Zwei Monate lang vertrat Janis Blaswich den verletzten Mark Flekken und machte dabei durchaus auf sich aufmerksam. In Heidenheim tauschte Kasper Hjulmand dennoch zurück – und erklärte sich nun nachträglich.
„Kann uns mehr helfen“
Zehn teils herausragende Paraden auswärts beim FC Arsenal (0:2) und die kicker-Note 1,5. Eine viel bessere Bewerbung für die Rolle als Nummer 1 hätte Janis Blaswich wohl nicht abgeben können. Und doch stand vier Tage später der nach seiner Bänderverletzung im Knie wieder genesene Mark Flekken bei Bayer Leverkusens 3:3 in Heidenheim zwischen den Pfosten.
Eine Entscheidung, die auch intern für Gesprächsstoff sorgte. Blaswich wies in seinen 17 Partien als Vertreter des Niederländers einen Notenschnitt von 3,12 gegenüber Flekkens wettbewerbsübergreifendem Schnitt von 3,23 in 26 Spielen auf. Die Paradenquote der Nummer 2 war mit insgesamt 79 Prozent (in der Bundesliga 80,5 Prozent) gar herausragend.
Eine Entscheidung für „die Art, wie wir spielen“
Am Freitag erklärte Hjulmand nachträglich, warum der elf Millionen Euro teure Sommerneuzugang dennoch den Vorzug erhielt – und diesen weiterhin erhalten wird. „All meine Entscheidungen treffe ich, um dem Team so viel wie möglich zu helfen“, betonte er. „Immer wenn ich eine Entscheidung treffe, treffe ich sie, um Spiele zu gewinnen.“
Im Fall Flekken bedeutet das konkret: „Janis hat es unglaublich gut gemacht. Ich habe schon häufig gesagt, dass ich sehr viel Respekt vor Janis und dem gesamten Torwartteam habe. Aber insgesamt, für die Gegenwart und für die Zukunft, kann Mark uns mehr helfen.“ Der Niederländer ist zweifelsohne der bessere Fußballer – auch wenn er sich in dieser Saison schon das eine oder andere Mal zu viel zutraute. Eine Eigenschaft, die Hjulmand schätzt, weshalb seine Entscheidung auch aufgrund „der Art, wie wir spielen“, gefallen sei. Eben vorzugsweise mit einem spielstarken Schlussmann.
Lob für Blaswich
„Es heißt nicht, dass ich mit Janis nicht zufrieden war. Im Gegenteil, ich finde, er hat es sehr gut gemacht.“ Und doch bleibe die Überzeugung, dass Flekken für die kommenden Wochen und darüber hinaus die größere Hilfe sei.
Flekkens Rückkehr verlief schon mal unglücklich, wenngleich er bei den drei Gegentreffern in Heidenheim ohne Schuld blieb. Im Schlussspurt wird er seine Gegentorquote von bislang 1,56 pro Spiel in der Bundesliga mithilfe der Defensivleute dennoch nach unten korrigieren müssen – bestenfalls etwa in den Bereich von Blaswich (0,8 Gegentore pro Ligaspiel). Ansonsten wird der ohnehin schon schwierige Kampf um Platz 4 wohl erst recht nicht zu gewinnen sein.
Zwei Monate lang vertrat Janis Blaswich den verletzten Mark Flekken und machte dabei durchaus auf sich aufmerksam. In Heidenheim tauschte Kasper Hjulmand dennoch zurück – und erklärte sich nun nachträglich.
