayer-Trainer Kasper Hjulmand über die Lücke zwischen beiden Klubs.
